Ostschweizer Aussenseiter

Die vier Ostschweizer Teams Pikes Oberthurgau, Uzwil, Frauenfeld und Herisau starten als Aussenseiter in die heute beginnende Meisterschaft der 1. Liga. Erster Anwärter auf den Regional-Titel ist erneut der EHC Winterthur.

Thomas Werner
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Pikes Oberthurgau gegen Herisau ist eines von vier Ostschweizer Derbys in der heute beginnenden 1.-Liga-Meisterschaft. (Bild: Mario Gaccioli)

Pikes Oberthurgau gegen Herisau ist eines von vier Ostschweizer Derbys in der heute beginnenden 1.-Liga-Meisterschaft. (Bild: Mario Gaccioli)

EISHOCKEY. Fünfmal in den vergangenen zehn Jahren stellte die Ostschweizer Gruppe 3 den Schweizer Amateurmeister. Den sportlich erspielten Aufstieg in die NLB nahm nur der HC Thurgau wahr, für den die Saison 2005/06 nach dem Abstieg allerdings lediglich eine unprogrammierte Zwischensaison im Amateurbereich darstellte.

Die heute beginnende Meisterschaft nimmt der EHC Winterthur als Favorit in Angriff. Die Zürcher scheiterten in der vergangenen Saison erst in der nationalen Finalrunde an Aufsteiger Martigny und erreichten in den vergangenen sechs Jahren mit Ausnahme der Spielzeit 2010/11 immer mindestens den Regionalfinal. In der Saison 2009/10 holten die Winterthurer den Amateurmeistertitel, der Finanzrahmen erlaubte allerdings keinen Aufstieg. Den Titel als beste Mannschaft ausserhalb der National League soll das Team von Trainer Markus Studer auch diese Saison holen, wie der Clubvorstand vorgibt. Mit geringeren Ambitionen beginnen die vier Ostschweizer Vertreter Pikes Oberthurgau, EHC Uzwil, EHC Frauenfeld und SC Herisau die Meisterschaft.

Pikes mit Ziel Masterround

Nach einer unruhigen Saison mit diversen Trainerwechseln wollen die Oberthurgauer wieder zur Kontinuität finden. An der Bande hat wieder Christian Rüegg die Verantwortung übernommen. Seine Mannschaft hat gegenüber der vergangenen Saison in der Offensive an Potenzial verloren. Trotzdem ist die Qualifikation für die Masterround der sechs besten Team der Qualifikation für den Trainer ein realistisches Ziel. Allerdings «sind die Teams noch näher zusammengerückt», so Rüegg gegenüber dem Online-Portal «sport-fan.ch». So kann sich keine Mannschaft längere Schwächephasen leisten. In der vergangenen Saison scheiterten die Oberthurgauer im Playoff-Viertelfinal am späteren Finalisten Bülach.

Neue Zuversicht in Uzwil

Mit Schulden in der Höhe von 170 000 Franken lag der Fokus in Uzwil im Sommer noch nicht im sportlichen Bereich. Inzwischen ist es den St. Gallern allerdings gelungen, die Verbindlichkeiten auf 70 000 Franken zu reduzieren. «Es ist viel mehr möglich in Uzwil, als man denkt», sagte Finanzchef und Vizepräsident Roger Hadorn zum finanziellen Kraftakt beim Traditionsclub. An Trainer Roger Bader liegt es nun mit seiner erneut sehr jungen Mannschaft, die neu gewonnene Zuversicht im Verein in sportliche Erfolge umzusetzen. Der Ligaerhalt ist das Minimalziel, wenn alles «optimal läuft» sei aber auch ein Playoff-Platz möglich. Vergangene Saison mussten die Uzwiler die Abstiegsrunde bestreiten.

Mutationen in Frauenfeld

Das Playoff streben auch die Frauenfelder – 2008/09 noch Amateurmeister – an. Das Team des ehemaligen Davos- und Zug-Spielers Ralph Ott muss den Abgang von acht Stammspielern verkraften. Der Trainer und sein Sportchef Hansueli Schlumpf sind aber davon überzeugt, diesen Verlust an «Substanz und Erfahrung» kompensiert zu haben. Als Vierter qualifizierte sich Frauenfeld in der vergangenen Saison fürs Playoff. Da führte allerdings der Vergleich mit Herisau bereits im Viertelfinal zum Saisonende.

Herisau mit verjüngtem Team

Unter dem Motto «Jünger und günstiger» nimmt Herisau die neue Saison in Angriff. Die Sparmassnahmen führten beim ehemaligen NLA-Club zu einem Umbruch im Kader. Trotzdem steht Trainer Roger Nater eine Mannschaft zur Verfügung, mit der ein Playoff-Platz keine Utopie sein muss. Dazu muss ja nicht wie in der vorangegangenen Saison ein fünfter Platz her. Die Suche nach defensiver Stabilität geniesst für alle Ostschweizer Teams Priorität.