PREMIERE: Ein neuer Sieger

Valtteri Bottas feiert im GP von Russland seinen ersten Sieg in der Formel 1. Der Finne im Mercedes lässt dank eines perfekten Starts Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen hinter sich.

David Bernold/sda
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Sebastian Vettel duscht seinen Bezwinger Valtteri Bottas. (Bilder: Pavel Golovkin/AP)

Sebastian Vettel duscht seinen Bezwinger Valtteri Bottas. (Bilder: Pavel Golovkin/AP)

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Es herrschte verkehrte Welt in Sotschi. An den vorangegangenen drei Grand-Prix-Wochenenden war den Fahrern von Mercedes im Qualifying nicht beizukommen gewesen, in Australien und in Bahrain hiess der Sieger dann aber Sebastian Vettel. Der Ferrari schien über die Distanz im Vergleich zu Mercedes stärker, dessen Vorzüge offenbar bei der Hatz über eine einzelne Runde lagen. Auf dem in den olympischen Park der Winterspiele 2014 eingebetteten Rundkurs blieb von diesen Einschätzungen nicht viel übrig. Erste Startreihe für Vettel und Räikkönen in den Ferrari, Bottas und Lewis Hamilton in den Mercedes.

Doch Valtteri Bottas strafte alle Prognostiker Lügen. Ein gelungener Start, mit dem der aus Position 3 ins Rennen gegangene Nordländer Vettel und Räikkönen auf den ersten Metern passierte – und schon verkamen die Annahmen zur Makulatur.

Bottas drückt dem Rennen den Stempel auf

Nicht Vettel oder Räikkönen drückte dem vom russischen Präsidenten Wladimir Putin vor Ort verfolgten Geschehen im Sotschi-Autodrom den Stempel auf, sondern Bottas. Er zeigte eine fehlerlose Vorstellung und darf sich fortan als fünfter Finne nach den Weltmeistern Keke Rosberg, Mika Häkkinen und Räikkönen sowie Heikki Kovalainen Grand-Prix-Sieger nennen. Bottas bewahrte auch mit Vettel im Rückspiegel die Ruhe und war jederzeit Herr der Lage. Vettel konnte sich mit dem Ausbau seines Vorsprungs in der Gesamtwertung trösten. Der im Kanton Thurgau wohnende Hesse liegt nun 13 Punkte vor Hamilton. Der Engländer musste sich hinter Räikkönen mit Rang 4 bescheiden. Bottas siegte im Stile eines Champions. Mit seinem Auftritt dürfte er Werbung in eigener Sache betrieben haben. Er lieferte seinen Vorgesetzten gute Argumente für ein längeres Engagement bei den Silbernen.

Die Fahrer des Teams Sauber spielten wie erwartet keine Rolle. Marcus Ericsson und Pascal Wehrlein belegten bei 16 klassierten Fahrern die letzten zwei Plätze.