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Mit Tunneltrick: Routen-Änderung an der Tour de Suisse

Der Gotthard bleibt trotz des Felssturzes in der Schöllenenschlucht im Programm der Tour de Suisse. Statt von Norden werden die Fahrer den Pass nun über die Tremola von Süden her erklimmen.

Simon Steiner, Bern
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Der Topsprinter John Degenkolb hat an der Tour de Suisse guten Chancen auf einen Etappensieg.

Der Topsprinter John Degenkolb hat an der Tour de Suisse guten Chancen auf einen Etappensieg.

Keystone

Der Felssturz in der Schöllenenschlucht vor zwei Wochen hat die Veranstalter der Tour de Suisse ins Schwitzen gebracht. Weil die Strasse zwischen Andermatt und Göschenen wegen der latenten Gefahr weiterer Felsabbrüche bis auf weiteres gesperrt ist, kann die dritte Etappe nicht wie geplant von Brunnen über den Gotthardpass nach Olivone geführt werden.

Nun steht die Alternative fest: Nach dem regulären Start in Brunnen, wo zahlreiche Festivitäten rund um die Tour geplant sind, wird der Tross per Autotransfer durch den Tunnel zum Flugplatz Quinto gebracht, wo nochmals neu gestartet wird. Von dort führt die Strecke neu über die Pflasterstein-Serpentinen der Tremola zum Bergpreis und Wendepunkt auf dem Gotthardpass – und dann via Magadino-Ebene und Bleniotal zum Ziel nach Olivone.

Gleich gebliebener Charakter

«Es war uns wichtig, dass der Gotthard im Programm bleibt», sagt Tour-Generaldirektor Olivier Senn, der mit seinem Team in Zusammenarbeit mehrere Alternativen geprüft hat. «Die nun gewählte Variante hat sich als einzige sinnvolle und praktikable Lösung herauskristallisiert.»

Der Charakter dieser Tour de Suisse – der ersten nach dem Veranstalterwechsel von IMG zu Infront-Ringier – verändert sich damit nicht wesentlich.

Die Gotthard-Etappe ist neben der Königsetappe nach Sölden zum auf fast 2700 m gelegenen Rettenbachgletscher das anspruchsvollste Teilstück der Schweizer Landesrundfahrt. Der Start zur 79. Tour de Suisse erfolgt am Samstag 13. Juni mit einem Prolog in Risch-Rotkreuz, den Abschluss macht gut eine Woche später ein Zeitfahren in Bern.

Das Treffen der Topsprinter

Obwohl die Hauptanwärter auf den Sieg bei der Tour de France fehlen, werden gemäss provisorischer Meldeliste einige starke Rundfahrer an den Start gehen. Zu den Favoriten auf den Gesamtsieg zählen unter anderem der letztjährige Tour-de-France-Dritte Thibaut Pinot (Fr), Jürgen van den Broeck (Bel), Simon Spilak (Slk), Jakob Fuglsang (Dä) sowie die beiden Polen Rafal Majka und Michal Kwiatkowski.

Daneben kommt es bei der Tour de Suisse zum Rencontre der besten Sprinter des Frühjahres. Der Brite Mark Cavendish trifft im Kampf um Etappensiege unter anderem auf Alexander Kristoff (Nor), John Degenkolb (De), Peter Sagan (Slk) und Michael Matthews (Aus). Das zehnköpfige Schweizer Aufgebot wird angeführt durch Fabian Cancellara, wobei auch weitere Fahrer wie Michael Albasini, Martin Elmiger oder Silvan Dillier auf einen Etappensieg aspirieren dürfen.

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