Fabio Gasser will als Pilot und Turner hoch hinaus

Mit Fabio Gasser verfügt der BTV Luzern über einen Spitzenathleten, der um den Titel des Turnfestsieger mitkämpfen kann. Seine Klasse beweist der 19-Jährige im Vorfeld an den Verbandsmeisterschaften in Schötz.

Stefanie Meier
Drucken
Teilen
Fabio Gasser legte am Startgerät, dem Barren, mit der Note 9,65 den Grundstein zum Sieg. (Bild: Walter Linke (Schötz, 18. Mai 2019))

Fabio Gasser legte am Startgerät, dem Barren, mit der Note 9,65 den Grundstein zum Sieg. (Bild: Walter Linke (Schötz, 18. Mai 2019))

Steht er auf der Startliste, werden seine Konkurrenten um ein Stück mehr gefordert. Fabio Gasser, der Überflieger mit blondem Haar und smartem Lächeln beeindruckt über sein Können hinaus. Eleganz, Ehrgeiz und Fairness zeichnen ihn aus. Auf und neben dem Wettkampfplatz ist der 19-Jährige die Ruhe selbst, lässt sich seine Anspannung nicht anmerken und ist immerzu für einen Schwatz zu haben. Ausser, wenn er sich auf seinen Wettkampf vorbereitet, sich die wichtigsten Punkte ins Gedächtnis ruft und dann zum Meisterstück ansetzt. Gassers Leistungen grenzen nahezu an Perfektion – anders kann man es kaum sagen. In seinem Tun ist er äusserst fokussiert. Gleichzeitig vertraut er darauf, dass er seine Trainingsleistungen auch im Wettkampf abrufen kann. Dieses Gefühl gibt ihm das notwendige Selbstvertrauen.

Am Samstag an den Verbandsmeisterschaften des Turnverbandes Luzern, Ob- und Nidwalden in Schötz deklassierte Gasser seine Mitstreiter um über zwei Punkte. Am Reck wie auch am Boden liess er sich eine glatte 10,00 gutschreiben. Eine Premiere, wie Gasser verrät. Noch nie habe er an einem Wettkampf gleich zwei Mal die Maximalnote geturnt. Gassers Euphorie hielt sich in Grenzen – der Wettkampf war noch nicht zu Ende. Früh war jedoch klar, dass ihm dieser Sieg nicht mehr zu nehmen war. Er gewann mit 48,85 Punkten souverän Gold und gab sich sehr zufrieden mit seinem Wettkampf. «Einzig am Sprung ist mir der Anlauf nicht ganz gelungen und so war ich beim Einsprung ins Trampolin weniger stabil im Rumpfbereich», erklärte er.

Knieverletzung vom Herbst 2017 ist ausgeheilt

Jammern auf hohem Niveau, würden die einen sagen. Doch für Gasser sind es genau diese «Kleinigkeiten», die ihn weiterbringen. Ihm ist aber auch bewusst ist, dass er nicht jede Übung und jeden Sprung perfekt zeigen kann. Inputs für Verbesserungen kriegt er unter anderem auch von Trainer Patrick Hepp, der Gasser schon seit Jahren an die Wettkämpfe begleitet und ihn mit wertvollen Tipps beliefert. «Kurz vor den Auftritten erinnere ich mich an die Worte von Patrick und liefere was geht», erklärte Gasser, der sich nach seiner Verletzung im Herbst 2017 nun definitiv wieder auf dem aufsteigenden Ast befindet. Knapp ein Jahr lang nagte er an einer Knieverletzung. Ein ausgewogener Physioplan bestimmte sein Training: Massage, Kraft, Stabilität und Dehnen – und das drei Mal die Woche. Seit letztem Sommer ist Gasser wieder in der Halle anzutreffen.

Als wäre er nie weg gewesen, bewegt er sich turnerisch auf höchstem Niveau und gilt ferner auch als Favorit auf den Turnfestsieg in Aarau, wo heuer wieder ein Eidgenössischen Turnfest auf dem Programm steht. Doch daran denkt Gasser derweilen noch gar nicht. Seine Prioritäten liegen woanders. Nicht nur turnerisch, sondern auch beruflich will er hoch hinaus. Es steht nächstens die Rekrutenschule an, darauf folgt die Ausbildung zum Offizier und abschliessend durchläuft er die letzte Selektion für die Ausbildung zum Berufsmilitärpiloten.

Beruf hat höchste Priorität

Eine strenge Zeit steht Gasser bevor, dieser Weg dauert mehr als ein Jahr. «Ich bin bereit, damit komme ich dem Traum vom Fliegen ein Stück näher», sagt Gasser. Die Leidenschaft für die Fliegerei hat er wohl von Vater Moritz geerbt. Rückt damit das Turnen gar in den Hintergrund? «Natürlich bleiben ich dem Turnsport treu. Dennoch hat mein beruflicher Werdegang höchste Priorität», präzisierte Gasser. Dem mehrfachen Schweizer Meister ist wohl keine Hürde zu gross respektive kein Ziel zu hochgesteckt.

Schötz. Verbandsmeisterschaften Luzern, Ob- und Nidwalden. Turnerinnen. Kategorie 4: 1. Fiona Niederberger (Obwalden) 37,85. 2. Valérie Loose (Beromünster) 37,60. 3. Lynn Estermann (Beromünster) 37,50. 4. Jael Manetsch (Luzern) 37,45. 5. Milla Bieri (Luzern) 37,35. 6. Ria Reinhart (Nidwalden) 37,20. 7. Carmen Jenni (Wolhusen) 37,00. 8. Liel Steiner (Nidwalden) 36,90. 9. Malin von Wyl (Obwalden) 36,80. 10. Stefanie Zurkirchen (Luzern) und Amelie Müller (Obwalden), je 36,75. 12. Dina Amstad (Obwalden) und Ena Erni (Beromünster), je 36,70.

Kategorie 5: 1. Leonie Schär (Luzern) 38,20. 2. Salome Odermatt (Obwalden) und Mara Lengwiler (Luzern), je 37,70. 4. Alisha Hertig (Obwalden) und Alissa Widmer (Hochdorf), je 37,40. 6. Lara Krügel (Willisau) 37,25. 7. Amélie Loose (Beromünster) 37,20. 8. Sara Frei (Sursee) 37,15. 9. Fabienne Wey (Beromünster) und Livia Odermatt (Obwalden), je 37,05. 11. Lara Dillschneider (Büron) und Svenja Willimann (Beromünster), je 37,00.

Kategorie 6: 1. Anja Langensand (Obwalden) 38,55. 2. Livia Widmer (Hochdorf) 37,65. 3. Lisa Maria Odermatt (Obwalden) 37,60. 4. Lia Michel (Obwalden), Leonie Wolfisberg (Beromünster) und Kaja Dillschneider (Büron) 37,40. 7. Larissa Bänninger (Luzern) 37,35. 8. Lara Fischer (Beromünster) 37,25. 9. Livia Stöckli (Beromünster) und Anna Arnet (Luzern), je 37,15. 11. Leandra Huber (Grosswangen) 37,00. 12. Debora Wolfisberg (Neuenkirch) 36,90. 13. Nadine Helfenstein (Neuenkirch) 36,75. 14. Tabea Schindler (Hochdorf) 36,50. 15. Michelle Giger (Malters) und Lea Frei (Sursee), je 36,25.

Kategorie 7: 1. Mirjam und Christelle Bregenzer (beide Beromünster), je 37,70. 3. Carole Schnider (Grosswangen) 37,55. 4. Melanie Konzelmann (Eschenbach ) 37,30. 5. Angela Günther (Beromünster) 37,25. 6. Corinne Konzelmann (Eschenbach) 37,10. 7. Yvana Riebli (Obwalden) 36,85. 8. Andrea Zimmermann (Beromünster) und Nadja Meile (Hochdorf), je 36,75. 10. Lena Yanez Gimenez (Hochdorf) 36,35. 11. Sarah Lehmann (Ballwi) und Yasmin Imhof (Obwalden), je 36,15.

Frauen: 1. Sarah Bargetzi (Malters) 38,40. 2. Andrea Stadelmann (Willisau) 38,05. 3. Stefanie Meier (Grosswangen) 37,80. 4. Larissa Kurmann (Nidwalden) 37,60. 5. Romana Salvini (Luzern) 37,45. 6. Alice Wismer (Beromünster) 36,75. 7. Bettina Steinegger (Nidwalden) 36,65. 8. Lea Bühler (Willisau) 36,50. 8. Sabina Suarez (Eschenbach) und Nicole Odermatt-Müller (Obwalden) 36,50.

Turner. Kategorie 4: 1. Janik Beck (Sursee) 46,15. 2. Livio Albisser (Büron) 45,95. 3. Andreas Rindisbacher (Neuenkirch) 45,05. 4. Basil Bucher (Sursee) 44,90. 5. Ivo Theiler (Ettiswil) 44,60. 6. Silvan Huber (Rickenbach) 44,50. 7. Andri Krauer (Neuenkirch) 44,45. 8. Vivian Bokorny (Ballwil) 44,35.

Kategorie 5: 1. Lino Lang (Ballwil) 46,25. 2. Pascal Bättig (Altbüron) 45,50. 3. Fabio Häfeli (Rickenbach) 45,40. 4. Manuel Fischer (Triengen) 45,10. 5. Nico Wanner (Neuenkirch) 44,90. 6. Manuel Bissegger (Nebikon) 44,85. 7. Elia Bucheli (Ettiswil) und Remo Hodel (Neuenkirch), je 44,70.

Kategorie 6: 1. Nicola Hüsler (Rickenbach) 47,90. 2. Luca Gartenmann (Rickenbach) 47,50. 3. Martin Stäubli (Luzern) 46,40. 4. Thomas Bättig (Reiden) 45,95. 5. Manuel Bernet (Altbüron) 45,85. 6. Jonathan Arnold (Ballwil) 45,70. 7. Livio Tatschl (Malters) 45,45. 8. Stefan Gross (Luzern) und Simon Lindemann (Büron), je 45,35. 10.

Kategorie 7: 1. Fabio Gasser (Luzern) 48,85. 2. Christian Hofstetter (Ettiswil) 46,70. 3. Mario Meier (Luzern) 46,35. 4. Kilian Fischer (Grosswangen) 45,80.

Männer: 1. Patrick Wyss (Reiden) 47,70. 2. Christoph Hüsler (Rickenbach) 47,35. 3. Fabian Kugler (Roggliswil) 45,90. 4. Sämi Ruckstuhl (Roggliswil) 45,35. 5. Kurt Brühlmann (Ettiswil) 45,25.

Rangliste: www.turnverband.ch