«Pech allein reicht nicht als Ausrede»

Rolf Fringer war in den vergangenen Tagen eine gefragte Person. Als neuer Sportchef des FC Luzern musste er des öfteren erklären, weshalb die zweite Saisonhälfte besser werden soll als die Vorrunde. Er tat dies wie gewohnt mit viel Leidenschaft und Überzeugung.

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FUSSBALL. Oftmals sah die Art von Fussball, wie sie der FC Luzern bis Anfang Oktober in elf sieglosen Partien unter Carlos Bernegger und dann unter dessen Nachfolger Markus Babbel spielte, gar nicht so schlecht aus. Nur fehlten die Punkte. «Es hat immer Gründe, wenn man knapp dran ist und nicht gewinnt. Pech allein reicht nicht als Ausrede», sagt Rolf Fringer. «Wir sind Letzter, haben zwei Punkte Rückstand und kein Heimspiel gewonnen. Das ist die Realität.»

Zwei Ehemalige verpflichtet

Seit er am 23. Dezember 2014 den Vertrag unterschrieben und in der Altjahreswoche schon vor dem offiziellen Arbeitsbeginn am 5. Januar einiges aufgegleist hat, versucht sich Fringer mit viel Energie und Motivation beim Tabellenletzten der Super League auf verschiedenen Ebenen einzubringen. Als Verstärkungen hat der 58jährige Österreicher nach Absprache mit Trainer Babbel zwei alte Bekannte in die Zentralschweiz zurückgeholt. Es sind zwei Spieler, mit denen er in Luzern als Trainer in der Saison 2008/09 nach ebenfalls misslungener Hinrunde den Ligaerhalt noch geschafft hatte: In der Abwehr soll Tomislav Puljic mehr Stabilität bringen; und Cristian Ianu, für Lausanne in der Challenge League in 19 Pflichtspielen 14facher Torschütze, sei auch dann ein guter Typ, wenn er nicht spiele.

Etwas anderes ist Fringer in der Analyse aufgefallen, die er nicht detailliert ausbreiten will. «Bei den Ersatzspielern gab es Diskussionen. Es haben nicht alle am gleichen Strick gezogen.» Die Störfaktoren waren aber definitiv nicht nur innerhalb des Teams zu orten. Die Unruhe entstand auch, weil immer wieder von Investoren und offiziell zurückgetretenen Exponenten zu lesen war, die sich öffentlich negativ und intrigant äusserten. Nicht zuletzt auch deshalb hatte Sportchef Alex Frei Anfang Dezember nach 20 Monaten Amtszeit aufgegeben.

Rückrunde wie Slalomfahren

«Ich habe festgestellt, dass der Wille da ist, das Wohl des Vereins ab sofort in den Vordergrund zu stellen und sich uneigennützig zurückzunehmen. Und zwar von ganz oben bis ganz unten», sagte Fringer. Und der Sportchef kennt auch den Plan, wie das Team aus dem sportlichen Tief herauskommen wird. «Wir müssen wie Slalomfahrer vorgehen, die vor einem Rennen jeden Zentimeter der Strecke mental durchgehen. Das bedeutet auch, Unvorhergesehenes zu antizipieren.» (si)

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