PERSONALNOT: Ungleiche Ellen

Sowohl Rapperswil-Jona wie auch Hockey Thurgau plagen Sorgen. Die St. Galler lindern sie mit Transfers, die Thurgauer verlieren mit einem Rumpfteam 2:5.

Matthias Hafen/Rapperswil
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Rapperswils Niki Altorfer (rechts) gegen Roman Bucher von Hockey Thurgau. (Bild: Thomas Oswald/Hockeypics)

Rapperswils Niki Altorfer (rechts) gegen Roman Bucher von Hockey Thurgau. (Bild: Thomas Oswald/Hockeypics)

Matthias Hafen/Rapperswil

Im Auswärtsspiel gegen Rapperswil-Jona standen Thurgaus NLB-Eishockeyaner von Anfang an auf verlorenem Posten. Auf dem Matchblatt fehlte Trainer Stephan Mair ein vierter Block. Mit dem gesperrten Verteidiger An­drea Glauser und dem verletzten Stürmer Mike Vaskivuo auf der Tribüne wird es in der Aufstellung der Thurgauer ohne Hilfe ihrer Partnerteams eben schon prekär. Zudem wechselte Verteidiger Dennis Urech auf eigenen Wunsch zu den Pikes Oberthurgau in die 1. Liga, um zu mehr Einsatzzeit zu kommen.

Weil vom NLA-Club Davos einzig Ruben Rampazzo zusätzlich ins Unterland entsandt wurde und von den Pikes gar keine Hilfe zur Stelle war, stand Trainer Mair gestern nur ein Rumpfteam zur Verfügung.

Rohner fällt verletzt aus

Zu allem Übel fiel in der 16. Minute auch noch Kevin Rohner verletzt aus. Bei einem Angriff wurde der Thurgauer Stürmer von zwei Rapperswilern so übertrieben hart in die Mangel genommen, dass er verletzt vom Eis musste. Noch steht die Diagnose aus. Dass aber Rettungskräfte Rohner später mit der Bahre ins Spital brachten, deutet auf noch mehr Personalsorgen für Trainer Stephan Mair hin.

Wie unterschiedlich man die Dinge sehen kann, zeigte sich Sekunden nachdem Rohner ungestraft gebodigt wurde. Da wurde Verteidiger Rampazzo wegen eines harmlosen Checks gegen Rapperswils Topskorer Dion Knelsen auf die Strafbank geschickt. Es waren solche Strafen, die Hockey Thurgau das Leben schwer machten.

Nach 21 Minuten und zwei Gegentreffern in Unterzahl lag Thurgau bereits 0:3 zurück. Natürlich hatten die Gäste selber den grössten Anteil an der gestrigen 2:5-Niederlage. Die Fehlerquote einzelner Spieler war exorbitant hoch, und zeitweise schien es auch, als fehle dem Tabellenelften in dieser Partie das Feuer, um gegen den Vierten der NLB einen Coup zu landen. Dabei dürfen die Personalsorgen für die Spieler auf dem Eis keine Ausrede sein.

Zwei Winterthurer zu Rapperswil-Jona

Und auch Rapperswil-Jona hatte mit Personalnot zu kämpfen. Trainer Jeff Tomlinson musste gestern auf sieben Kaderspieler verzichten. Anders als sein Gegenüber, konnte Rapperswils Headcoach indes auf zwei ausländische Profis zählen. Und das Loch in der Aufstellung stopften die St. Galler kurzerhand mit zwei weiteren Transfers. Bis Saison­ende verpflichtete Rapperswil-Jona die beiden jungen Stürmer Thomas Studer und Luka Hoffmann, die zuletzt beim Liga­konkurrenten Winterthur in Ungnade gefallen waren.

Mit dem Mut der Verzweiflung kämpfte sich Thurgau nochmals auf 1:3 und 2:4 heran. Die Treffer von Renato Engler und Andri Spiller bewirkten aber ­wenig. Schon morgen um 17 Uhr treffen die beiden Teams in Weinfelden wieder aufeinander.