Der KTV Altdorf muss jetzt reagieren

Durch die Niederlage zum Auftakt der Abstiegsrunde steht der KTV Altdorf bereits unter Druck. Gegen West HBC muss nun ein Sieg her.

Urs Hanhart
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Altdorfs Spielertrainer Mario Jelinic will mit seinem Team auf die Erfolgsspur zurückkehren.

Altdorfs Spielertrainer Mario Jelinic will mit seinem Team auf die Erfolgsspur zurückkehren.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 2. November 2019)

«Es gibt keine leichten Gegner. Mit halbem Einsatz oder einer schwachen Leistung kann man keine Spiele gewinnen», das hatte Altdorfs Spielertrainer Mario Jelinic im Vorfeld der Relegationsrunde gesagt. Diese Worte haben sich im Startspiel gegen Dagmersellen bereits bewahrheitet. Die Urner gingen sang- und klanglos mit 30:34 unter. Und dies gegen ein Team, das sie in der Qualifikation noch zweimal besiegt hatten.

«Wir sind nicht an der Stärke des Gegners gescheitert», bilanzierte Jelinic treffend. Tatsächlich liess vor allem die Defensivleistung zu wünschen übrig. Die Abwehrkette agierte viel zu lasch. Hinzu kam noch, dass gleich beide Torhüter einen schwachen Tag einzogen, konnten sie doch nur etwa jeden fünften gegnerischen Wurf unschädlich machen. Dadurch resultierten auch fast keine Ballgewinne für schnelle Gegenstösse.

Gastspiel bei einem Underdog

Morgen Samstag wird sich zeigen, ob dieser sicherlich nicht budgetierte Taucher nur ein Ausrutscher war. Die KTV-Truppe muss um 18 Uhr auswärts in der Marcolet-Halle in Crissier zum zweiten von insgesamt zehn Abstiegsspielen antreten. Beim Gastspiel in der Romandie gilt sie als klarer Favorit. Gastgeber West HBC ist zumindest auf dem Papier die schwächste Mannschaft in der sechs Teams umfassenden Abstiegsgruppe 3. In der Qualifikation konnten die Westschweizer nur drei von 14 Spielen siegreich gestalten. Mit dieser mageren Ausbeute landeten sie in der Erstligagruppe 4 abgeschlagen auf dem letzten Platz. In die Abstiegsrunde ist das Team aus der Nähe von Lausanne sogar noch schlechter gestartet als Altdorf. Es hat bereits zwei Partien ausgetragen und beide deutlich verloren. Gegen Visp setzte es eine 21:24-Auswärtsniederlage ab, und gegen Wacker Thun II ebenfalls auswärts gar eine 16:27-Schlappe. West HBC steht also bereits ziemlich stark unter Druck und muss im ersten Heimspiel unbedingt punkten, um nicht schon früh stark ins Hintertreffen zu geraten.

Das Team von Jelinic hat eine weitaus bessere Bilanz vorzuweisen, vermochte es doch zehn der 14 Hauptrundenspiele für sich zu entscheiden. Vom spielerischen Potenzial her sind die Urner weitaus stärker einzuschätzen als ihr morgiger Gegner. Allerdings treffen sie auf einen Konkurrenten, der sich sicherlich mit Händen und Füssen gegen einen weiteren Nuller wehren wird und wohl vor allem seine Kampfkraft in die Waagschale werfen dürfte. Für die Altdorfer wäre ein Sieg nur schon deshalb sehr wichtig, weil mit Wohlen in der dritten Runde ein Gegner in der heimischen Feldli-Arena gastiert, gegen den sie sich in der Hauptrunde sehr schwertaten. Im Hinblick auf dieses Duell könnten die Urschweizer mit einem Erfolg ihre Moral wieder aufmöbeln.