Neuer Job
Joe Zinnbauer wird Trainer in Moskau – einer seiner Vorgänger hatte das Amt wegen Gewissensbissen niedergelegt

St.Gallens früherer Trainer Joe Zinnbauer hat einen neuen Job. Der Deutsche übernimmt den dreifachen russischen Meister Lokomotive Moskau. Zuvor hatten einige deutsche Trainer das Land verlassen.

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Joe Zinnbauer war in der jüngeren Vergangenheit einer der umstrittensten Trainer beim FC St.Gallen.

Joe Zinnbauer war in der jüngeren Vergangenheit einer der umstrittensten Trainer beim FC St.Gallen.

Urs Bucher

Der 52-jährige Joe Zinnbauer war bis August 2021 Trainer der Orlando Pirates. Mit den Südafrikanern gewann er den Cup, trat dann aber aus persönlichen Gründen zurück. Seither war Zinnbauer ohne Job.

Der Deutsche trainierte St.Gallen zwischen 2015 und 2017, musste dann aber wegen ausbleibender Resultate und unter dem Druck der Öffentlichkeit und Sponsoren gehen. Auf Zinnbauer folgte Giorgio Contini.

In Moskau tritt Zinnbauer die Nachfolge von Landsmann Marvin Compper an. Der frühere Profi, der im März dieses Jahres auf Markus Gisdol gefolgt war, soll jedoch weiter zum Trainerstab gehören.

Deutsche Trainer verlassen Russland

Gisdol hatte das Traineramt bei Lokomotive Moskau wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine niedergelegt. Der ehemalige Bundesligacoach sagte:

«Fussballtrainer ist für mich der schönste Job der Welt. Ich kann meiner Berufung aber nicht in einem Land nachgehen, dessen Staatsführer einen Angriffskrieg mitten in Europa verantwortet. Das geht mit meinen Werten nicht überein.»

Neben Gisdol verliess auch der aktuelle Gladbach-Trainer Daniel Farke (Krasnodar) einen russischen Klub. Sandro Schwarz (Dynamo Moskau), jetzt Coach von Hertha Berlin, beendete sein Engagement erst zum Saisonende.

International spielen wird Zinnbauer mit seinem neuen Verein jedoch bis auf weiteres nicht. Die Uefa hat wegen des Kriegs alle russischen Mannschaften von den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. (red)