Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Sieg der Schweiz gegen Japan ist ein perfekter Abschluss des Testmodus

Die Schweiz bekommt, was sie will. Die Mannschaft von Vladimir Petkovic gewinnt den letzten Auftritt vor der WM gegen Japan 2:0. In Russland dürfte sie kaum so locker zu einem Sieg kommen.
Christian Brägger, Lugano
Auf ein Tänzchen im Cornaredo: Drei Japaner kreisen Xherdan Shaqiri ein. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Lugano, 8. Juni 2018))

Auf ein Tänzchen im Cornaredo: Drei Japaner kreisen Xherdan Shaqiri ein. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Lugano, 8. Juni 2018))

«Haris Seferovic!» Dreimal aus voller Kehle schrie das Publikum in Lugano unter Mithilfe des Stadionsprechers den Namen jenes Stürmers, der soeben gegen Japan zum 2:0 getroffen hatte. Das hatte man auch schon anders gehört, als Teile der Anhänger sich in der Stunde des Erfolgs schwertaten mit ihm. Doch nun, nach langer Durststrecke und weit mehr als einem halben Jahr, hatte Seferovic endlich wieder das getan, was seine Aufgabe ist – Balsam für die Seele. Der Treffer war der letzte Höhepunkt einer ereignisarmen Partie und tat der Freude der einheimischen Anhänger keinen Abbruch; sie verabschiedeten die Spieler mit den besten Wünschen für die WM. Konsterniert waren nur die 150 japanischen Journalisten, die ihren Fussballern überallhin folgen und bei der Pressekonferenz dafür sorgten, dass Trainer Akira Nishino ausgiebig Rede und Antwort stehen musste. Weswegen der Schweizer Coach Vladimir Petkovic lange wartete, bis die Medien ihn befragen konnten. Er sagte: «Wir zeigten ein solides Spiel. Wichtig ist es auch immer, zu null zu spielen. Und dass wir ohne Verletzte durchkamen.»

Der Schweiz ging es um dieses gute Resultat

Es war alles angerichtet im ausverkauften Cornaredo für ein tolles Fussballfest, und auch wenn das Gebotene auf dem Rasen damit nicht ganz Schritt halten konnte, blieb der Abend stimmig: weil die Schweizer mit dem sehnsüchtigen Gefühl eines Sieges die Vorbereitung in der Heimat abschlossen. Es war ihnen um dieses gute Resultat gegangen, es gelang ihnen auf einem Umweg zwar, aber das spielte keine Rolle. Umweg, weil Breel Embolo kurz vor der Pause ungestüm in den gegnerischen Strafraum rannte, hinfiel – und der Schiedsrichter wohl fälschlicherweise auf Elfmeter entschied. Ricardo Rodriguez verwandelte souverän.

Der letzte Test sollte Petkovic weiter Aufschlüsse liefern für die WM. In der Hintermannschaft wird sich der Trainer auf keine Experimente einlassen, dort liess er nach Spanien auch gegen Japan dieselbe Formation beginnen – Manuel Akanji ist hier mit Fabian Schär gesetzt. Vorne hingegen sucht Petkovic Lösungen, in Lugano nominierte er Mario Gavranovic als einzige Sturmspitze. Der Tessiner kam in der Heimat zu zwei guten Kopfballchancen, beide Male scheiterte er knapp. Doch die Partie konnte trotz dieser Aktionen eines nie verbergen: dass sie ein Testspiel war und sich keiner wehtun wollte. Und dies auf beiden Seiten. Diesen Charakter behielt das Spiel bis zum Schluss bei, und in der zweiten Halbzeit, als durchgewechselt wurde, stand plötzlich bis auf Nico Elvedi und Roman Bürki im Tor die Mannschaft auf dem Feld, die allgemeinhin gegen Brasilien erwartet wird. Unter anderen mit dem Jubilar Lichtsteiner, der eine solide Partie zeigte, vor allem mit Granit Xhaka, der sich von seiner Verletzung erholt zeigte. Die Schweiz agierte zwar in dieser Formation selten zwingend, wie in der ersten Halbzeit kam sie teilweise gefällig in Strafraumnähe, dann aber fehlten die zündenden Ideen. Die Japaner versuchten sich oft aus der Distanz, brenzlig wurde es für Bürki aber nie.

Im vierten Spiel des Jahres blieb die Schweiz also ungeschlagen, nach dem 1:0 in Griechenland, dem 6:0 gegen Panama und dem 1:1 gegen Spanien könnte man durchaus meinen, sie sei in Form. Ganz so einfach wie gegen Japan dürfte es spätestens am 17. Juli aber nicht werden.

Schweiz – Japan 2:0 (1:0)

Cornaredo, Lugano. – 7010 Zuschauer (ausverkauft). – SR Delerue (FRA).

Tore: 42. Rodriguez (Foulpenalty/Foul an Embolo) 1:0. 82. Seferovic (Moubandje) 2:0.

Schweiz: Bürki; Lichtsteiner, Schär, Akanji (46. Elvedi), Rodriguez (73. Moubandje); Behrami, Xhaka; Shaqiri (83. Drmic), Freuler (64. Dzemaili), Embolo (64. Zuber); Gavranovic (64. Seferovic).

Japan: Kawashima; Gotoku Sakai (56. Hiroki Sakai), Yoshida, Makino, Nagatomo; Hasebe; Haraguchi, Honda (76. Kagawa), Oshima (70. Shibasaki), Usami (55. Inui); Osako (40. Muto).

Bemerkungen: Schweiz komplett. 37. Kopfball von Embolo an den Pfosten. Verwarnungen: 14. Behrami (Foul). 74. Shibasaki (Foul). 78. Hasebe (Foul).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.