Patrick Wieser glücklich mit Bronze

Der Aadorfer Langstreckenläufer Patrick Wieser lief am Greifenseelauf auf Platz 15, wurde drittbester Schweizer und holte somit Bronze an der Schweizer Halbmarathon-Meisterschaft.

Jörg Greb
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LEICHTATHLETIK. 13 Tage erst waren verstrichen seit dem Jungfrau-Marathon und dem hervorragenden vierten WM-Rang an der Berglauf-Langdistanz-Weltmeisterschaft. Die hervorragende Form aber wollte der Aadorfer Patrick Wieser nutzen. Und deshalb entschied er sich zu einem Start beim Greifenseelauf und der Schweizer Halbmarathon-Meisterschaft. Ein Fragezeichen allerdings blieb bis zum Start vorhanden: «Wie wird sich die kurze Regeneration auswirken? Wo zeigen sich allenfalls Folgeerscheinungen?» In diesem Bereich hatte auch der 33jährige Routinier keine Erfahrung.

Im Training fühlte sich Wieser während der ganzen vergangenen Woche gut. Im Rennen aber, den 21,095 km um den Greifensee, stellte sich das perfekte Laufgefühl nicht ein. «Jeder Schritt war ein klein wenig dosierter, etwas zurückhaltender», erklärte er. Damit waren auch allfällige Fragen zur nicht sonderlich guten Schlusszeit von 1:08:09 Stunden überflüssig. Trotzdem war Patrick Wieser weit davon entfernt, von einer Enttäuschung zu reden. Im Gegenteil. «Ich bin äussert glücklich», sagte er gar und fügte an: «Der Jungfrau-Marathon war das Saisonziel, der Greifenseelauf mit dieser Bronzemedaille das Dessert.»

Zum Erfolgserlebnis trug auch die kluge Taktik bei. Den hohen Rhythmus zu Beginn des Rennens ging er nicht mit. Vor allem die beiden Romands Stéphane Joly und Jérôme Schaffner liess er sogleich ziehen. Aber auch den dosierter loslaufenden späteren Meister Michael Ott musste er nach fünf Kilometern ziehen lassen. «Sodann wählte ich meinen eigenen Rhythmus», sagte Wieser. Und mit dem fand er zurück in die Entscheidung. Weil nämlich Joly plötzlich wieder in Sichtweite gelangte, tankte er Motivation. Schliesslich überholte er den letztjährigen Sieger des Gedenklaufs Murten–Freiburg und distanziert ihn noch sicher. «Auf Platz drei vorzustossen war eine riesige Motivation», sagte Wieser und ordnete ein: «Der Rang hatte in diesem Rennen deutlich grösseres Gewicht als die Zeit.»

Bei den Frauen lief Luzia Schmid aus Homburg als neuntbeste Schweizerin auf Platz 16.