Pick-up Ein Mekka für Gras-Skifans

Wie vielfältig die Welt doch ist. In Deutschland ist Grünen-Chef Cem Özdemir kürzlich ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten, weil er daheim auf seinem Balkon an der Ice Bucket Challenge teilnahm – und im Video neben ihm eine Hanfpflanze zu sehen war. Dumm gelaufen.

Stefan Klinger
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Wie vielfältig die Welt doch ist. In Deutschland ist Grünen-Chef Cem Özdemir kürzlich ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten, weil er daheim auf seinem Balkon an der Ice Bucket Challenge teilnahm – und im Video neben ihm eine Hanfpflanze zu sehen war. Dumm gelaufen. Inzwischen steht fest: Das Verfahren wird wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Die Menge an Marihuana im WM-Ort Vail ist indes alles andere als geringfügig. Doch im Land, in dem man erst im zarten Alter von 21 Bier trinken darf und in dem es weit mehr als ein Kavaliersdelikt ist, wenn der Beifahrer im Auto eine offene Bierdose in der Hand hält, stört das keinen. Im Gegenteil. Seit dem 1. Januar 2014 ist Colorado der Bundesstaat der unbegrenzten Möglichkeiten. Seither ist der Verkauf von Marihuana legal.

Rechtzeitig zur WM haben die findigen Grasverkäufer in Vail nun das Geschäft mit den Skifans aus aller Welt entdeckt – und bieten wie «Roots RX» einen speziellen Service an. Deren Motto lautet: Bei Anruf Gras. Per Telefon kann man eine Stretchlimousine bestellen, die einen vom Hotel abholt. Es folgen die Fahrt ins Geschäft und eine kleine Ausfahrt auf dem Weg zurück, um die gekauften Waren zu lauter Musik zu geniessen. Alles gratis, Wirkung garantiert. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Bei «Native Roots» gibt es das «Ski World Championship special». Beim Kauf von zwei Sorten bekommt der Kunde die gleiche Menge einer weiteren Mischung gratis dazu.

Die Besucher haben ihre Freude, den Athleten nützt das jedoch wenig. Denn so unterschiedlich die Welt in manchen Dingen ist, so gleich ist der Profisport. Cannabis steht überall auf der Dopingliste.

sport@tagblatt.ch

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