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«So können wir nicht weitermachen»: Fragen und Antworten zur aktuellen Lage des FC St. Gallen

Die Nationalmannschaftspause bringt dem FC St. Gallen ein wenig Ruhe. Diese kann nicht schaden, zumal die Ostschweizer am Samstag beim 0:2 gegen Lugano erneut einen eher trostlosen Eindruck hinterliessen. Trainer Peter Zeidler will nun reagieren. Fragen und Antworten zur aktuellen Lage des FC St. Gallen
Christian Brägger
Trainer Peter Zeidler wirkt nach dem Spiel ratlos. Und er übt sich in Selbstkritik: "Uns fehlt in den Resultaten und im Team die Stabilität." (Bild: Urs Bucher)

Trainer Peter Zeidler wirkt nach dem Spiel ratlos. Und er übt sich in Selbstkritik: "Uns fehlt in den Resultaten und im Team die Stabilität." (Bild: Urs Bucher)

Was war los mit dem FC St. Gallen beim 0:2 gegen Lugano?

Nichts. Oder je nach Sichtweise eben viel. Man sah in den Reihen der St. Galler über weite Strecken lähmende Angst, fehlendes Selbstvertrauen und Mutlosigkeit. Das führte zu einem uninspirierten Auftritt gegen ein konterstarkes Lugano. Der übliche Game-Plan der Ostschweizer, hoch zu stehen und zu pressen, kam dabei den Gästen entgegen; weil er nie umgesetzt wurde und die St. Galler gar nie in die Zone vordrangen, in der es gefährlich werden kann bei einer Balleroberung. Und weil dieses Spielsystem, wenn es richtig vom Gegner interpretiert wird, eine grosse Anfälligkeit der St. Galler Defensive offenbarte. Bereits im letzten Aufeinandertreffen im Tessin war es Lugano gelungen, sich optimal einzustellen – und mehrfach überfallartig zuzuschlagen.

Setzt Trainer Peter Zeidler auf die falschen Spieler?

Die Spieler des FC St.Gallen bedanken (und entschuldigen?) sich nach dem Spiel beim eigenen Anhang. (Bild: Urs Bucher)

Die Spieler des FC St.Gallen bedanken (und entschuldigen?) sich nach dem Spiel beim eigenen Anhang. (Bild: Urs Bucher)

Körperlich sind die St. Galler – wenn Musah Nuhu und Simone Rapp nicht auf dem Platz stehen – in der Super League eher leichtgewichtig unterwegs. Die Mischung stimmt derzeit wie die Form nicht, vielleicht täte dem einen oder andern Akteur eine Spielpause gut, auch um den Konkurrenzkampf nochmals anzuheizen. Zudem fehle hinten manchmal die Abstimmung, sagt Captain Silvan Hefti. Aufgefallen ist überdies, dass kein Aussenverteidiger auf der Bank sitzt. Und dass nicht einmal dort Milan Vilotic Platz nimmt, der mit seiner Anwesenheit helfen könnte. Notabene: Die Besten gegen Lugano, Andreas Wittwer und Tranquillo Barnetta, haben keine Verträge über den Sommer hinaus. Nach dem schlechten Spiel in Luzern wollte Trainer ­Peter Zeidler nicht alles umkrempeln. Letztlich war es wohl aber nicht der richtige Entscheid, nochmals auf dieselben Spieler zu setzen. Auch wenn der Coach sagt, er habe sich nun einmal grundsätzlich für eine Stammformation entschieden.

«Im Nachhinein ist man immer klüger. Aber ich dachte auch, sie würden es besser machen.»

Nun schliesst der Deutsche nicht aus, dass es in Zukunft Veränderungen in der Startformation geben könnte.

Steckt der FC St. Gallen in einer Mini-Krise?

Zeidler sagt: «Was ist eine Krise?» Das Wort, das die Baisse des FC St. Gallen womöglich umschreiben könnte, ist dem Trainer zu plakativ. Aber die Fakten mit null Punkten, null erzielten Toren und fünf Gegentreffern beweisen zumindest, dass es in den beiden verlorenen Spielen überhaupt nicht lief. Hefti sagt:

«Wir wollen unser Powerspiel immer durchziehen. Nur läuft es uns jetzt gerade nicht so gut. Wir haben zu viele dumme Ballverluste.»

Zeidler bittet um Nachsicht, gerade in Anbetracht der vielen Jungen, die auf dem Platz stehen. Er sagt, man dürfe jetzt nicht alles schlechtreden und alle Akteure schlechtmachen. «Dagegen wehre ich mich vehement.» Man dürfe überdies nicht vergessen, woher der FC St. Gallen kommt, wie er in den vergangenen drei, vier Saisons abgeschlossen hat. Zeidler sagt:

«Tabellarisch ist uns, so gesehen, noch überhaupt nichts passiert.»

Man muss ihm beipflichten, es ist tatsächlich noch nichts passiert, und es geht auch nicht darum, alles schlechtzureden. Zwei Niederlagen sind kein Beinbruch, eher die Art und Weise, wie sie zu Stande kamen.

Was macht nun Zeidler?

Peter Zeidler vor dem Spiel gegen Lugano. (Bild: Urs Bucher)

Peter Zeidler vor dem Spiel gegen Lugano. (Bild: Urs Bucher)

Der Trainer sagt, er müsse sich schon ein paar Dinge überlegen. «So können wir jedenfalls nicht weitermachen, uns fehlt in den Resultaten und im Team die Stabilität.» Zeidler dachte, mit der Unterstützung des Heimpublikums wäre die Stabilität da, das positive Resultat ebenfalls. Nun will er zuerst die Mannschaft wieder aufbauen und auch die psychologische Komponente hinsichtlich Nervosität und Ängstlichkeit vertieft angehen. Aber Zeidler bleibt sich treu, und so wird es von der Idee her in Zukunft keinen anderen FC St. Gallen geben. Die Prinzipien werden dieselben bleiben: den Ball in der gegnerischen Hälfte jagen oder halten, ein hoher Rhythmus, ein gesundes Mass an Aggressivität, ein Spassfussball mit viel Tempo.

Wie geht es nun weiter?

Es folgt nun eine zweiwöchige Länderspielpause, bevor es für den FC St. Gallen nach Bern zum Leader geht. Zeidler sagt, er hätte gerne ohne Unterbruch weitergespielt und die negativen Resultate sofort korrigiert. Damit die Spieler ohne Nationalmannschaftsaufgebot im Rhythmus bleiben, bestreiten sie diesen Donnerstag einen Test in Heidenheim gegen den Mittelfeldclub der 2. Bundesliga. Derweil wird Alessandro Kräuchi die nächsten Tage mit der Schweizer U20-Nationalmannschaft verbringen, Leonidas Stergiou mit der U17, Jérémy Guillemenot mit der U21, für welche Silvan Hefti infolge des neubeginnenden ­Zyklus nicht mehr nominiert werden kann. Nuhu fliegt zudem zur U23 Ghanas. Majeed Ashimeru fliegt ebenfalls in die Heimat, die tiefe Wunde am linken Fuss, die mit fünf Stichen genäht werden musste, lässt aber keinen Einsatz mit der U23 zu. Ashimeru, den die St. Galler mit guten Chancen ein weiteres Jahr von Salzburg ausleihen wollen, hat Trainingsverbot. In zwei Wochen gegen die Young Boys sollte der Ghanaer wieder einsatzfähig sein.

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