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«Ein Freudentag für den SC Kriens»

Ein Regierungsrat, der die Welle initiiert, ein Pfarrer, der Klarinette spielt und 2500 Besucher, die dem Präsidenten applaudieren: Der SC Kriens bat zur stimmungsvollen Einweihung seines neuen Sportzentrums im Kleinfeld.
Stephan Santschi
Der neue Kunstrasen des Kleinfeld-Stadions im Sonnenlicht. (Boris Bürgissser (Kriens, 13. Oktober 2018))

Der neue Kunstrasen des Kleinfeld-Stadions im Sonnenlicht. (Boris Bürgissser (Kriens, 13. Oktober 2018))

«Und nun jubelt, als ob euer Team im Cupfinal in der 90. Minute das Siegestor geschossen hätte. Denn ohne ihn wären wir heute nicht hier.» So forderte der Speaker die rund 2500 Zuschauer zum Applaus für Werner Baumgartner auf. Er, der Präsident des SC Kriens, gilt als Klubsanierer und Initiator des neuen Kleinfeldstadions, das am Samstag eineinhalb Jahre nach dem Spatenstich offiziell eingeweiht worden ist. Ganz so laut wie bei einem enthusiastisch gefeierten Torerfolg wurde es zwar nicht, dennoch provozierte die Ehrerbietung Gänsehaut und liess einen sichtlich gerührten Baumgartner kurz darauf sagen: «Es ist ein Freudentag. Ein Freudentag für die Gemeinde, den SC Kriens und für den Sport in der gesamten Zentralschweiz. Wenig Geld und ganz viel Herz – das ist der SCK!»

Wie gross das Herz vieler für den Verein ist, zeigte sich bei der Finanzierung, als über 1000 Menschen in der grössten Crowdfunding-Aktion der Schweizer Sportgeschichte 280'000 Franken spendeten. 30 Millionen Franken hat der Komplex aus Stadion und Mantelnutzung insgesamt gekostet, Hauptinvestorin und Eigentümerin ist die Luzerner Pensionskasse. Herausgekommen ist ein schmuckes, zweckdienliches und nicht überdimensioniertes Stadion mit einer Kapazität von 3500 Plätzen. Davon konnten sich am Freitag und Samstagvormittag alle Interessierten bei einem Augenschein selber überzeugen. Ein Senior schien sich derart auf den Tag der offenen Tür zu freuen, dass er bei der Einfahrt auf den Parkplatz gleich die Barriere aus den Angeln riss.

Garderoben und Materialraum im Untergeschoss, öffentliches Restaurant und Tribüne im Parterre sowie Fitnesscenter und Klassenräume der Sportschule Kriens im 1. Stock durften in einem Rundgang besichtigt werden. Bemerkenswerte Zahlen traten zu Tage, etwa dass der Kunstrasen 53 Millionen Faserhalme beinhaltet, dass 60 Kilometer Stromkabel und 4 Kilometer Wasserleitungen verlegt oder 30'000 Tonnen Glas verbaut wurden, und dass für die Baustelle insgesamt 18 000 Kubikmeter Aushub abtransportiert worden waren – das entspricht etwa dem Fassungsvermögen von 12'800 Kindersandkasten.

Junioren freuen sich über Kunstrasen und warme Dusche

Was es zu sehen gab, stiess auf grossen Anklang. «Es ist ziemlich weitläufig, mir gefällt die moderne Einrichtung», meinte beispielsweise Franziska Gilli (27) aus Kriens. Wie ihr Vater Hansjörg (58) und viele andere kleidete sie sich in das grünweisse Stadionbauer-Shirt, mit dessen Kauf man die Ausstattung des neuen Kleinfelds direkt unterstützte. «Der Abschied vom alten Stadion löste bei mir keine grossen Emotionen aus. Vielmehr habe ich mich auf das Neue gefreut», erklärte Hansjörg Gilli, der seit über 30 Jahren die Heimspiele des SCK besucht. Ähnlich positiv nahmen auch die Junioren die Veränderungen auf. «Bisher konnten wir immer mit warmem Wasser duschen, das war im alten Stadion manchmal nicht möglich», erklärte der 13-jährige Nico. «Auf dem Kunstrasen kann ich als Goalie besser hechten», befand der 8-jährige Dario. Nur einen Aspekt beurteilte Stadionbesucher Hansjörg Gilli etwas kritisch: «Die Akustik ist nicht so toll, meine La-Cucaracha-Hupe hört man kaum.» An der Eröffnungszeremonie war sie aber ausgezeichnet, die Atmosphäre, dafür sorgte der Verein mit einem speziellen Aufmarsch.

Angeführt von der Krienser Harmoniemusik und vier Fahnendelegationen traten 320 Junioren mit ihren Betreuern auf den Platz. Eine erstaunliche Anzahl, erst recht in Anbetracht der Tatsache, dass sie nur etwa die Hälfte aller Fussballspieler umfasst, die künftig die Anlage nutzen werden. Krienser Trychler und Geisslechlöpfer sorgten für urchige Momente, später initiierte der Luzerner Regierungsrat Paul Winiker (SVP) nach seiner Gastrede fünfmal die Welle, ehe der ehemalige Zirkuspfarrer Ernst Heller im Anschluss an die Segnung noch zur Klarinette griff, um seine Version des Wild-Cat-Blues darzubieten.

SC Kriens verliert Testmatch gegen die Grasshoppers

Ein wenig auf die Stimmung drückte lediglich der offizielle Eröffnungsmatch zwischen dem SCK und den Grasshoppers, der mit 1:3 an die von Thorsten Fink trainierten Zürcher ging (siehe Kasten). Nach dem 0:1 gegen Schaffhausen und dem 2:2 gegen Vaduz in der Meisterschaft wartet der Challenge-League-Klub damit weiter auf den ersten Sieg in seiner neuen Heimat. Die Zeit für ausgelassenen Jubel wird im neuen Kleinfeldstadion aber sicher noch kommen.

Weshalb GC und nicht Gladbach in Kriens spielte

Im Rahmen des Eröffnungsfestes im Sportzentrum Kleinfeld verlor der SC Kriens ein Freundschaftsspiel gegen die Grasshoppers nach guter Gegenwehr mit 1:3. Eigentlich hätte der FC Luzern als Gegner dem Anlass besser entsprochen. «Wir haben die Luzerner auch angefragt, doch sie wollten lieber nicht. Aufgrund der Länderspielpause haben sie viele Absenzen, zudem hat die U21-Equipe ein Spiel, weshalb sie das Kader nicht mit Junioren auffüllen konnten», erklärte SCK-Sportchef Bruno Galliker. GC sei eine gute Alternative, «immerhin handelt es sich hierbei um den Rekordmeister». Galliker verheimlichte aber nicht, dass man sich zunächst im Ausland nach einem attraktiven Kontrahenten umgeschaut hatte. Und dabei eigentlich auch fündig geworden war: «Mit Borussia Mönchengladbach waren wir uns einig. Dann aber erfuhr Trainer Dieter Hecking von unserem Kunstrasen und sagte ab. Die Verletzungsgefahr sei zu gross.» Kunstrasen sind im deutschen Profifussball noch immer ein Tabu. (ss)

Kriens – Grasshoppers 1:3 (0:2) Kleinfeld. – 2500 Zuschauer. – SR Superczynski. – Tore: 4. Lavanchy 0:1. 16. Bajrami 0:2. 58. Cirelli 1:2. 79. Cvetkovic 1:3. – Kriens: Osigwe (46. Brügger); Urtic (46. Röthlisberger), Elvedi (73. Kurmann), Fanger, Mijatovic (62. Rüedi); Hasanaj (46. Wiget); Siegrist (62. Kleiner), Bürgisser (46. Cirelli), Selmani (46. Schilling), Costa (62. Ulrich); Seferagic (46. Chihadeh). – Grasshoppers: Saipi; Cvetkovic, Ajeti, Diani; Lavanchy (46. Lika), Taipi (73. Kastrati), Holzhauser, Doumbia (46. Arigoni); Bajrami (81. Aliu); Bahoui (73. Rustemoski), Sukacev (73. Nyangi).

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