Der SC Cham steht vor einer echten Herausforderung

Der Sportclub Cham will sich schnellstmöglich aus der Abstiegszone der Promotion League verabschieden – ohne einen einzigen Neuzugang.

Martin Mühlebach
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Chams Offensivspieler Cristian Miani (Mitte), hier in der Vorrunde gegen Köniz, steht mit seinem Team unter Druck.

Chams Offensivspieler Cristian Miani (Mitte), hier in der Vorrunde gegen Köniz, steht mit seinem Team unter Druck.

Bild: Stefan Kaiser (Cham, 10. November 2019)

Die Chamer nehmen die zweite Phase der Saison morgen ab 16 Uhr mit dem Heimspiel gegen den FC Zürich U21 in Angriff. Die Ausgangslage ist äusserst brisant. Cham, auf Rang 12 liegend, und Zürich U21 mit einem Zähler weniger, haben nur eine Reserve von vier beziehungsweise drei Punkten auf den ersten der beiden Abstiegsplätze, der von YF Juventus eingenommen wird. Der Sportchef Marcel Werder ist sich der heiklen Ausgangslage bewusst. Er sagt: «Unser primäres Ziel ist es, möglichst schnell im gesicherten Mittelfeld der Tabelle Unterschlupf zu finden. Mit Zürich U21, YF Juventus und Breitenrain duellieren wir uns in den ersten drei Rückrundenspielen ausnahmslos mit Teams, die in unserer Reichweite liegen. Es wäre gut, wenn wir uns aus diesen Partien mindestens sieben Punkte einfahren könnten.»

Werder versichert, dass seine Mannschaft physisch bereit sei. Das zu Beginn der Saison stark veränderte 20-Mann-Kader hat praktisch keine Veränderungen erfahren, es ist nämlich kein einziger Spieler verpflichtet worden. Die Abgänge von Roman Herger (zu Baden) und Ronnie Aeberli (zu Wettswil-Bonstetten) seien durch die Rückkehr von Lucas Thöni (er weilte studienhalber in Kanada) und Jan Loosli (er fiel verletzt aus) kompensiert worden.

Berg- und Talfahrt in den Vorbereitungsspielen

Das Team sei im einwöchigen Trainingslager in Ayia Napa auf Zypern näher zusammengerückt – zu einer Einheit, die sich der ungemütlichen Tabellenlage bewusst sei und die am gleichen Strick ziehe.

Der Chamer Sportchef sagt zur Ausgangslage hinsichtlich der ersten Partie: «In den ersten Ernstkämpfen nach einem längeren Unterbruch weiss man nie so genau, wo man steht. Um unseren Heimvorteil nutzen und Zürich U21 bezwingen zu können, müssen wir von der ersten bis zur letzten Spielsekunde hellwach sein und unser vorhandenes Potenzial vollumfänglich ausschöpfen.» Auch der Trainer Roland Schwegler spricht von einer heiklen Ausgangslage: «Wir haben lange und gut trainiert. Im Januar legten wir den Fokus auf die physischen Aspekte. Darauf aufbauend, arbeiteten wir positionsperspektiv im technischen und taktischen Bereich.» Nach durchzogenen Trainingsspielen in der Schweiz – allesamt auf Kunstrasen ausgetragen – habe er auf Zypern im letzten Vorbereitungsspiel gegen den starken armenischen Erstligisten FC Urartu Jerewan mit Genugtuung festgestellt, dass seine Mannschaft die Vorgaben des Staffs gut umgesetzt habe. «Wir haben zwar mit 0:1 verloren, aber aus taktischer Hinsicht ein gutes Spiel abgeliefert.» Ein taktisch perfektes Spiel sei nötig, um sich morgen gegen die Reserven des FC Zürich durchzusetzen. Im Gegensatz zu seiner Mannschaft hätten die technisch starken und taktisch gut ausgebildeten Zürcher Nachwuchsprofis in den Vorbereitungsspielen durchwegs zu überzeugen vermocht.

Wird es einen neuen Präsidenten geben?

Abseits des Rasens ist der SC Cham nach wie vor auf der Suche nach einem neuen Vereinspräsidenten. Spätestens an der GV Ende August soll der Posten wiederbesetzt werden. Bis dahin werde der Sportclub vom restlichen Vorstand unter der Leitung der Vizepräsidenten Bernhard Wüest (Finanzverantwortlicher) und Fritz Oderbolz (Leiter Geschäftsstelle) geführt, erklärt Marcel Werder, der als Sportchef ebenfalls zum Vorstand zählt. In der Winterpause wurde bekannt, dass Rolf Tresch, der ehemalige FC-Ägeri- und EHC-Kloten-Präsident, den Chamern in beratender Tätigkeit zur Seite steht.