Andri Struzina triumphiert auf dem «Höllengerät»

In Zug hat sich die Schweizer Ruderelite zum Kräftemessen auf dem Ergometer getroffen.

Simon Scheurer
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Der Steinhauser Andri Struzina (links) verteidigt den Meistertitel in der Kategorie Leichtgewichte.

Der Steinhauser Andri Struzina (links) verteidigt den Meistertitel in der Kategorie Leichtgewichte.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 25. Januar 2020)

Wenn man noch nie an einer Schweizer Meisterschaft auf dem Ruderergometer war, kommt einem Geschehen schon etwas komisch vor. Etliche Athletinnen und Athleten verausgaben sich dermassen, dass sie nach dem Rennen vor Erschöpfung kaum von selber aufstehen können, einige andere werden sogar vom Sanitätsdienst weg begleitet. Dazu kommen der Lärm der Zuschauer und das Rauschen von bis zu 40 Ergometer pro Rennen.

So würde man sich eine Ruderhölle vorstellen können. Vielleicht wird darum das Ergometer von Profis schon mal als Höllengerät beschrieben. Wer schon mal auf einem solchen Gerät sass, kann sich vorstellen, wie sehr man sich verausgaben kann. Daniel Schaer, der OK-Chef der Schweizer Meisterschaft in Zug, ist mit dem Anlass und seinem Team hoch zufrieden und meint zu der angesprochenen Hölle: «Was auf den ersten Blick heftig aussieht, ist nach kurzer Zeit gar nicht mehr so schlimm. Nach den Rennen sind die Athletinnen und Athleten stark übersäuert, weil sie an ihre Leistungsgrenzen gehen. Nach fünf Minuten geht es den meisten wieder gut, schliesslich ist auch das Training darauf ausgerichtet.»

Zwei weitere Podestplätze für Zuger

Anscheinend unbeeindruckt von alldem zeigten die Zuger Kadermitglieder sich von ihrer besten Seite. Der Steinhauser Andri Struzina, seines Zeichens Titelverteidiger in der Kategorie Leichtgewichte, liess von Anfang an keine Zweifel daran, seinen Titel erfolgreich zu verteidigen. Die virtuellen Rennen werden auf Grossleinwand gezeigt, wo jedes Ergometer als Boot mit Nummer dargestellt wird. Struzina vom See-Club Zug startete souverän und setzte sich von Beginn weg an die Spitze. Bis zur Hälfte des Rennens war er sogar daran, seinen Schweizer Rekord vom letzten Jahr zu brechen. Es fehlten ihm am Ende lediglich 1,2 Sekunden auf seine Bestmarke. Ebenfalls auf das Podium schaffte es sein Klubkollege Matthias Fernandez aus Baar, dies dank der drittschnellsten Zeit. Komplettiert wurde die herausragende Zuger Teamleistung bei den Leichtgewichten durch Gian Struzina auf dem fünften Rang.

Der Zuger Trumpf bei den leichten Frauen war keine Unbekannte. Patricia Merz konnte sich einmal mehr an den Swiss Rowing Indoors auszeichnen lassen. Die Schweizer Meisterin von 2017 musste sich nur Fréderic Rol (Lausanne Sports) und Sofia Méakin (Vésenaz) geschlagen geben. Das Trio macht das Podium in wechselnder Reihenfolge jeweils unter sich aus. Zum ersten Mal gelang es dieses Jahr Méakin, sich das oberste Treppchen zu ergattern – und wie: Sie pulverisierte den Rekord von Rol aus dem letzten Jahr gleich um fünf Sekunden.

In der offenen Kategorie klassierte sich Roman Rössli vom Seeclub Sempach auf dem 5. Rang. Zum sechsten Mal in Serie holte sich Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron) den Titel. Jeannine Gmelin (RC Uster) siegte bei den Frauen.

Alle Resultate sind unter www.rowingindoors.ch zu finden.