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PREMIERE: Zenhäusern nutzt den Heimvorteil

Marcel Hirscher gewinnt im elften Anlauf zum ersten Mal den Weltcup-Slalom in Wengen. Während es für den Österreicher erstmals zum Sieg reichte, verpasste Ramon Zenhäusern als überraschender Vierter seinen ersten Podestplatz hauchdünn.

Manche verspüren vor Heimpublikum zusätzlichen Druck. Nicht so Ramon Zenhäusern. Der Zwei-Meter-Mann aus dem Wallis findet in Rennen in der Schweiz stets zusätzliche Motivation. Es erstaunt deshalb nicht, dass er schon sein bisheriges Bestergebnis im Weltcup vor zwei Jahren mit einem siebten Rang im Slalom von Adelboden erreicht hatte. In Wengen war Zenhäusern, der sich vor Wochenfrist das Olympia-Ticket sicherte, nach halbem Pensum Sechster, im Finale machte er noch zwei Positionen gut und verpasste einen Podiumsplatz um lediglich neun Hundertstel. «Heute konnte ich zeigen, was ich drauf habe und was ich schon oft im Training gezeigt hatte.»

Zenhäuserns Leistung steht auch für die mittlerweile kompakte Schweizer Slalom-Equipe. Scheiden Teamkollegen wie Luca Aerni und Loïc Meillard im ersten Lauf aus und bleibt einer wie Daniel Yule etwas hinter den Erwartungen zurück, springt ein anderer in die Bresche. Yule, in diesem Winter schon Vierter in Levi und in Madonna di Campiglio, verpasste als Elfter wie zuvor in Zagreb und in Adelboden eine Klassierung in den Top Ten knapp.

Fünf Slalomsiege in Folge für Hirscher

Hirscher war in Wengen schon dreimal Zweiter geworden, dazu je einmal Dritter und Vierter. Im elften Anlauf klappte es nun für den Österreicher auch endlich am Lauberhorn. Die Premiere fiel überzeugend aus. Hirscher fuhr zweimal Laufbestzeit und distanzierte den zweitplatzierten Norweger Henrik Kristoffersen um 93 Hundertstel. Der Schwede André Myhrer lag als Drittklassierter schon 1,72 Sekunden zurück. Für Kristoffersen, den Slalom-Gewinner der vergangenen zwei Jahre in Wengen, war es der zehnte Podestplatz in dieser Saison. Ganz oben stand er allerdings noch nie.

Ganz anders sein grösster Konkurrent: Hirscher feierte bereits den achten Sieg in der laufenden Saison und den 53. insgesamt im Weltcup. Noch einmal muss er Erster werden, dann steht der Salzburger auf einer Höhe mit Hermann Maier. Bei diesen Zahlen geht schon fast vergessen, dass Hirscher wegen seines Mitte August erlittenen Knöchelbruchs den Grossteil der Vorbereitung verpasst hatte. Deshalb hatte er vor seiner Rückkehr in den Weltcup in Levi statt wie üblich 5000 lediglich 500 Tore in den Beinen. Im Slalom in Finnland hatte es Hirscher nur zu Rang 17 gereicht. Doch seither gab es kein Halten mehr. Sein erster Sieg in Wengen war der fünfte in Folge in diesem Winter – das hatte als zuvor Letzter Giorgio Rocca vor zwölf Jahren geschafft. Für den Italiener riss nach dem Erfolg in Wengen die Serie. Bei Hirscher scheint noch kein Ende in Sicht. Ob auf weicher Unterlage wie in Adelboden oder auf Eis wie nun in Wengen – der Österreicher lässt sich nicht vom Erfolgspfad abbringen. (sda)

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