Pick-up Warten auf Bode

Einen Olympiasieger und Weltmeister lässt man nicht warten. Vor allem nicht, wenn dieser Bode Miller heisst und einen Pressetermin vor sich hat. Denn Medienkonferenzen gehören nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen des vierfachen Weltmeisters. Dem WM-Organisationskomitee ist dies egal.

Christof Krapf
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Einen Olympiasieger und Weltmeister lässt man nicht warten. Vor allem nicht, wenn dieser Bode Miller heisst und einen Pressetermin vor sich hat. Denn Medienkonferenzen gehören nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen des vierfachen Weltmeisters. Dem WM-Organisationskomitee ist dies egal. Wenn FIS-Präsident Gian-Franco Kasper sich die Ehre gibt, hat auch einer zu warten, der in seiner Karriere vom Gesamtweltcup über Olympia- bis WM-Gold alles gewonnen hat. Anstatt an der Medienkonferenz Auskunft zu geben, steht sich Miller deshalb im Zielraum der Frauenabfahrt die Beine in den Bauch. Er tut dies mit Ted Ligety, auch dieser ist Weltmeister und Olympiasieger. Die Blicke der beiden sagen alles: «Was machen wir hier eigentlich?»

Im Medienzentrum nimmt derweil eine Pressekonferenz ihren Lauf, die eigentlich keinen interessiert. Auch wenn Moderator Doug Lewis erzählt, er habe vor 30 Jahren in Bormio WM-Bronze in der Abfahrt gewonnen – hinter Pirmin Zurbriggen und Peter Müller. Nach dieser Selbstbeweihräucherung gehört die Bühne aber FIS-Präsident Kasper und Ceil Folz, OK-Präsidentin der WM. Das Wort, das am häufigsten fällt, ist «amazing» – einmalig. Die Helfer seien «amazing», die Stimmung auch und die WM-Pisten sowieso, sagt Folz.

Kasper antwortet, dass Beaver Creek wirklich einen «amazing» Job gemacht habe und dass alles an dieser WM «amazing» sei. Dann ergänzt er, dass die FIS eine «amazing» Gelegenheit habe, den Skisport in den USA bekannter zu machen. Dieses Ziel würde man am einfachsten mit starken einheimischen Athleten erreichen. Die müssen jedoch auf ihren Auftritt warten. Bode findet das nicht «amazing».

christof.krapf@tagblatt.ch

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