Ostschweizer Delikatesse im Kühlregal

Einkaufen ist in Moskau so eine Sache. Zwar ist die Auswahl an Lebensmitteln in Russlands Hauptstadt mannigfaltig, doch steht man als Westeuropäer meist ratlos vor einer Wand schöner Verpackungen. Die kyrillischen Wörter lassen sich nur in den seltensten Fällen entziffern.

Matthias Hafen
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Einkaufen ist in Moskau so eine Sache. Zwar ist die Auswahl an Lebensmitteln in Russlands Hauptstadt mannigfaltig, doch steht man als Westeuropäer meist ratlos vor einer Wand schöner Verpackungen. Die kyrillischen Wörter lassen sich nur in den seltensten Fällen entziffern. Freude kommt auf, wenn man zwischendurch ein Produkte-Label erkennt, weil einem das Bild geläufig ist. Es ist jedoch auffallend, wie viele Eigenprodukte die Russen im Lebensmittelsektor vertreiben. Ausländische Artikel herrschen hauptsächlich bei Putzmitteln, der Tiernahrung und den Pflegeprodukten vor.

Als grosse Agrarnation steht Russland der Schweiz auch in Sachen Käse und Schokolade in nichts nach. Beides sollte man unbedingt probieren, wenn man die Gelegenheit dazu hat. Ausländischer Käse wird hier zusätzlich als Feinschmecker-Kost verkauft – und natürlich gehören da auch Schweizer Produkte dazu. Doch nicht etwa Gruyère, Appenzeller oder Emmentaler beherrschen das Bild. Im Supermarkt der französischen Kette Auchan mitten in Moskau liegt Schweizer Pizza-Mozzarella in der Kühltruhe – und zwar von Züger Frischkäse aus Oberbüren. Das im St. Gallischen hergestellte Käsereiprodukt kostet hier 628,65 Rubel pro Kilogramm. Das ist umgerechnet 9,30 Franken und somit ähnlich teuer wie ein vergleichbares Produkt in der Schweiz. Der russische Mozzarella kostet zwar einen Drittel weniger, ruft bei Besuchern aus der Schweiz aber nicht annähernd so viele Heimatgefühle hervor.

matthias.hafen@tagblatt.ch