Volley Luzern gelingt Auftakterfolg über Umwege

Volley Luzern startet mit einem Sieg in die NLA-Playoff-Viertelfinals. Allerdings benötigt der Favorit fünf Sätze gegen Näfels.

René Barmettler
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Volley Luzern mit Shonari Hepburn (Mitte) wird von Näfels in Bedrängnis gebracht.

Volley Luzern mit Shonari Hepburn (Mitte) wird von Näfels in Bedrängnis gebracht.

Bild: Patrick Hürlimann (Luzern, 16. Februar 2020)

Es stand 2:0 nach Sätzen. Im dritten stellte Luzerns Libero Jörg Gautschi in extremis mit einer Finte auf 15:11. Er drehte eine Jubelrunde, die Zuschauer feierten frenetisch mit. Doch was nach einer Vorentscheidung aussah, endete schliesslich in einer Zitterpartie. Die Glarner drehten diesen Satz nämlich noch: Beim Stand von 23:24 wehrten sie auch noch einen Matchball ab und gewannen den Satz mit 26:24. Nur noch 2:1 statt 3:0. «Die haben uns das nicht einfach gemacht», sagte ein sichtlich gezeichneter Jörg Gautschi nach dem nervenaufreibenden Spiel.

Der vierte Satz war an Spannung ebenso wenig zu überbieten, ein 14:11-Vorsprung brachten die Einheimischen nicht über die Ziellinie, wiederum gewann der nie aufgebende Gast mit 26:24. Und wie schon vor zwei Wochen im Cup-Viertelfinal gegen denselben Gegner mussten die Luzerner den Umweg über den fünften Satz nehmen. 15:7 hatte Volley Luzern damals gewonnen, diesmal entschied es den Satz mit 15:9 für sich. Dank der Entschlossenheit des Topskorers Edvarts Buivids am Service und am Netz stand es schnell 6:1 – dieser Rückstand war zuviel für die Glarner.

Näfels kurzzeitig von der Rolle

Einige Fans von Näfels waren vor zwei Wochen in der Bahnhofhalle unangenehm aufgefallen, der Speaker riet diesmal zu Fairness gegenüber dem Gegner und den Schiedsrichtern auf. Gestern machten die Anhänger von Biogas Näfels keinen Stunk, die Stimmung war fröhlich, und zwei junge Frauen heizten an der Pauke den Spielern und dem Publikum ein, als ob es kein Morgen gäbe. Das Duo verbrannte mutmasslich ebenso viele Kalorien wie die Akteure auf dem Platz. Diese brauchten die Unterstützung des Anhangs, denn der Auftaktsatz war ebenfalls eine schwierige Angelegenheit. Näfels hatte zwei Satzbälle, zwei Mal wehrte Luzern ab. Mathis Jucker gelang dann das Kunststück, mit zwei Service-Assen den Satz heimzubringen (26:24). Rückblickend war das wohl die Entscheidung zu Gunsten der Luzerner. «Deswegen konnten wir im zweiten Satz befreiter aufspielen und Näfels war kurzzeitig von der Rolle», bestätigte Gautschi diesen Eindruck.

Tatsächlich steuerten die Innerschweizer mit hohem Tempo zum Satzsieg von 25:15. Doch dann folgte der verunglückte dritte Umgang, der dafür sorgte, dass das Heimteam um diese Playoff-Auftaktpartie bangen musste. Doch dank der Coolness von Buivids und Co. behielt der Favorit im Entscheidungssatz die Oberhand. «Wenn man so serviert wie Buivids, ist es natürlich einfacher, er hat super vorgelegt für uns», lobte Gautschi Luzerns Topskorer, der vor dem Spiel einen Check von über 7000 Franken für die Nachwuchsabteilung entgegennehmen durfte.

Nächsten Samstag wird in Näfels die zweite von maximal fünf Partien ausgetragen. Es gibt also noch viel zu tun für die Spieler und die zwei fleissigen Trommlerinnen.

Volleyball

Nationalliga A. Männer. Playoff-Viertelfinals (best of 5), 1. Runde: Volley Luzern (3. der Qualifikation) – Näfels (6.) 3:2; Stand 1:0. – Samstag: Amriswil (1.) – Traktor Basel (8.) 3:0 (25:18, 25:22, 25:19); Stand 1:0. Schönenwerd (2.) – Jona (7.) 3:0 (25:19, 25:15, 26:24); Stand 1:0. Chênois (4.) – Lausanne UC (5.) 3:1 (25:17, 29:27, 20:25, 25:22); Stand 1:0. – 2. Runde: Samstag, 18.00: Näfels – Volley Luzern.

Volley Luzern – Näfels 3:2
Sporthalle Bahnhof. – 250 Zuschauer. – Sätze: 26:24, 25:15, 24:26, 24:26, 15:9. – Spieldauer: 117 Minuten. – Luzern: Amstutz, Buivids, Fort, Hepburn, Jucker, Köpfli, Gautschi (Libero). – Näfels: Süess, Hudzik, Papangelopoulos, Aebli, Plizga, Nommistu, Hagenbuch (Libero); Maroulis, Fraser, Godlewski.

Nationalliga A. Frauen. Playoff-Viertelfinals (best of 5), 1. Runde: Kanti Schaffhausen (2. der Qualifikation) – Franches-Montagnes (7.) 3:1 (23:25, 25:17, 25:22, 25:23); Stand 1:0. Düdingen (4.) – Cheseaux (5.) 3:0 (25:16, 26:24, 25:21); Stand 1:0. – Samstag: Val-de-Travers (8.) – Aesch-Pfeffingen (1.) 0:3 (13:25, 13:25, 9:25); Stand 0:1. Neuchâtel UC (3.) – Volley Lugano (6.) 3:0 (25:22, 25:18, 25:11); Stand 1:0.
Playout (best of 5), 1. Runde: Genève Volley (9.) – Toggenburg (10.) 3:0 (25:23, 25:18, 25:14); Stand 1:0.