PUNKTEPFLICHT: Wundertüte Basel muss punkten

Manchester United genügt heute Abend in Basler in der Champions League ein Unentschieden zum vorzeitigen Sieg in der Gruppe A. Der FC Basel muss ebenfalls punkten, um die eigenen Chancen auf die Achtelfinals nicht zu beeinträchtigen.

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Zlatan Ibrahimovic steht vor seinem Champions-League-Comeback. (Bild: Dave Thompson/AP)

Zlatan Ibrahimovic steht vor seinem Champions-League-Comeback. (Bild: Dave Thompson/AP)

Im Tagesgeschäft ist die Situation zwischen Basel und Manchester United vergleichbar. Beide liegen in der heimischen Meisterschaft auf Position zwei und deutlich hinter dem Tabellenführer klassiert. Die Prominenz aus der Premier League ist jedoch auf europäischer Ebene seit über einem Jahr unbesiegt – einer beeindruckenden Serie in der Europa League folgte die perfekte Rückkehr in die Königsklasse.

Raphael Wickys Mannschaft wird also einem nächsten Stresstest unterzogen. Was gegen die Weltklasseauswahl auszurichten sein wird, ist schwer abzusehen. Manchesters Trainer José Mourinho ist nicht bekannt für Experimente. Und dass der zuletzt etwas fragilere Schweizer Meister gegen die beste Abwehr der englischen Liga eine Lücke vorfindet, ist eher unwahrscheinlich. In 18 Partien seit der Sommerpause liess Manchester United zwölfmal kein Gegentor zu.

Die Unberechenbarkeit des FC Basel

Prognosen sind im Zusammenhang mit dem FC Basel schwierig. Die Schwankungen sind beträchtlich – auch innerhalb der Spiele. Seit dem Tiefpunkt in St. Gallen, als es eine 1:2-Niederlage absetzte, hat Basel nur noch einmal verloren – das Champions-League-Heimspiel in der vergangenen Runde gegen ZSKA Moskau. Gleichwohl haben die Basler in der Liga an Terrain ­eingebüsst. Aus den ersten 15 Spielen in der Meisterschaft ­resultierten für den Dominator der vergangenen sieben Jahre 15 Punkte weniger als 2016 unter Urs Fischer. International hingegen sind die Achtelfinal-Per­spektiven paradoxerweise deutlich besser. Mit einem Punktgewinn könnte sich der FC Basel eine vorzügliche Ausgangslage für die letzte Runde sichern.

Manchester besitzt nach schwierigen Jahren und teilweise konfuser Vereinspolitik wieder das Volumen für den ganz grossen Wurf. Dem Portugiesen Mourinho steht ein Ensemble zur Verfügung, das an guten Tagen jeden Herausforderer vor Probleme stellen kann. Paul Pogba, Frankreichs kräftiger Mittelfeldmotor, die beiden technisch versierten Spanier Juan Mata und Ander Herrera oder der belgische Serientorschütze Romelu Lukaku werden allesamt den höchsten Ansprüchen gerecht.

Ibrahimovic wieder zurück im Team

Beim 4:1-Sieg gegen Newcastle kehrte am Wochenende zudem der schwedische Altmeister Zlatan Ibrahimovic sieben Monate nach seinem Kreuzbandriss zurück. Der 36-jährige Altmeister erweitert den grossen personellen Spielraum. Er peilt zusammen mit Mourinho weitere Trophäen an: «Alles ist möglich. Wir sind stärker als in der vergangenen Saison.» Im wirtschaftlichen Bereich hat der Gigant aus dem Nordwesten Englands den Vorstoss an die internationale Spitze bereits vollzogen. Nach elf Jahren verdrängte die von der US-Familie Glazer kontrollierte Organisation den Champions-League-Rekordsieger Real Madrid von der Spitze der «Money League». 689 Millionen Euro setzte die Geldmaschine nach Angaben der Buchprüfer von «Deloitte» um.

Dank der bis anhin makellosen Kampagne im europäischen Elitewettbewerb ist Manchester United erneut auf Expansionskurs. Im ersten Quartal wies der Verein die neue Umsatzbestmarke von 186 Millionen Franken aus. Die Vorwärtsstrategie wird anhalten, spätestens im Sommer ist auf dem Transfermarkt mit einer Offensivpolitik der Engländer zu rechnen. (sda)