Patty Schnyder ohne Chance

Tennis. Der Exploit ist ausgeblieben: Die als Nummer zehn gesetzte Schweizerin Patty Schnyder verlor im Viertelfinal der French Open gegen die Vorjahres-Finalistin Ana Ivanovic in 75 Minuten.

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«Ich spiele lieber, wenn es sonnig und heiss ist»: Patty Schnyder. (Bild: ap/Laurent Baheux)

«Ich spiele lieber, wenn es sonnig und heiss ist»: Patty Schnyder. (Bild: ap/Laurent Baheux)

Die Bedingungen luden gestern nachmittag nicht zum Tennisfest: Es war kühl und sehr windig, phasenweise fehlte auch der Nieselregen nicht. Für die Stimmungsspielerin Patty Schnyder war das nicht einfach. «Ich spiele sehr viel lieber, wenn es sonnig und heiss ist und die Bälle hoch abspringen. Ich habe viel versucht, aber die Bedingungen und Anas Geduld machten es sehr schwer für mich.»

Schnyders Probleme begannen meistens schon bei eigenem Aufschlag: Sie konnte nur 54 Prozent der Punkte bei erstem Service verbuchen und hatte mit Ausnahme von zwei Games stets Breakchancen gegen sich. Die weltbeste Linkshänderin versuchte immer wieder, Ivanovic mit Stoppbällen zum Laufen zu bringen, blieb aber meist erfolglos. Insgesamt bilanzierte sie 31 Fehler. «Natürlich machte ich zu viele Fehler, um dieses Spiel zu gewinnen. Sie hat aber auch sehr gut serviert (69 Prozent erste Bälle, Red.), und so war der Druck bei meinen Games sehr gross.» Trotz des diskussionslosen Ausscheidens überwogen bei Schnyder die positiven Gefühle. Sie freute sich über das Erreichen des zweiten Paris-Viertelfinals nach zehnjähriger Durststrecke und im fortgeschrittenen Tennis-Alter von 29 Jahren, noch dazu aufgrund der speziellen Umstände (Heimreise vor dem Drittrunden-Spiel wegen Fussverletzung). «Es war vor allem schön, dass ich im Achtelfinal wieder einmal so gut spielen konnte, nachdem ich in dieser Runde einige schmerzhafte Niederlagen erlitten hatte.»

Ihre Viertelfinalbilanz bei Major-Turnieren bleibt allerdings schlecht: Mit Ausnahme der Australian Open 2004, wo sie mit einem Erfolg gegen Lisa Raymond die Halbfinals erreicht hatte, unterlag sie in allen fünf Viertelfinals. Wie bei der Niederlage in Melbourne 2005 gegen Nathalie Dechy war diesmal der ausgewiesene Fachmann Sven Groeneveld in der Coaching-Box der Gegnerin.

Mini-Programm auf Rasen

Die seit Monaten kursierenden Gerüchte, wonach Schnyder Ende Jahr oder nach den Australian Open zurücktreten werde, sind auch in Paris wieder aufgekommen. Ob ihre 13. Teilnahme an der Porte d'Auteil auch die letzte gewesen ist, liess sie jedoch offen: «Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.» Vorerst steht für Schnyder nun wieder der unbeliebteste Teil der Saison auf dem Programm, jener auf Rasen. An der minimalen Vorbereitung ändert sie auch heuer nichts und bestreitet vor Wimbledon kein Vorbereitungsturnier. Sie wird mit ähnlich kleinen Erwartungen wie im Vorjahr nach London reisen, wo sie dann überraschend erstmals die Achtelfinals erreichte: «Falls ich die dritte oder vierte Runde erreichen sollte, wäre dies eine grosse Überraschung.»

Nadal gegen Djokovic

Am Freitag kommt es in Paris wie erwartet zur Halbfinal-Begegnung zwischen Rafael Nadal und Novak Djokovic, wo es auch um Platz zwei im ATP-Ranking geht. Der Spanier deklassierte Nicolas Almagro (Sp/19) 6:1, 6:1, 6:1. Der Serbe blieb gegen Ernests Gulbis (Lett/ATP 80) beim 7:5, 7:6 (7:3), 7:5 ebenfalls ohne Satzverlust. Roger Federer versucht heute nachzuziehen. Er trifft gegen 16 Uhr auf den Chilenen Fernando Gonzalez (ATP 24). Den vierten Halbfinalisten ermitteln David Ferrer und der Franzose Gael Monfils.

Nadal zeigte gegen den Spieler mit den meisten Siegen auf Sand in diesem Jahr eine fast perfekte Leistung. In 104 Minuten beging der Mallorquiner nur neun Fehler und degradierte Almagro zum Statisten. Hinterher verkündete Nadal: «Meine Vorhand hat heute hundertprozentig gestimmt, aber mit der Rückhand bin ich noch nicht zufrieden. Es wird aber langsam besser.» (si)

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