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RAD: Hinter Albasini die Nummer zwei

Radprofi Reto Hollenstein hat in den bisherigen Rennen beim neuen Arbeitgeber Katusha-Alpecin überzeugt. Für den Sirnacher ist klar: Auch wenn er schon gut gefahren ist, zählt nur, was er heute zu leisten vermag.
Urs Huwyler
Reto Hollenstein überzeugt in seinem neuen Team mit uneigennütziger Helferarbeit. (Bild: PD)

Reto Hollenstein überzeugt in seinem neuen Team mit uneigennütziger Helferarbeit. (Bild: PD)

Urs Huwyler

sport@thurgauerzeitung.ch

Die folgende Sportfrage könnte bei «Wer wird Millionär?» zum Schluss eingespielt werden: «Ein Schweizer Radprofi verfügt über Nationalkader-Status. A) Stefan Küng – B) Silvan Dillier – C) Reto Hollenstein – D) Michael Albasini.» Richtig wäre C: Reto Hollenstein. Als WM-Neunter im Zeitfahren vermochte 2016 einzig der 32-jäh­rige Sirnacher vom VC Fischingen die Kriterien von Swiss Cycling zu erfüllen. Albasini, Küng, Dillier, Elmiger, Frank, Morabito, Rast, Reichenbach, Schär, Wyss und wie sie alle heissen, bilden das ­A-Kader.

Wenige Schweizer hatten eine Top-Ten-Klassierung

Reto Hollenstein selbst misst der Einstufung wenig Bedeutung zu. Obwohl wenige Schweizer Profis eine Top-10-Klassierung an der WM vorzuweisen haben. «Wichtig ist, was ich jetzt leiste und nicht, was letztes Jahr war», kennt er die Mechanismen des Spitzensports. In seinem neuen Team Katusha-Alpencin (Schweizer ­Lizenz) hat der tempofeste Thurgauer seine Verpflichtung bereits mehrfach gerechtfertigt. Nicht wenige staunten, als der pflichtbewusste Helfer auch nach 200 Kilometern das Tempo an der Spitze hochzuhalten vermochte.

Tempobolzer im Interesse des Teams

Immer wieder schloss Reto Hollenstein Lücken, stellte sich in Verfolgergruppen ohne Rücksicht auf die eigene Klassierung in den Dienst der Mannschaft. «Wie in jedem Beruf gilt es, als Angestellter die zugewiesenen Aufgaben zu erledigen und die Taktik umzusetzen. Mit Alexander Kristoff haben wir einen Weltklasse-Sprinter in der Mannschaft. Oft sind die Rennen auf ihn ausgerichtet. Siege sind das Ziel, ehrenvolle Klassierungen haben wenig Bedeutung.» Bei den alpinen Skirennfahrern wird ein 20. Weltcuprang (in einem deutlich kleineren Starterfeld) als Erfolg gefeiert, bei den Radprofis kaum wahrgenommen.

Mediales Interesse konzentriert sich auf andere

Wäre es anders, müsste Reto Hollenstein aufgrund der Leistungen seit Wochen ein Dauerthema sein. Doch das mediale Interesse konzentriert sich auf andere, ­jüngere Fahrer wie Stefan Küng oder Silvan Dillier. Obwohl de­ren ­Resultate seit Saisonbeginn nicht über dem Niveau anderer Schweizer Helfer lagen. «Stefan Küng bringt zweifellos alles mit, was es braucht, um mittelfristig vorne mitfahren zu können. Der erfolgreichste Profi ist allerdings nicht erst seit dieser Saison ­Michael Albasini. Ihn interessiert nicht, ob und was über ihn berichtet wird. Mir ist ebenfalls wichtig, dass die Teamchefs und Kollegen mit der Arbeit zufrieden sind», betont Reto Hollenstein. Was den Familienvater freut: die spürbar gestiegene Wertschätzung im internationalen Rad-Zirkus.

Leistungsgrenze ist noch nicht erreicht

Der Unterschied zu seinen Mi­carna-­Teamkollegen Michael ­Albasini/Stefan Küng: Beide verfügen über höher dotierte Ver­träge. Reto Hollensteins Aufstieg in die erweiterte Weltspitze ­dauerte etwas länger, weil er nicht von Beginn weg bei finanzkräftigen Sportgruppen unter Vertrag stand. Manche trauten ihm die kontinuierliche Leistungssteigerung auf World-Tour-Stufe oder drei Wochen Tour de France kaum zu. «Ich denke, dass ich den Zenit noch nicht erreicht habe, mich weiter verbessern kann. Der Wechsel zu Katusha war ein weiterer Schritt nach ­vorne.» Die bisherigen Rennen haben gezeigt, dass Reto Hollenstein (bester Schweizer) jederzeit sein erstes grosses Rennen gewinnen kann. Auch bei Paris–Roubaix gehörte er der Spitzengruppe an, leistete seinen Teil der Führungsarbeit, ehe ihn ein ­Kettendefekt zurückwarf. «Selbst ein derart schweres Rennen macht Spass, wenn du vorne mitfahren kannst.»

An der Tour de Romandie nicht dabei

Derzeit macht der Edelhelfer nach den Dauereinsätzen beim Tirreno–Adriatico (41.), den vier Etappen von De Panne (21.) und den Klassikern Pause. Im Zentrum steht nun die Vorbereitung auf die Tour de France. Der Wiedereinstieg folgt in Grossbritannien, die letzten Tests bilden die Kalifornien-Rundfahrt und die Tour de Suisse. An der Tour de Romandie wird Reto Hollenstein diesmal fehlen.

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