PLAYOFF-HALBFINAL
2:4-Heimniederlage gegen Zug: Rapperswil steht mit dem Rücken zur Wand

Rapperswil-Jona zeigt sich im Vergleich zum ersten Halbfinalspiel in Zug deutlich verbessert. Weil die St.Galler aber fahrlässig mit ihren Chancen umgehen, gehen sie erneut als Verlierer vom Eis. Damit liegen die Ostschweizer in der Best-of-Five-Serie nun mit 0:2 zurück.

Tim Frei
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Rapperswils Rajan Sataric (Mitte) und Martin Ness kämpfen mit Zug-Stürmer Gregory Hofmann um den Puck.

Rapperswils Rajan Sataric (Mitte) und Martin Ness kämpfen mit Zug-Stürmer Gregory Hofmann um den Puck.

Bild: Gian Ehrenzeller / Keystone

Rapperswil-Jona zeigte die geforderte Reaktion auf die klare Niederlage im ersten Halbfinalspiel gegen Zug: Die St. Galler legten die Ehrfurcht vor dem haushohen Favoriten ab, hielten mit einer gesunden Härte dagegen, verschafften sich mehr Offensivaktionen – und agierten auch in der Defensive deutlich stabiler. Nur: Für einen Sieg reichte es auch dieses Mal nicht.

Die Gründe sind schnell gefunden – mangelhafte Effizienz und fehlendes Abschlussglück. Es fehlten also jene zwei Qualitäten, welche massgeblich zum ersten Halbfinaleinzug seit 15 Jahren beigetragen haben. Die Zuger dagegen bewiesen mit ihrer Entschlossenheit und ihrem starken Rückhalt Leonardo Genoni, dass sie zurecht der meistgenannte Kandidat auf den Meistertitel sind.

Rowe bringt Rapperswil-Jona mit feiner Einzelleistung in Führung

Rapperswil startete schwungvoll in die Partie und erspielte sich ab der zehnten Minute ein Chancenplus. Bis zum verdienten Führungstreffer mussten sich die St.Galler aber bis kurz vor der ersten Pause gedulden: Captain Andrew Rowe traf mit einer sehenswerten Einzelleistung. Überraschend war, wie wenig Gegenwehr die Zuger Defensive dabei leistete. Dass ein Spieler gleich so viele Freiheiten geniesst – im Playoff hat dies Seltenheitswert.

Das 1:0 nach 20 Minuten war aus Rapperswiler Sicht ein zu knapper Vorsprung. Beste Chancen auf weitere Treffer hatten zum Beispiel Marco Lehmann und Steve Moses, die den Puck aus kurzer Distanz neben das Tor setzten.

Zuger Doppelschlag innert 47 Sekunden als Kehrtwende

Wie man seine Möglichkeiten eiskalt ausnutzt – dies zeigten die Zuger nach Wiederanpfiff: Mit einem Doppelschlag innert 47 Sekunden drehten sie die Partie. Zuerst war es Gregory Hofmann, der im Powerplay reüssierte. Dann gelang Nick Shore nach einem groben Fehler von Rapperswils Moses die erstmalige Führung. Doch die Ostschweizer liessen sich auch von diesem Rückschlag nicht beirren und boten Zug weiter Paroli.

Umso bitterer das 1:3 durch Zugs Justin Abdelkader – es war ein in der Entstehung eher glückliches Tor. Wobei Goalie Melvin Nyffeler keine allzu gute Figur machte. Roman Cervenkas Anschlusstor zum 2:3 keine Minute später brachte zwar nochmals Spannung zurück. Doch schliesslich machte Zug mit einem weiteren Überzahltreffer (43.) durch Lino Martschini zum 4:2 alles klar.

Noch nie eine Playoffserie nach 0:2-Rückstand gewonnen

Rapperswil-Jona steht nun also mit dem Rücken zur Wand in diesem Playoff-Halbfinal gegen Zug. Die St. Galler müssten jetzt die nächsten drei Partien gewinnen. Den Zentralschweizern dagegen fehlt noch ein Sieg zum Finaleinzug. Die Ostschweizer werden am Donnerstag in der Bossard-Arena natürlich nochmals alles reinwerfen.

Doch die Zuger scheinen zu stark und zu gefestigt, als dass sie sich dies noch nehmen lassen. Zumal auch die Historie nicht für Rapperswil spricht; den Ostschweizern ist es noch nie gelungen, eine Playoffserie nach einem 0:2-Rückstand zu gewinnen. Und doch: Abschreiben sollte man sie noch nicht.

Rapperswil-Jona - Zug 2:4 (1:0, 1:3, 0:1)
St.Galler Kantonalbank Arena - 50 Zuschauer - SR. Stricker/Stolc.
Tore: 17. Rowe (Eggenberger) 1:0. 26. (25:13) Hofmann (Alatalo/Ausschluss Clark) 1:1. 26. (25:13) Shore 1:2. 37. (36:19) Abdelkader (Alatalo) 1:3. 38.(37:11) Cervenka 2:3. 43. Martschini (Senteler, Abdelkader/Ausschluss Cervenka) 2:4
Strafen: 5-Mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona; 4-Mal 2 Minuten gegen Zug.
Rapperswil-Jona: Nyffeler; Profico, Egli; Jelovac, Vukovic; Maier, Sataric; Dufner, Randegger; Schweri, Cervenka, Clark; Eggenberger, Rowe, Lehmann; Loosli, Wick, Moses; Forrer, Ness, Wetter.
Zug: Genoni; Geisser, Diaz; Alatalo, Cadonau; Stadler, Schlumpf; Zgraggen; Zehnder, Albrecht, Klingberg; Hofmann, Kovar, Simion; Abdelkader, Shore, Martschini; Bachofner, Senteler, Leuenberger; Langenegger.
Bemerkungen: Rapperswil ohne Dünner, Payr, Lhotak (alle verletzt), Rehak, Rüegger, Scheidegger (alle überzählig).