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Peter Zeidler: "Es gibt genügend Spieler, die richtig Lust haben, für den
FC St.Gallen zu spielen."

St. Gallens neuer Trainer Peter Zeidler hat fünf Wochen Zeit, um die Mannschaft
auf die Saison vorzubereiten. Der 55-jährige Deutsche über Aderlass, Kontaktfreudigkeit und Ralf Rangnick.
Patricia Loher
St. Gallens neuer Trainer Peter Zeidler versammelt am Dienstag seine Mannschaft erstmals in dieser Vorbereitung auf dem Platz. (Bild: Hanspeter Schiess)

St. Gallens neuer Trainer Peter Zeidler versammelt am Dienstag seine Mannschaft erstmals in dieser Vorbereitung auf dem Platz. (Bild: Hanspeter Schiess)

Peter Zeidler, haben Sie bereits eine Wohnung gefunden in St. Gallen?

Ich wohne noch im Hotel, bin aber auf Wohnungssuche. Wenn mir jemand einen Tipp geben kann, ist das sicher hilfreich.

Sie gelten als Mensch, der den Kontakt mit den Einheimischen sucht. Hatten Sie schon Zeit dafür in der Ostschweiz?

Noch nicht viel. Aber das kommt noch. Denn so bin ich, das spiele ich nicht. Es ist wichtig, mit den Leuten zu reden, auch für einen selber. Niemand lebt gerne isoliert. Ich empfinde die Menschen hier als sehr offen. Ich teste das manchmal: Heute war ich auf der Suche nach einer Wohnung, die ich besichtigen sollte. Da fragte ich die Passanten, wo diese Strasse ist. Sie erklärten mir es sehr nett. In Frankreich haben mich die Leute jeweils bis zur Tür begleitet, aber das ist nochmals eine andere Dimension (lacht).

St. Gallen hat Sie vor einem Monat als neuen Trainer präsentiert. Worauf haben Sie und Sportchef Alain Sutter sich seither konzentriert?

Es ging dabei vor allem um neue Spieler. Wir diskutierten einzelne Namen, jeder schaute Videoaufnahmen an, dann diskutierten wir wieder. Alain Sutter beobachtete Spieler vor Ort, ich ebenfalls. Nach den Abgängen von Toko, Jasper van der Werff, Runar Sigurjonsson, Yrondu Musavu-King und Karim Haggui standen wir doch vor einigen Baustellen.

Waren Sie und Alain Sutter sich immer einig?

Er sieht die Dinge gleich. Seine Lieblingsworte sind: Spannend, sehr spannend und äusserst spannend. In der Klassifizierung der Spieler waren wir uns immer einig. Aber wir wissen ja auch, dass der finanzielle Spielraum eingeschränkt ist. Finden wir einen Spieler sehr spannend, heisst das noch lange nicht, dass wir ihn uns auch leisten können.

Toko und Sigurjonsson waren Leistungsträger. Schmerzt es, sie zu verlieren, weil die finanziellen Möglichkeiten nicht ausreichen?

Ich bin nicht in Tränen ausgebrochen, als feststand, dass sie uns verlassen. Der Verein wollte beide Spieler behalten und hat ihnen Angebote unterbreitet. Wenn sie nicht darauf anspringen, ist das halt so. Es gibt genügend Spieler, die richtig Lust haben, für den
FC St. Gallen zu spielen.

Anscheinend hätten Sie und der Club auch Yrondu Musavu-King gerne behalten.

Ja, wir haben mit ihm über eine Verlängerung gesprochen. Aber es wurde schnell einmal klar, dass der Spieler nicht mehr wollte.

Sie arbeiteten für Hoffenheim, Salzburg und Sion –
für Clubs also, bei denen das Geld keine Rolle spielt.

Ich kenne auch die andere Seite. Aus Sochaux, beispielsweise.

War Ihnen bei der Vertragsunterzeichnung in St. Gallen bewusst, dass der Club nach zwei schwierigen Jahren auf das Geld schauen muss?

Ich bekam das schon mit. Aber wir haben immer noch die Möglichkeiten, Abgänge adäquat zu ersetzen. Es haben uns Akteure verlassen, die zeitweise Stammspieler waren. Ihre Nachfolger sollen ein paar Jahre jünger sein, aber über das Potenzial verfügen, schnell das Niveau von Toko oder Sigurjonsson zu erreichen. Und im Idealfall sollen sie noch besser werden als sie.

Seit Dienstag ist die erste Neuverpflichtung bekannt, es ist der spanische Mittelfeldspieler Jordi Quintillà. Mit wie vielen Neuzugängen
rechnen Sie?

Es sollten insgesamt vier bis fünf Neue kommen. Jene Spieler, die nicht mehr hier sind, müssen wir ersetzen. So wurde das besprochen, so wird es der Verein umsetzen. Dann ist es stimmig.

Jeff Saibene stattet seinem ehemaligen Club einen Besuch ab. Links: Medienchef Daniel Last. (Bild: Hanspeter Schiess)

Jeff Saibene stattet seinem ehemaligen Club einen Besuch ab. Links: Medienchef Daniel Last. (Bild: Hanspeter Schiess)

Saibene als Zaungast

Er war ein unerwarteter Gast: St. Gallens früherer Trainer Jeff Saibene hat im Gründenmoos das erste Training der Vorbereitung seines früheren Teams mitverfolgt. Er sei auf Besuch bei Freunden, so Saibene, der seit März 2017 Coach des 2.-Bundesligaclubs Bielefeld ist. Saibene bekam ein grosses St. Galler Team zu sehen. 30 Spieler, unter ihnen Neuzugang Jordi Quintillà, Testspieler Dereck Kutesa vom FC Basel, und sieben Nachwuchsakteure trainierten mit. Fix ist unterdessen, dass Danijel Aleksic St. Gallen nach drei Jahren in Richtung Türkei zu verlässt. (pl)

Sie haben St. Gallens schlechte Phase zum Ende der
vergangenen Saison intensiv mitverfolgt. Haben Sie da gesehen, auf welche Spieler Sie setzen können und auf welche nicht?

Nein. Es ist besser, wenn wir jene Phase als Eindruck abspeichern, aber nicht werten. Sollen wir jetzt bei allen anstehenden Entscheiden immer überlegen, wie es damals war? Nein. Das ist vorbei und abgehakt. Wir stehen vor einem Neuanfang

Haben Sie noch Kontakt zu Ralf Rangnick?

Er hat mir geschrieben und mir zu meinem neuen Job gratuliert. Wir kennen uns schon aus dem Studium und haben dann lange zusammen gearbeitet – in Stuttgart, Hoffenheim, Salzburg. Aber der Kontakt ist nicht mehr sehr intensiv.

Gibt es etwas, das Sie von ihm mitgenommen haben?

Mir hat immer gefallen, wenn wir über Pädagogik und Mannschaftsführung gesprochen haben. Seine Schlagworte waren: Mit Liebe und Konsequenz. Er hat mir zudem viele Türen geöffnet und mich nach Stuttgart, Hoffenheim und zu Red Bull geholt. Aber irgendwann emanzipiert man sich.

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