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REF IM STRESS: Wenn Schiedsrichter ausrasten

Schiedsrichter werden oft Opfer von Aggressionen – teils werden sie aber auch selbst zu Tätern. Wir haben nach dem schlagzeilenträchtigen Ausraster eines Schiedsrichters in Frankreich die krassesten Beispiele zusammengestellt.

Ein Angriff von Paris Saint-Germain rollt. Schiedsrichter Tony Chapron, von Beruf Polizist, eilt der Aktion hinterher – genauso wie Nantes-Verteidiger Diego Carlos. Die Wege der beiden kreuzen sich, es kommt zum Zusammenstoss. Der Schiedsrichter fällt zu Boden und tritt dem Nantes-Spieler beim Aufstehen gegen das Schienbein. Dann schickt er Carlos mit der zweiten gelben Karte vom Platz. Diese Szene sorgt in Frankreich für heisse Diskussionen. Auch, weil Chapron danach behauptete, er habe den Spieler unabsichtlich getreten. Millionen TV-Zuschauer sahen, dass dies nicht der Fall gewesen war. Chapron ist aber nicht der einzige Spielleiter, der auf dem Platz die Nerven verlor.

«Arschloch»: Schiedsrichter Erlachner beleidigt GC-Star

April 2013, Zürcher Letzigrund: Die Grasshoppers spielen gegen Thun und verlieren 0:2. Schiedsrichter Pascal Erlachner, damals 33-jährig, beleidigt GC-Captain Vero Salatic kurz vor dem Abpfiff als «Arschloch». Vorangegangen ist ein Wortgefecht zwischen den beiden. Erlachners Entschuldigung nimmt Salatic erst zwei Tage später an. Auch das hiesige Eishockey hatte seinen «Arschloch»-Skandal – 2009 betitelte Schiedsrichter Danny Kurmann Kloten-Goalie Ronnie Rüeger so.

Massimo Busacca pfiff bis zu seinem Rücktritt 2011 viele internationale Spiele. Das hinderte ihn nicht daran, in der Provinz die Nerven zu verlieren: Im Herbst 2009 liess sich der Tessiner beim Cupmatch Baden – YB dazu hinreissen, den YB-Fans den Stinkefinger zu zeigen. Zuvor hatten die Anhänger den Schiedsrichter mit Beleidigungen eingedeckt.

Schiedsrichter mit Handschellen

Während hierzulande Beleidigungen von Schiedsrichtern für Skandale sorgen, treten Spielleiter in anderen Regionen der Welt sogar mit Waffen in Aktion. So in Brasilien: Als Gabriel Murta in einem Spiel bedrängt wird, geht er in die Kabine. Zurück kommt der Polizist mit einer Waffe, um sich notfalls verteidigen zu können. Ebenfalls in Brasilien schreitet Schiedsrichter Camilo Eustaquio de Souza zu seiner Trainingstasche am Spielfeldrand, nachdem er von einem Akteur ­einen Faustschlag kassiert hat. Er kramt eine Waffe und Handschellen hervor und kehrt damit auf den Platz zurück. Der Mann, ebenfalls Polizist, gibt später zu Protokoll, er habe den Spieler verhaften wollen. Dieser ist allerdings bereits aus Angst über den Stadionzaun geklettert und hat sich in einer Garderobe versteckt.

Daniel Walt

Bilder und Videos auf www.tagblatt.ch/5189847

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