Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Simon Schmid auf dem Weg ins Scheinwerferlicht

Simon Schmid erlebte einen perfekten Monat Mai: Zwei Kranzfeste – zwei Kränze. Auf den 18-Jährigen aus Flühli wartet am Sonntag beim Innerschweizer Nachwuchsschwingertag die nächste Herausforderung.
Simon Gerber
Simon Schmid ist 50-facher Kranzgewinner bei den Jungschwingern. (Bild: Pius Amrein (Lungern, 16. Juni 2018))

Simon Schmid ist 50-facher Kranzgewinner bei den Jungschwingern. (Bild: Pius Amrein (Lungern, 16. Juni 2018))

Wer auf der Strasse von Schüpfheim nach Sörenberg fährt, dem sticht im Dorfkern von Flühli ein aufgehängtes Transparent ins Auge. «Simi, wir gratulieren zum 1. Kranz». Biegt man dann nach links ab und fährt rund einen Kilometer weiter zum Bauernbetrieb Wald, fallen weitere Gratulationstransparente auf. Dort angekommen, empfängt Simon Schmid den Autor mit einem bei Schwingern üblichen kräftigen Händedruck zum vereinbarten Gespräch. In der heimeligen Stube seiner Eltern Franz und Hedi strahlt der 18-Jährige über das ganze Gesicht. «Mein erster Kranzgewinn am Schwyzer Kantonalen in Sattel löste in unserem Dorf ein grosses Echo aus. Noch am gleichen Abend stieg in unserem Haus ein stimmungsvolles Fest. Viele Verwandte und Kollegen kamen und gratulierten mir», blickt die Frohnatur nochmals auf den 6. Mai zurück.

Diesen Sonntag werde er gleich aus zwei Gründen sein Leben lang nie vergessen. Mit vier Siegen und einem Gestellten gegen starke Gegner jubelte Simon Schmid schon vor dem sechsten Gang über den ersten Kranzgewinn in seiner noch jungen Karriere. Als Dessert sozusagen stieg er ohne Druck in das letzte Duell des Tages. Es war für den Grünschnabel ein ganz spezieller und schöner Moment. Der Gegner war kein Geringerer als der Ausnahmekönner Martin Grab, der zum letzten Gang in seiner glanzvollen Karriere antrat. «Mir lief es kalt den Rücken hinunter und ich bekam Hühnerhaut, mich erstmals mit einem so berühmten Namen messen zu können. Dabei wollte ich mein Bestes geben und verlor erst in der letzten Minute», erzählt der 18-Jährige nicht ohne Stolz. Es sei für ihn ein einmaliges Erlebnis gewesen, dem abtretenden Altmeister als Erster für den 125. Kranzgewinn zu gratulieren.

Hauptprobe für das Innerschweizerische

Eine Woche später stand der junge Entlebucher mit dem Tagessieg am Luzerner Kantonalen Nachwuchsschwingertag und dem gleichzeitigen 50. Triumph bei den Jungschwingern erneut im Scheinwerferlicht. Simon Schmid blickt den anstehenden Aufgaben in dieser Saison mit viel Respekt entgegen. Der Innerschweizer Nachwuchsschwingertag am Sonntag in Adligenswil gilt für ihn als Hauptprobe für das sieben Tage später stattfindende Innerschweizer Verbandsfest in Ruswil. Eine Woche darauf kann er dank den bisher guten Leistungen auch noch auf der Rigi antreten.

Simon Schmid ist zwar auf einem Bauernhof aufgewachsen, Landwirt ist er dennoch nicht geworden. Er lernte Maurer, weil ihm nach einer Schnupperlehre die handwerkliche und vielseitige Tätigkeit im Freien sofort zusagte. Vor wenigen Tagen legte Schmid die Abschlussprüfungen ab und er will seinem Beruf auch in Zukunft treu bleiben. Seine Mutter Hedi beschreibt ihren jüngsten Sohn als einen aufgeweckten, überlegten, ruhigen und sozial eingestellten Junior, der mit den Leuten gerne den Kontakt sucht. Die Faszination für den Schwingsport packte den stets gut gelaunten Naturburschen schon im Alter von sechs Jahren. Sein älterer Bruder Thomas nahm ihn mit ins Training nach Hasle. Im Sägemehl fühlte sich Klein-Simon auf Anhieb pudelwohl und das Schwingen wurde inzwischen zu seiner grossen Leidenschaft. Entscheidend sei für ihn, dass das Umfeld stimme. «Wir haben viele starke Athleten, einen ausgezeichneten Teamspirit und mit Beat Fankhauser und Christian Stucki zwei ausgewiesene Leiter», sagt der zweifache Kranzgewinner. Eine seiner Stärken sei, immer an eine Siegeschance zu glauben. «Jeder Gegner hat einen Rücken», sagt Schmid mit einem Schmunzeln. Bei der Explosivität und in der Kondition sei bei ihm durchaus noch Steigerungspotenzial vorhanden.

Ziel ist das Eidgenössische Schwingfest in Zug

Dem 94-Kilo-Mann sind neben dem Schwingsport auch die Familie, die Natur und die Tiere wichtig. So oft wie möglich zieht er sich im Sommer auf die von den Eltern gepachtete Alp Fürstein zurück, wo es rund 100 Rinder zu versorgen gibt. «Hier kann ich vor einem Schwingfest abschalten, Ruhe finden und Energie tanken», erzählt Simon Schmid mit den leuchtend blauen Augen. An diesem Ritual wird sich für den Hobby-Skifahrer auch im nächsten Jahr nichts ändern. Sein grosses Ziel ist die Teilnahme am Eidgenössischen Schwingfest in Zug. Und wer weiss, vielleicht hängen in Flühli schon bald wieder neue Gratulationstransparente.

Hinweis

17. Innerschweizer Nachwuchs-Schwingertag in Adligenswil. Sonntag: 9.00 Anschwingen. Infos: www.sk-oberhabsburg.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.