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Parallelwelten auf der Bühne

KREUZLINGEN. Heute abend zeigt das neue Thurgauer Ensemble «klima – das theater» die Uraufführung der Komödie «Ich, treu, suche» im Theater an der Grenze in Kreuzlingen. Das Stück zeigt vier Personen, die nach dem Glück in der Liebe suchen.
Stephanie Martina
Kommen sich näher: Nina (Andrea Zwicky) und Martin (René Schnoz). (Bilder: Udo Sollberger)

Kommen sich näher: Nina (Andrea Zwicky) und Martin (René Schnoz). (Bilder: Udo Sollberger)

Das Stück «Ich, treu, suche» feiert gleich in mehrfacher Hinsicht Premiere. Für das neu gegründete Thurgauer Theaterensemble «klima – das theater» ist es das erste Werk, das es auf die Bühne bringt – und es soll nicht das letzte sein, wie Regisseur Marco Hausammann-Gilardi, der das Ensemble gebildet hat, erklärt: «Das Ensemble möchte sich als professionelle freie Theatergruppe im Thurgau etablieren und im Kanton aktiv sein. Geplant ist, dass wir jedes Jahr mit einer neuen Eigenproduktion auf der Bühne stehen. An der nächsten arbeiten wir bereits.» Nach den bevorstehenden Auftritten im Thurgau (siehe Kasten) soll das Stück auch ausserhalb der Kantonsgrenzen aufgeführt werden.

Autorin und Darstellerin

Das Ensemble besteht aus vier Schauspielern aus den unterschiedlichsten Ecken der Schweiz. René Schnoz kommt aus dem Kanton Graubünden, die Jüngste in der Gruppe, Andrea Zwicky, wohnt in Basel, Mathias Wellner lebt in Zürich und Eveline Ketterer, die Mitbegründerin des Ensembles, stammt aus Kreuzlingen. Die Thurgauerin gibt nicht nur ihr Début als Ensemblemitglied, sondern auch als Autorin. Das Stück stammt nämlich aus der Feder der 34-Jährigen und entstand ursprünglich aus drei abgeschlossenen Szenen, die nun mit Hilfe von Regisseur Hausammann-Gilardi zu einer kompletten 80minütigen Aufführung erweitert wurden.

Für die Autorin ist es eine ungewohnte Situation, in ihrem eigenen Stück zu spielen. «Ich brauchte anfangs Zeit, um die Rolle der Autorin abzulegen und in jene der Schauspielerin zu schlüpfen», erklärt Ketterer. Vor allem, wenn die Gruppe oder der Regisseur während der Proben Änderungen vornehmen wollten, sei es ihr schwer gefallen, das zu akzeptieren. «Zu Beginn wollte ich meinen Text verteidigen. Dieses Stück ist für mich wie ein Kind, ich wollte nicht, das ihm etwas passiert. Doch mit der Zeit konnte ich mich immer besser fügen. Ich wusste ja, dass mein Stück bei Marco in guten Händen ist», erklärt die ehemalige Schauspielschülerin von Hausammann-Gilardi, der ebenfalls eine persönliche Premiere feiert. «Es ist das erste Mal, dass ich in der Funktion des Regisseurs in meinem Heimatkanton ein Stück auf die Bühne bringe», sagt der Altnauer. Es fühle sich an, als käme er nach Hause.

Affären, Drohbriefe, Eifersucht

Das Stück erzählt die Geschichte eines seit 17 Jahren verheirateten Paares, das auch schon glücklichere Zeiten erlebt hat. Stefanie (Eveline Ketterer) ahnt, dass ihr Mann Martin (René Schnoz) fremdgeht; als sie dann dem attraktiven Sebastian (Mathias Wellner) begegnet, verliebt sie sich in ihn. Martin führt inzwischen eine Affäre mit der schönen Nina (Andrea Zwicky). Es folgen Szenen der Eifersucht, Drohbriefe, Geständnisse, eine Scheidung und eine neue Liebe, die nur auf den ersten Blick glücklicher und besser scheint.

Was zunächst nach einer herkömmlichen Geschichte aus einer RTL-Nachmittagssendung klingt, ist auf der Bühne weit mehr. Gründe dafür sind unter anderem die Professionalität der Schauspieler sowie die Instrumente, die Regisseur Hausammann-Gilardi einsetzt. Von der 1. bis zur 45. Szene stehen die vier Schauspieler gemeinsam auf der Bühne. «Ich mag es, wenn der Zuschauer nicht nur zu sehen bekommt, was soeben passiert, sondern auch, was die anderen Charaktere währenddessen tun. Dadurch entstehen Parallelwelten. Zudem hat das Stück ein hohes Tempo und kurze, schnell wechselnde Dialoge, deshalb eignet sich diese Variante besonders gut, da es keine Unterbrüche gibt», begründet der Regisseur seine Art des Schauspiels, die inzwischen zu einem seiner Markenzeichen geworden ist.

Marco Hausammann-Gilardi (Bild: Udo Sollberger)

Marco Hausammann-Gilardi (Bild: Udo Sollberger)

Eveline Ketterer

Eveline Ketterer

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