Pikes holten die Lorbeeren ab

EISHOCKEY. Das Novizen-Team der Pikes Oberthurgau setzte sich als Ersatz für Titelverteidiger Slowakei am Mountain Cup in Romanshorn gegen die drei Frauen-National-Equipen der Schweiz, Österreich und Frankreich jeweils durch.

Ruedi Stettler
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Die Spielerinnen der Schweizer Frauen-National-Equipe (weiss) versuchen ihr Tor vor den Angriffen des Novizen-Teams der Pikes Oberthurgau zu schützen. (Bild: Mario Gaccioli)

Die Spielerinnen der Schweizer Frauen-National-Equipe (weiss) versuchen ihr Tor vor den Angriffen des Novizen-Teams der Pikes Oberthurgau zu schützen. (Bild: Mario Gaccioli)

Am Mountain Cup in Romanshorn kam es gestern nachmittag zum eigentlichen Finalspiel zwischen dem A-Team der Schweizer Frauen und den Elite-Novizen der Pikes Oberthurgau. Die 16- und 17jährigen Burschen gewannen mit 3:1 (0:0, 2:1, 1:0). Die Junioren hatten zuvor die Französinnen mit 11:0 (6:0 nach dem ersten Drittel) und die Österreicherinnen gleich mit 13:0 (ebenfalls schon 6:0 nach dem ersten Abschnitt) abgekanzelt. Die Schweizerinnen gewannen gegen Österreich erst nach Penaltyschiessen 5:4 (drei Treffer schoss Sara Benz) und danach 4:1 über Frankreich. Gegen Österreich machte das Team immerhin einen frühen 0:3-Rückstand wett, gegen Frankreich hiess es schon nach 18 Minuten 4:0.

Macht es denn Sinn, wenn Burschen gegen Frauen spielen? Peter Lüthi, Chef aller Schweizer Nationalteams, schaute sich den Final an und hat eine klare Meinung: «Das macht sogar viel Sinn. Junge Frauen sollten viel öfters gegen Männer spielen. Nur das bringt sie in ihrer Entwicklung weiter.»

Der St. Margarethener Michael Fischer lobte als Consulting Coach die Eisgenossinnen: «Sie haben nicht versucht, das Tempo der Jungs mitzugehen, sondern auf Abwarten agiert, um im richtigen Moment eingreifen zu können.» Im Team der Schweizerinnen standen mit Rahel Michielin, Selina Wuttke und Stephanie Lehner auch drei Thurgauerinnen. Wie fällt Fischers Fazit nach diesem zweiten Platz am Mountain Cup aus? «Etwas durchzogen. Aber man darf nicht vergessen, es waren bewusst viele junge Spielerinnen erstmals im A-Nationalteam dabei. Gegen Österreich hätten wir klarer siegen müssen, gaben wir doch fast 60 Schüsse ab. Da fehlte uns die Effizienz. Immerhin kam die rasche Reaktion gegen Frankreich. Gegen die Pikes haben die Frauen clever agiert.»

Weil gestern im Tor der Schweizerinnen Dominique Slongo brillierte, hiess es zur ersten Pause 0:0. Als Isabel Waidacher kurz nach Wiederbeginn den Pikes-Keeper erstmals am Turnier bezwang, war die Freude gross. Doch sie währte nur 43 Sekunden, und es hiess 1:1. Die Pikes reagierten mit einer Tempoverschärfung und doppelten gleich nach. Das 1:3 fiel nach 44 Minuten, doch dann hielten die aufopferungsvoll kämpfenden Frauen ihren Kasten rein.

Die Pikes-Novizen haben den wegen der Olympia-Qualifikation fehlenden Titelverteidiger Slowakei sehr würdig vertreten.