Projekt für den Bergholz-Ausbau

Der FC Wil möchte aufsteigen. Die IGP Arena im Bergholz wird den Ansprüchen der Super League aber nicht gerecht. Ein Vorprojekt sieht 6000 Sitzplätze und eine vollständige Überdachung vor. Selbst ein Neubau wird diskutiert.

Simon Dudle
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Um in der IGP Arena Super-League-Fussball spielen zu können, überlegt sich der FC Wil, die Gegentribüne zu vergrössern, zu überdachen und mit Sitzplätzen zu bestücken. (Archivbild: Coralie Wenger)

Um in der IGP Arena Super-League-Fussball spielen zu können, überlegt sich der FC Wil, die Gegentribüne zu vergrössern, zu überdachen und mit Sitzplätzen zu bestücken. (Archivbild: Coralie Wenger)

FUSSBALL. Die neuen ambitionierten Ziele der Wiler – möglichst rasch in die Super League aufsteigen und dann sogar international spielen – klingen verheissungsvoll. Noch müssen aber einige Dinge geklärt werden, auch abseits der Resultate auf dem Feld.

Wollen sich die Wiler nicht in der St. Galler AFG Arena einmieten, ist die Infrastruktur in Wil anzupassen. Denn ein Blick in den Stadionkatalog der Swiss Football League, der bei der Lizenzerteilung herangezogen wird, zeigt: In der IGP Arena kann nicht Super-League-Fussball gespielt werden. Neben einigen kleinen Punkten wie zusätzlichen Toiletten, Verpflegungs-Buvetten und Medienplätzen braucht es für die höchste Liga vor allem zwei Dinge: eine vollständige Überdachung und über 5000 zusätzliche Sitzplätze, da mindestens 6000 vorgeschrieben sind und heute nur gut 700 bestehen.

Rückseite der Tribüne nutzen

Ein Vorprojekt hat FC-Wil-Verwaltungsrat Maurice Weber bereits im Verlauf der vergangenen Saison ausgearbeitet. Um auf die geforderten 6000 Sitzplätze zu kommen, müsste die Gegentribüne vollständig bestuhlt und etwa doppelt so hoch werden wie jetzt. Zudem sieht das Projekt vor, das ganze Stadion mit einem Dach zu versehen.

Über die Kosten will Weber noch keine Aussage machen – was auch mit weitern Plänen zusammenhängt. Eine Idee ist, die Rückseite der Gegentribüne zu nutzen. «Dann würden die Nachbarn nicht auf eine Stahlkonstruktion blicken, sondern auf eine Gebäudefront», sagt Weber. Was genau dort gemacht werden soll, ist noch offen.

Auch im Raum steht die Frage, ob gar ein Stadionneubau in Erwägung gezogen wird, um darin Europa-League-Spiele auszutragen. «Wir haben das schon mit den türkischen Investoren diskutiert. Aus meiner Sicht wäre aber optimal, ein für die Super League taugliches Stadion in Wil zu bauen und für internationale Spiele mit grösserem Publikumsinteresse nach St. Gallen auszuweichen. Zwei grosse Stadien innerhalb so kurzer Distanz zu haben, das wäre zu viel», sagt Weber.

Entscheid bis im Februar

Soweit die Pläne des FC Wil. Besprochen sind sie mit den Verantwortlichen der Stadt Wil, Eigentümerin des Sportparks Bergholz, noch nicht, was laut Weber aber gemacht werden soll. Eine Hürde dürfte sein, dass es Einsprachen gegen den Stadionausbau geben wird. So darf davon ausgegangen werden, dass nächsten Sommer die IGP Arena noch nicht ausgebaut ist.

Auf die Lizenzerteilung hat dies keinen Einfluss. Bis zur Lizenzeingabe im nächsten Februar müssen die Vereinsverantwortlichen, so der Aufstieg dann effektiv ein Thema ist, ein bewilligungsfähiges Projekt vorweisen können. Von der Stadt Wil müsste ein solcher Ausbauantrag auch gezeichnet sein.