Populär-intelligente Unterhaltung

Was die zwei Theaterschaffenden Markus Keller und Uwe Schuran an bisher acht Donnerstagabenden dem Frauenfelder Publikum vorgesetzt haben, lebt von den lokalen Bezügen und vom Moment der sich wiederholenden Programmgefässe.

Mathias Frei
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Ein durchaus heiterer Abend mit dem kaffeetrinkendenden Talkgast Martin Klöti, Stadtammann von Arbon, sowie den Gastgebern Uwe Schuran und Markus Keller. (Bilder: Mathias Frei)

Ein durchaus heiterer Abend mit dem kaffeetrinkendenden Talkgast Martin Klöti, Stadtammann von Arbon, sowie den Gastgebern Uwe Schuran und Markus Keller. (Bilder: Mathias Frei)

FRAUENFELD. Am Anfang standen Harald Schmidt und Viktor Giacobbo, später kamen Dirk Stermann und Christoph Grissemann oder Mike Müller hinzu. Entertainer von Late-Night-Shows mit oftmals hohem Unterhaltungswert. Frauenfelds «Willkommen Österreich» heisst «KellerSchuran», steht als Reihe mittlerweile in der zweiten Runde kurz vor dem Abschluss. Kommenden Donnerstag wird man die zwei Frauenfelder Theaterschaffenden Markus Keller und Uwe Schuran ein letztes Mal im vollen Restaurant Dreiegg talken, inszenieren und interaktiv-theatral erzählen sehen. Schade eigentlich.

Denn Keller und Schuran sind zwei adrett gekleidete Berichterstatter mit einem oftmals etwas kruden und abwegigen Blick auf die Dinge, welche sich in Frauenfeld, im Thurgau tagtäglich ereignen.

Noch keine «Ussuufete»

Sie flitzen auf ihren Bürostühlen hinter den massiven Tisch aus einem Gerichtssaal und künden das Thema des Abends an: Verkehr, aber nicht doppeldeutig. Von Zerfall oder «Ussuufete» noch keine Spur. Oder doch? Als es um die zwei neuen Thurgauer Hochleistungsstrassen geht, zerschneidet Keller die bisher oft verwendete Wandkarte des Kantons – gemäss Keller auseinander driftende Peripherie in Reinkultur – , um den Kanton mit den Strassen wieder zusammenzukleben. Das gibt zu lachen. Und sowieso gibt's viel zu lachen in den 95 Minuten ohne Pause, aber mit schmissigen Musikzwischenspielen der «Frischen Fische». Keller und Schuran spielen einen populären Humor, den sie nur ganz selten erzwingen. Vielmehr schaffen sie es sogar, das Publikum mit wiederkehrenden Gefässen und Inhalten zu erziehen.

Agentin Fionas (die junge Frauenfelder Videofilmerin Fiona Käppeli) Filmbeitrag zur Frauenfelder Kreisellandschaft kommt mit der Off-Musik schon beinahe hypnotisch daher und hat seine Wirkung als absurdes Schmankerl im Reigen. Presseschau – immer mit bissigen Spitzen – und Veranstaltungshinweise rahmen den Abend. Serielle Inhalte wie Regierungsrat Stark, Mister Luca Ruch oder die Delphine aus dem Connyland geben dem Abend gleichermassen Struktur wie Reporter Sägesser (Schuran), das thematische Mostindien-Rezept, die Live-Synchronisation von Filmbeiträgen, die Schaltung nach Kufstein («alles beim alten, zurück nach Frauenfeld») oder Kellers Liedbeitrag, dieses Mal eine grossartige «Country Roads»-Adaption.

Beschwingter Oberthurgauer

Und der Abend steht und fällt mit dem Gast. Arbons beschwingter Stadtammann Martin Klöti kann satirisch einstecken und behauptet sich so gut, dass Schuran irritiert nachfragen muss, ob Klöti das Gesagte ironisch gemeint habe. So muss es sein.

Zum letzten Mal «KellerSchuran»: Do, 22.12., 21.00, Dreiegg