RAD: Froome übersteht Stressmoment

Vorjahressieger Chris Froome geht als Leader in die letzte Woche der 104. Tour de France. Der Brite hatte in der 15. Etappe allerdings eine brenzlige Situation zu überstehen. Bauke Mollema holte sich solo den Tagessieg.

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Der Niederländer Bauke Mollema triumphiert. (Bild: EPA)

Der Niederländer Bauke Mollema triumphiert. (Bild: EPA)

Chris Froome musste gestern im Teilstück über 189,5 km von Laissac-Sévérac L’Eglise nach Le Puy-en-Velay mehr Kraft als geplant aufwenden, um sein am Vortag zurückerobertes Maillot jaune zu verteidigen. Grund dafür war ein Hinterrad-Defekt rund 45 km vor dem Ziel, der dazu führte, dass sich der Brite fast eine Minute hinter seinen direkten Konkurrenten um den Gesamtsieg befand. «Das war ein stressiger Moment. Ich war mir nicht sicher, ob ich wieder aufschliessen kann», gab Froome zu.

Die Panne ereignete sich in einer sehr hektischen Phase des Rennens. Kurz zuvor hatte Romain Bardet sein ganzes Team eingespannt, um in einer Abfahrt seine Widersacher zu testen. Dank der Unterstützung seiner präsenten Helfer fand Froome im Aufstieg der ersten Kategorie zum Col de Peyra Taillade wieder Anschluss. Zunächst gab ihm Michal Kwiatkowski sein Hinterrad, danach leisteten Sergio Henao, Mikel Nieve und am Ende auch kurz Mikel Landa intensive Nachführarbeit. Froome vermochte zudem kurz vor der Passhöhe, von wo es noch 31 km bis ins Ziel waren, einen weiteren Angriff von Bardet zu kontern.

Vier Fahrer innerhalb 30 Sekunden

Die abschliessende Tourwoche verspricht Hochspannung. Mit Froome, der 18 Sekunden vor dem Italiener Fabio Aru liegt, Bardet (0:23 zurück) und Rigoberto Uran (0:29) sind vier Fahrer innerhalb von nur einer halben Minute klassiert. Eine vergleichbare Situation ergab sich in der jüngeren Geschichte der Frankreich-Rundfahrt nicht – beim Giro allerdings schon. Vor knapp zwei Monaten lagen in Italien vor der letzten Etappe vier Fahrer innerhalb von 53 Sekunden. Im abschliessenden Zeitfahren fuhr Tom Dumoulin noch von Rang vier auf die Topposition.

Wie der Niederländer im Giro verfügt auch Froome, der beste Zeitfahrer des Spitzenquartetts, über ein Ass im Ärmel. Am vorletzten Tourtag steht in Marseille noch eine Prüfung gegen die Uhr über 22,5 km an. Dabei wird dem Briten zugetraut, seine Konkurrenten um rund eine Minute zu distanzieren. Für Aru, Bardet und Uran heisst dies, dass sie in den zwei Alpenetappen am Mittwoch und Donnerstag weiter angreifen müssen, um noch Zeit auf Froome herauszuholen.

Mollema gelingt solo der erste Etappensieg

Mit Nairo Quintana fiel gestern einer der vor dem Auftakt als Favorit gehandelte Fahrer endgültig aus der Entscheidung. Der Kolumbianer verlor durchs Zentralmassiv fast vier Minuten und büsste drei Positionen ein. Mit 6:16 Minuten Rückstand ist er nur noch Elfter.

Der Kampf unter den Gesamtersten hatte sich weit hinter einer ursprünglich 28-köpfigen Spitzengruppe abgespielt. Deren Vorsprung stieg zwischenzeitlich auf über neun Minuten an. Früh war klar, dass der Tagessieger aus dieser Gruppe kommen würde. Die entscheidende Attacke lancierte Bauke Mollema knapp 30 km vor dem Ziel. Der 30-jährige Niederländer hielt am Ende vier Verfolger auf Distanz. «Ich war einige Male schon nahe dran. Auch heute wurde es knapp, doch endlich hat es geklappt mit dem Sieg», so Mollema. (sda)