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Ostschweizer Dominanz an der WM in Winterthur: Neun der zehn Schweizer Faustballer spielen in der Region

Nach 20 Jahren findet erstmals wieder eine Faustball-WM in der Schweiz statt. Am Sonntag trifft die Schweiz in ihrem ersten Gruppenspiel auf Chile.
Sarah Fäh
Nationalspieler Malik Müller. (Bild: Raphael Rohner)

Nationalspieler Malik Müller. (Bild: Raphael Rohner)

Diepoldsau, Widnau, Wigoltingen. Mit einer Ausnahme steht hinter jedem Namen im WM-Aufgebot der Schweizer Faustballnationalmannschaft einer dieser Vereine. Lediglich Raphael Schlattinger sticht heraus, da er als Einziger in der Deutschen Bundesliga spielt. Auch er stammt aber ursprünglich aus dem Thurgau. Ansonsten wird das Zehn-Mann-Kader für die Heim-WM, die am Sonntag in Winterthur beginnt, von neun Spielern aus der Ostschweiz dominiert.

Vor gut 20 Jahren war das noch anders. Da sei die Innerschweiz eher stärker gewesen, sagt Malik Müller, der aktuell in Widnau wohnt.

«Es gibt immer eine Wellenbewegung. Mal sind wir stärker, dann haben wir zu wenig Nachwuchs, und dann kommen wieder andere Vereine auf und umgekehrt.»

Der Nachwuchs hat beispielsweise beim derzeitigen Schweizer Meister Diepoldsau kaum Chancen auf Einsatzzeiten in der A-Mannschaft und hört deswegen meist auf oder wechselt zu einem anderen Verein. Beenden die Spieler in der ersten Mannschaft ihre Karriere, können die meisten Vereine das Niveau ohne Nachwuchs nicht mehr ganz halten. «Genau an diesem Thema arbeiten wir im Moment intensiv, sind aber noch auf keine Lösung gekommen», sagt Müller.

Faustball als intensives Hobby

Eine grosse Schwierigkeit stellen die rückläufigen Mitgliederzahlen im ganzen Faustballsport dar. Vielen Talenten ist der Aufwand zu gross, wenn sie eine Lehre beginnen oder das erste Mal eine Freundin haben. Sind trotzdem genügend junge Spieler für eine Mannschaft gefunden, müssen diese danach auch bereit sein, den grossen Aufwand für den kleinen Ertrag auf sich zu nehmen. Der in Engelburg wohnhafte Kenneth Schoch sagt:

«Wir arbeiten alle 100 Prozent. Das Faustball ist unser Hobby, das wir halt sehr intensiv betreiben.»

Zweimal pro Woche trainieren die Spieler mit der Mannschaft. Es folgen Einzeltrainings und je nach Turnier, das am Wochenende ist, stehen sie auch noch am Samstag oder Sonntag auf dem Platz. Geld verdient wird im Faustball nicht, weder in der Schweiz, noch in Deutschland. Müller sagt dazu:

«Ich bin eigentlich froh, dass es in unserem Sport nicht ums Geld geht. Dadurch bleibt der familiäre Charakter erhalten, und man sitzt an Turnieren auch mal mit anderen Nationen zusammen.»

Schlattinger ergänzt: «Es wäre aber dennoch schön, wenn die anfallenden Kosten gedeckt wären.» Er nennt als Beispiel die vergangene WM in Argentinien vor vier Jahren. Dort musste jeder Spieler 1000 Franken zur Reise beisteuern.

Man muss also angefressen sein vom Spiel, in dem ein Ball, ähnlich wie beim Volleyball, innerhalb von drei Berührungen über das Netz oder die Leine ins Feld des Gegners gefaustet wird. Der grosse Unterschied zum Volleyball besteht darin, dass der Ball zwischen den Berührungen innerhalb des Teams einmal den Boden berühren darf. Ausserdem muss im Faustball mit der Faust, dem Ober- oder dem Unterarm gespielt werden. Jegliche Berührung des Balls mit einem anderen Körperteil wird als Fehler gewertet.

Definiertes Ziel: Weltmeister

Die Schweizer Nationalequipe reist als WM-Zweite an den Grossanlass im eigenen Land. Vor vier Jahren verlor das Schweizer Team gegen Deutschland, das auch für die diesjährige WM wieder als Topfavorit gesetzt ist. Das Ziel Weltmeister ist dennoch definiert. «Wir müssen alle unsere beste Leistung abliefern», sagt Müller.

Mit Chile am Sonntag und den USA am Montag trifft die Schweiz zuerst auf nominell schlechtere Gegner, bevor am Dienstag dann gegen Mitfavorit Brasilien der Kampf um den Titel lanciert wird.

Nach 20 Jahren wieder eine Faustball-WM in der Schweiz

Zum dritten Mal nach 1979 in St. Gallen und 1999 in Olten findet eine Faustball-WM in der Schweiz statt. Der Gastgeber gehört vom 11. bis 17. August in Winterthur neben Deutschland, Österreich und Brasilien ebenfalls zu den Titelanwärtern. Die Schweiz trifft in der Vorrunde in der Gruppe B auf Brasilien, Chile und die USA. Das erste Spiel gegen Chile bestreitet das Team morgen um 16.45 Uhr auf der Schützenwiese in Winterthur. Nach der Gruppenphase qualifizieren sich die ersten zwei aus jeder Gruppe direkt für die Achtelfinals. Die Final- und Klassierungsspiele finden am Samstag, 17. August, statt. (sda)

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