Interview

Volley-Luzern-Trainer Liam Sketcher: «Bin stolz auf den starken Charakter meines Teams»

Die NLA-Männer von Volley Luzern starten mit einem 3:1-Auswärtssieg gegen Chênois ins neue Jahr.

Roland Bucher
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Liam Sketcher, Trainer Fotografiert am 10. Oktober 2019 in Luzern(Manuela Jans-Koch | LZ)

Liam Sketcher, Trainer

Fotografiert am 10. Oktober 2019 in Luzern
(Manuela Jans-Koch | LZ)

Manuela Jans-Koch | Lz

Sie haben sich als Coach und Ausbildner von Volley Luzern einen guten Namen erarbeitet, holten bisher das Optimum aus Ihrem Team heraus. Ihr Vertrag läuft im Sommer aus – lockt ein Karrieresprung?

Liam Sketcher: Ich liebe Luzern, ich liebe diesen Verein. Luzern passt zu mir.

...so beschwichtigt in dieser Situation jeder.

Mein Job ist der Volleyball. Wenn sich eine gute Chance bietet, als Coach persönlich weiter zu kommen, werde ich mir das sicher überlegen. Das ist Bestandteil dieses Business.

Wie stehen die Chancen, dass man Sie im Sommer 2020 als Australiens Assistenzcoach an den Olympischen Spielen in Tokio am Bildschirm sehen kann?

Wir müssen die letzte Qualifikation gegen Iran schaffen, dann sind wir dabei. Aber sprechen wir doch über Volley Luzern.

Sprechen wir noch einige Sätze über Sie: Wie heisst Ihr Erfolgsrezept?

Meine Aufgabe ist es, das Fundament zu errichten. Das Haus aufrichten müssen die Spieler. So einfach ist das.

Das ist bisher gut gelungen...

Ja, wir sind auf Kurs. Ich bin stolz auf den starken Charakter meines Teams. Es ist beeindruckend, wie das Team auftritt. Meine Mannschaft hat deutlich an Identität gewonnen, auch dank individuellen Fortschritten. Diese Tatsache zeigt auf, dass wir gute Arbeit abliefern.

Luzern hat mit dem 3:1-Sieg gegen Chênois punktemässig zu den viertplatzierten Genfern aufgeschlossen. Der Rang 4 als Ausgangsposition für die Playoffs liegt in Reichweite. 11 der 16 Qualifikationspartien sind gespielt, Luzern hat 18 von 30 möglichen Punkten erobert. Wie lautet Ihre Bilanz?

Wäre nicht die Niederlage gegen Basel gewesen, würde ich behaupten: Ich bin sehr zufrieden. Genau diese drei Punkte fehlen uns im Punkte-Fahrplan.

Diese Niederlage war im Anschluss an ein starkes Europacup-Spiel, das möglicherweise noch in den Hinterköpfen der Spieler vorhanden war. Ist der Europacup Fluch oder Segen?

Unsere Einsätze auf internationalem Parkett waren einerseits ein schönes Abenteuer. Andrerseits haben wir dabei viel gelernt. Der Profit solcher Special­events wird sich auf lange Sicht noch stärker zeigen.

Welcher Spieler hat Sie in dieser Saison bisher am meisten beeindruckt?

Tim Köpfli, er ist zur Teamstütze gereift. Ich habe seinen Quantensprung schon vor der Meisterschaft erahnt. Doch solche Beurteilungen muss man immer in einem Gesamtkontext sehen. Köpfli, aber auch Nick Amstutz profitieren enorm davon, dass sich unsere Gegner im Defensivverhalten extrem auf unseren schlagstarken Topskorer Edvarts Buivids einrichten.

Ist Volley Luzern stärker, gleich gut oder schwächer als noch letzte Saison?

Letzte Saison haben wir nicht zuletzt von individuellen Kraftakten gelebt. Jetzt sind wir bedeutend variabler. Die Mannschaft hat die wichtige Qualität, taktisch wie auch mental auf den Gegner und seine Spielweise zu reagieren. Das ist ein klarer Fortschritt.

Männer, NLA. 13. Runde: Chênois – Volley Luzern 1:3. Amriswil – Lutry-Lavaux 3:0 (25:16, 25:11, 25:21). Schönenwerd – Traktor Basel 3:1 (25:22, 25:16, 24:26, 25:17). Lausanne – Jona 3:2 (25:14, 21:25, 25:15, 27:29, 15:12).

Rangliste: 1. Amriswil 12/34. 2. Schönenwerd 12/27. 3. Lausanne 12/23. 4. Chênois 11/18 (22:20). 5. Volley Luzern 11/18 (21:20). 6. Jona 12/15. 7. Näfels 11/12. 8. Traktor Basel 12/5. 9. Lutry-Lavaux 11/4.

Chênois – Volley Luzern 1:3

Sous-Moulin, Thônex. – 150 Zuschauer. – Sätze: 27:25; 22:25; 22:25; 19:25. – Volley Luzern: Jucker (Passeur), Köpfli, Fort, Hepburn, Amstutz, Buivids, Gautschi (Libero); Perezic, Widmer (Passeur), Döös.