Pyro-Vorfall bei FCSG-Spiel: Versicherung will weiterhin nicht zahlen – und zieht vor Bundesgericht

Ein Luzerner erlitt wegen einer Knallpetarde an einem Fussballspiel des FC St.Gallen gegen den FC Luzern einen dauerhaften Hörschaden. Seine Unfallversicherung wehrt sich weiter, die Folgekosten zu übernehmen. Nun befasst sich das Bundesgericht mit dem Streit.

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Die Szene ereignete sich am 21. Februar 2016 im Spiel zwischen Luzern und St.Gallen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone)

Die Szene ereignete sich am 21. Februar 2016 im Spiel zwischen Luzern und St.Gallen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone)

(avd) Kürzlich hat das Luzerner Kantonsgericht entschieden, dass die Swica dem Opfer eines Pyro-Vorfalls Taggelder und Hörgeräte zahlen muss. Mit dem Entscheid ist die Unfallversicherung nicht einverstanden: Sie zieht das Urteil ans Bundesgericht weiter. Dies zeigt die Beschwerde, die unserer Zeitung vorliegt.

Der Rechtsstreit geht auf einen Vorfall vom 21. Februar 2016 zurück. Beim Heimspiel des FC Luzern gegen den FC St. Gallen flogen Rauch- und Knallpetarden aufs Feld. Mit verheerenden Folgen für einen Luzerner: Er erlitt einen schweren Hörschaden. Seither kämpfen das Opfer und seine Unfallversicherung um die Folgekosten. Die Swica stellt sich auf den Standpunkt, die Detonation sei kein Unfall und zu wenig laut gewesen. Das Kantonsgericht sah es anders (siehe Link am Ende).

Die Swica führt nun in ihrer Beschwerde ans Bundesgericht an, das Kantonsgericht habe in seinem Urteil Bundesrecht verletzt. Strittig ist vor allem die Definition eines Unfalls, welcher zur Zahlung durch die Versicherung führt. Ein Faktor ist die Ungewöhnlichkeit des Ereignisses. Laut Swica blieb der Schallpegel der Petarde unter dem Grenzwert, was die Ungewöhnlichkeit in Frage stelle.

Luzerner Pyro-Opfer gewinnt Rechtsstreit gegen seine Versicherung

Also doch: Die Swica muss Taggelder und Hörgeräte für das Opfer des Pyrowurfs vom Fussballmatch im Jahr 2016 zahlen. So will es das Luzerner Kantonsgericht. Die Versicherung schweigt zum Rechtsstreit, der für den Opferanwalt an eine Farce grenzt.
Kilian Küttel