Ansturm auf den Helveticman-Triathlon: Der Anlass erreicht bereits die Obergrenze

Bei idealem Wetter geht die dritte Ausgabe des Helveticman-Triathlons über die Bühne. Coronabedingt mit einem Teilnehmer-Rekord, da viele andere Veranstaltungen aus dem Triathlon-Kalender gestrichen worden sind.

Daniel Gerber
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Nach dem Schwimmen geht es auf das Rad und danach auf den Laufweg nach Melchsee-Frutt.

Nach dem Schwimmen geht es auf das Rad und danach auf den Laufweg nach Melchsee-Frutt.

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Der Fünf-Jahresplan kann bereits nach der dritten Ausgabe ad acta gelegt werden: Bei der ersten Ausgabe im Jahr 2018 starteten 40 Teilnehmer, 80 waren im vergangenen Jahr dabei, und im Fünf-Jahresplan waren 100 Starter für das Jahr 2020 vorgesehen.

Aufgrund der Covid-19-Situation wurden jedoch viele andere Wettbewerbe abgesagt, wodurch der Helveticman-Wettbewerb für viele Athleten ins Zentrum des Interesses rückte. 250 Personen aus mehreren Ländern waren dabei – dadurch ist die Kapazitätsgrenze dieses Zentralschweizer-Wettkampfs erreicht. «Wir waren Nutzniesser aller anderen Events», bilanziert Peter Ackermann, der gemeinsam mit Dianna Ineman als Race-Direktor amtet. «Dies obschon unser Anlass von den Höhenmetern sehr extrem ist.»

Teilnehmer vor der Aufgabe bewahrt

Gestartet wurde über zwei verschiedene Triathlon-Distanzen: Zwei Kilometer schwimmend in Stansstad im Vierwaldstättersee folgten 90 Kilometer (respektive 53 km) auf dem Rad und anschliessend 21 Kilometer (respektive 13,2 km) Laufen mit Ziel in Melchsee-Frutt. Dazu wurde ein Halb-Marathon mit Start und Ziel in Melchsee-Frutt durchgeführt.

Anders als in der Nicht-Coronazeit entdecken aber neben den Sportlern plötzlich viel mehr Menschen die Natur innerhalb der Schweiz: «Plötzlich sind viel mehr Wanderer in diesem Gebiet unterwegs. Damit mussten wir umgehen können.» Negative Stimmen gab es nicht, im Gegenteil «sie waren sehr interessiert», beobachtete Ackermann.

Peter Ackermann, der an mehreren Dutzend Ironman-Wettbewerben startete und etliche Triathlons und Ultraläufe mitorganisiert hatte, lancierte mit seinem Team den Helveticman als Besonderheit: «Wir arbeiten seit 20 Jahren bei internationalen Rennen mit. Mit dem Helveticman haben wir etwas zusammengestellt, welches das Gute aus allem nimmt.»

Zu den Besonderheiten gehört, «dass jeder Meter selbstständig und allein geschafft wird. Es gibt keinen Windschatten, nichts.» Die Finisher geniessen einen fantastischen Ausblick, «der Rang ist nicht so wichtig. Viele sagten, dass sie nicht dachten, dass sie es schaffen würden.» Jemand wollte sogar schon beim Schwimmen aufgeben. «Ich ermutigte die Person – sie war extra aus Frankreich angereist – weiterzumachen, sie konnte ja immer noch Velofahren.» Es gab rund fünf solche Beispiele, diese konnten ausser Konkurrenz immer noch weitermachen. «Andere Veranstalter kennen das nicht, bei uns steht das Erlebnis im Vordergrund.»

Zwei Unfälle gehen glimpflich aus

Vieles hängt bei einer solchen Veranstaltung vom Wetter ab, immerhin erfolgt der Start um 7 Uhr, das Ziel muss bis 18 Uhr erreicht werden, die Sportler kämpfen also bis zu elf Stunden unter freiem Himmel. «Das Wetter kann man nicht beeinflussen, doch es war ideal, nicht zu kalt und nicht zu heiss.»

Zu beklagen waren zwei kleinere Unfälle. «In einem Fall fuhr ein Fahrradfahrer einen Berg hinunter, und einer unserer Teilnehmer kam ihm entgegen – und beide wurden von einem Auto überholt. Es fuhren also plötzlich vier Verkehrsteilnehmer nebeneinander. Das eine Auto drängte dann unseren Teilnehmer gegen den Felsen, er verletzte sich dabei am Arm.» Peter Ackermann: «Die Leute unterzeichnen eine Haftungserklärung, doch natürlich fühlt man sich dennoch verantwortlich. In beiden Fällen ging es glimpflich aus, und die Teilnehmer konnten ihre Rennen beenden.»

Glücklich sei man über die Coronalage nicht. «Man kennt sich in der Szene, im März mussten international viele Organisatoren absagen. Wir entschieden uns dazu, die Veranstaltung dennoch auszurichten und den Start vom Juli in den September zu verschieben», erläutert Peter Ackermann. «Als kleine Organisation sind wir flexibler als grössere Veranstalter.»

Mit 250 Startern ist jedoch die Kapazitätsgrenze erreicht, unter anderem durch die ganze Logistik, so müssen beispielsweise die Finisher von Melchsee-Frutt nach Stansstad zurückgefahren werden.