Pikes Kampfgeist unbelohnt

Gestern abend gewinnt im fünften und entscheidenden Playoff-Halbfinal-Spiel Dübendorf gegen die Pikes Oberthurgau mit 3:1 und zieht so in den 1.-Liga-Final gegen Winterthur ein.

Ruedi Stettler/Dübendorf
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Dübendorfs Bucher (l.) versucht gestern im Playoff-Halbfinal Pikes-Verteidiger Stüssi die Scheibe abzujagen. Goalie Müller ist aufmerksam. (Bild: Mario Gaccioli)

Dübendorfs Bucher (l.) versucht gestern im Playoff-Halbfinal Pikes-Verteidiger Stüssi die Scheibe abzujagen. Goalie Müller ist aufmerksam. (Bild: Mario Gaccioli)

EISHOCKEY. Die Pikes hatten die Unterstützung der lautstarken Fangruppe von Beginn an nötig, denn bereits nach 12 Sekunden musste Goalie Müller den ersten Puck abwehren. Dübendorf war sichtlich gewillt, rasch einen Treffer vorzulegen. Der liess aber bis zur 16. Minute auf sich warten, als Barts nach lediglich 17 Sekunden die zweite Überzahl zum 1:0 ausnutzte. Die Pikes reagierten – vor allem mit schnellen Kontern – zwar heftig, aber erfolglos. Mehrheitlich wickelte sich das Geschehen im Drittel der Thurgauer ab.

Im Mittelabschnitt wogte der hochspannende Kampf weiter hin und her. Als Dübendorf hintereinander drei kleine Strafen kassierte (bei der letzten konnten die Pikes gar gut eine Minute mit fünf gegen drei agieren) fiel der Ausgleich trotzdem nicht. Es gab dann vorerst überhaupt keinen weiteren Treffer, obwohl verschiedene Gelegenheiten beidseits vorhanden waren.

Endlich der Ausgleich

Voll in Action waren die Fans der Pikes, als nach 50 Minuten Stäheli endlich das langersehnte 1:1 gelang. Jetzt hofften sie auf eine Weichenstellung Richtung Final. Doch nach nur 90 Sekunden verstummten sie, weil Sulander (sein Vater Ari hütete jahrelang das ZSC-Gehäuse) Dübendorf wieder 2:1 in Führung brachte. Alle Angriffsbemühungen blieben ohne Wirkung. Als nach 58:18 der Zürcher Lohrer auf die Strafbank wanderte, nahm Pikes Coach Modes sein Time-out. Gleich nach dem Anspiel verliess der untadelige Keeper Müller sein Gehäuse und machte einem zusätzlichen Feldspieler Platz. Was meist kommt, traf erneut ein: Nach 59:23 lag der Puck zum 3:1 im verlassenen Pikes-Gehäuse. Und Dübendorf durfte jubeln.

Kurz nach dem Match meinte gestern abend Pikes-Vizepräsident und Club-Koordinator Hansruedi Vonmoos: «Schade. Die Pikes Oberthurgau haben über alle fünf Partien das hochgelobte Dübendorf hart gefordert. Aber schliesslich hat sich trotzdem der Favorit nicht unverdient halt durchgesetzt.»

Als haushoher Favorit war Masterround-Gewinner Dübendorf in den Halbfinal gegen die Pikes Oberthurgau (5.) gestartet. Das bekam den Zürchern gar nicht gut, verloren sie doch zum Auftakt daheim 2:5 und auch in Romanshorn 1:4. Erst im dritten Match konnte «Dübi» beim 3:1 die Serie auf 2:1 verkürzen und den Ausgleich schaffte man mit einem erknorzten 5:4 nach Verlängerung in Romanshorn.

Und nun kam gestern vor 712 Zuschauern «Im Chreis» mit dem 3:1 die Korrektur zum endgültigen 3:2 und damit zum Finaleinzug. Dort wartet bereits Winterthur, das Frauenfeld mit 3:1 eliminiert hat. Jetzt folgt also der Showdown, den fast alle Experten erwartet haben.

Dübendorf vor Winterthur

Dübendorf (51 Punkte) hatte nach den 10 Partien in der Masterround vor Winterthur (46), Frauenfeld (35) und Weinfelden (34) gelegen. Die Pikes (33) folgten als Fünfte vor Bülach (24). Im Playoff-Viertelfinal lief es eigentlich nach Plan, mit Ausnahme von Pikes gegen Weinfelden, denn die Oberthurgauer schickten den vor ihm klassierten SCW in die Ferien. Erst Dübendorf stoppte gestern den Höhenflug.