Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Paris in Schweizer Hand

Viel Rot-Weiss, viel Anhang, viel Freude. Immer, wenn die Schweizer Nationalmannschaft an Grossanlässen antritt, sind ihre Anhänger vor Ort ein kleines Ereignis. Auch in Paris.
Christian Brägger/Paris
Bild: CHRISTIAN BRÄGGER/PARIS

Bild: CHRISTIAN BRÄGGER/PARIS

FUSSBALL. Am morgen schon ist die Hauptstadt Frankreich in Schweizer Hand, immer wieder tauchen sie auf, Menschen in rot-weissen Leibchen. Als sich dann am frühen Nachmittag von der Fanmeile beim Eiffelturm aus ein Schweizer Tross mit rund 4000 Anhängern in Bewegung setzt, eskortiert von unzähligen Polizisten, ist das zweite EM-Gruppenspiel der Schweiz gegen Rumänien ihr Ziel. Das Kollektiv will zum Parc des Princes, dem Stadion des Scheichenclubs Paris St-Germain. Eingedeckt mit viel Bier ziehen die Leute los, sie skandieren und sind guter Dinge. Weniger guter Dinge ist da schon eher die ältere französische Frau, die ob der für sie skurrilen Situation nur den Kopf schüttelt. «Das ist doch alles nicht normal», nuschelt sie. «So etwas endet immer in Schlägereien, diese Bagage kann sich ja nie benehmen.»

150 Euro auf dem Schwarzmarkt

Als die Meute nach zweistündigem Marsch ankommt, immer wieder Bier suchend und trinkend, wird sie von noch mehr Landsleuten empfangen, und schnell ist klar: Das gibt ein Heimspiel in Paris. Natürlich sind auch Schwarzmarkthändler da, schräge Gestalten, unangenehme Typen gar. Sie versuchen offensiv, bisweilen aggressiv, ihre Tickets zu verkaufen, der Preis steht bei 150 Euro. Die vielen Sicherheitsleute – immer wieder Sujets für Selfies mit den heiteren Gästen – lassen sie gewähren, hier gehört das einfach dazu. Der einheimische Taxifahrer, der zum Stadion gefahren ist, findet die EM hingegen nicht prickelnd, bei all den Problemen, die sein Land habe. «Die Fanzone ist reiner Kommerz, neun Euro kostet ein Bier», sagt er. Das lohne sich niemals für Frankreich, und wenn jemand verdiene, dann ja wohl nur die Uefa.

Zwei Schweizer Anhänger, Manuel und Martin, stehen nicht im Getümmel. Sie scheinen mit ihren 40 und 45 Jahren ein bisschen zu alt dafür, der Grund ist aber ein anderer. Sie sind seit vier Uhr morgens auf den Beinen. «Wir sind mit diesem ominösen Fanzug gekommen, die Fahrt dauerte drei Stunden länger als erwartet.» Erste Klasse sind sie gefahren, 230 Franken kostete das Zugticket, das EM-Spiel 115 Franken. Noch in der Nacht werden sie zurückfahren – was nimmt man nicht alles in Kauf für sein Land. «Alles kommt gut», sagen sie.

Da fährt eine alter Citroën daher, angeschrieben mit RTS Sport und «Au cœur de l'euro», und nun, wo die Fans an der «Ente» rütteln, bereut sie, im Herzen der Euro zu sein. Immer ist viel Bier im Spiel, einige Anhänger werden es nur sediert erleben. Nicht so die neun Nidwaldner, die in Versailles campieren. Sie waren schon 1994 an der WM dabei, damals beim 4:1 in Detroit gegen Rumänien. «Wir reisen für die Nationalmannschaft überall hin», sagen sie.

Das Leibchen als Geschenk

Natürlich sind rumänische Anhänger auch vor Ort, einer hat von Mihai Pintilii nach einer Partie das Originaltrikot bekommen. «Du wirst sehen, er trifft in der 46. Minute.» Später wird der Spieler zur Pause ausgewechselt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.