Handball
Auf sie wartet eine grosse Zukunft: Nuria Bucher spielt mit 16 Jahren bereits international

Nuria Bucher, Rückraumspielerin von Spono Nottwil, bekommt ihr erstes Aufgebot für die A-Nationalmannschaft.

Ernesto Piazza
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Sportlich profitiert Nuria Bucher sehr von den Techniktrainings im Leistungssportzentrum OYM.

Sportlich profitiert Nuria Bucher sehr von den Techniktrainings im Leistungssportzentrum OYM.

Bild: Patrick Hürlimann (Cham, 22. Februar 2022)

Die Nachricht erreichte Nuria Bucher während des Mittagessens. Bei der 16-jährigen Handballerin der Spono Eagles meldete sich übers Handy mit Simona Cavallari die administrative Leiterin der SHV-Handball-Akademie im Chamer OYM. «Sie fragte mich, ob ich das Mail mit dem Aufgebot für die beiden Litauen-Spiele bereits gesehen hätte», erinnert sich die Rückraum-Mitte-Spielerin. Die Überraschung war gross, die Freude natürlich auch und der Moment irgendwie fast ein wenig surreal.

«Zwar habe ich schon mal mittrainiert, wenn Einheiten mit der Nati im OYM stattfanden, aber bereits jetzt dabei zu sein, habe ich nicht erwartet»,

betont Nuria Bucher.

Die in Buchs AG wohnhafte Rückraum-Mitte-Spielerin begann schon früh, im U11-Alter, beim HSC Suhr/Aarau mit Handball. Wobei sie es auch beim Einzelsport, mit Schwimmen und Leichtathletik, versucht hatte. «Doch als ich diesen Teamsport einmal ausprobierte, gefiel er mir auf Anhieb», sagt sie. Die Schnelligkeit, das oft situative Entscheiden und dies erst noch mit hohem Tempo, das ein schnelles Umschalten im Kopf erfordert, «faszinieren mich».

Derby mit offenem Ausgang

Erneutes Derby zum Finalrundenauftakt: Am Samstag (20 Uhr, SPZ) treffen die Spono Eagles und der LK Zug zum dritten Mal in dieser Saison aufeinander. Die Bilanz ist ausgeglichen – je ein Auswärtssieg. Nottwil zeigt sich im bisherigen Saisonverlauf sehr stabil, hat jüngst auch Brühl und Zug, die beiden Kontrahenten um einen Playoff-Finalplatz, geschlagen. Spono führt die Tabelle aktuell mit vier Punkten Vorsprung auf Brühl und deren fünf auf Zug an. Für den LKZ-Headcoach ist «die Ausgangslage jedoch offen – wie immer gegen die Eagles». Wobei sie natürlich alles daran setzen, den Rückstand auf Nottwil zu verringern. Und weiter sagt Sahli: «In der Finalrunde gibt es für uns nur noch Big Points – und das ist gut so.» Spono-Headcoach Fabio Madia erwartet ebenfalls «eine offene Partie». Unser Vorteil könnte sein, dass wir in den vergangenen Wochen «sehr geschlossen auftreten». Andererseits hätten Zug und Brühl in jüngster Vergangenheit gelernt, wieder zu verlieren, «das macht es für uns nicht einfacher». (ep)

Sie übernimmt gerne Verantwortung

Seit der Saison 2018/19 spielt sie nun bei Spono. Dort startete die Rechtshänderin in der U14- und U16-Elite. Mittlerweile spielt sie bei den Eagles in der U18-Elite und im SPL2-Team. Unlängst hat Nottwil sie für die beiden nächsten Spielzeiten mit einem Vertrag für die SPL1 ausgestattet. Weiter gehört die 179 Zentimeter grosse Rückraumspielerin dem U18- und U20-Nationalteam an. Im vergangenen Sommer war sie mit der U18 ebenfalls an der Europameisterschaft in Montenegro.

Nuria Bucher übernimmt gerne Verantwortung, organisiert, strukturiert.

«Ich versuche das Gelernte im Spiel jeweils umzusetzen. Mir gefällt es, wenn ich Einfluss auf das Spiel nehmen kann.»

Mit der Akademie, wo sie seit August 2020 eine von aktuell zwölf Spielerinnen ist, ergeben sich für die 16-Jährige jetzt neue Möglichkeiten. Mit dem Entscheid, sich fortan voll auf die Karte Handball zu setzen, ging ebenfalls ein erstmaliger, zumindest zeitweiser Auszug aus dem Elternhaus einher. Von Montag bis Freitagmittag logiert sie bei einer Gastfamilie. Fürs Wochenende geht Nuria Bucher zurück nach Hause und bestreitet am Freitagabend jeweils das Abschlusstraining im Verein. «Vor dieser Veränderung hatte ich viel Respekt», sagt sie. Doch die Aargauerin hat sich schnell ans Akademieleben gewöhnt. «Ich habe gelernt, selbstständiger zu werden.»

Atmosphäre im OYM behagt ihr sehr

Mit dem OYM-Leben ist sie rundum zufrieden, kann auch ihre berufliche Schiene vorwärtstreiben, im hauseigenen College das Gymi absolvieren. Für Freizeit bleibt ihr nicht viel Raum. Das ist aber alles kein Problem. «Mit den OYM-Kolleginnen mal Essen gehen, liegt alleweil drin», sagt sie und lächelt. Es ist der Weg, für den sie sich entschieden hat – und den sie fokussiert beschreitet. Sportlich profitiere sie sehr von den Techniktrainings, schätzt jedoch das gesamte Paket, saugt auch gerne die ganze OYM-Atmosphäre ein.

Nati-Trainer Martin Albertsen, der zugleich die sportliche Verantwortung für die SHV-Akademie trägt, attestiert Nuria Bucher «viel Qualität» und prophezeit ihr eine «grosse handballerische Zukunft». Positiv wertet er auch, dass sie «ehrgeizig und lernfähig» ist. Sie selber will Schritt für Schritt nehmen, vor allem mal in der SPL1 Fuss fassen. Und dann weitersehen. Aktuell stehen für sie, die gerne der norwegischen Weltklassehandballerin Stine Oftedal zusieht, aber die ersten beiden A-Länderspiele an.

«Diese tolle Erfahrung möchte ich geniessen.»

Und sollte sie zum Einsatz kommen, möglichst frei von Nervosität, «mein Bestes zu geben, erfolgreich zu spielen».

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