Leichtathletik
Dominic Lobalu vom LC Brühl nutzt die grosse Bühne und gewinnt sensationell über 3000 Meter in der Diamond League

Langstreckenläufer Dominic Lobalu gelingt bei seinem Diamond-League-Début in Stockholm ein Exploit. Der Läufer vom LC Brühl gewinnt über 3000 Meter mit Saisonbestleistung – er liegt mit seiner Zeit zehn Sekunden unter dem Schweizer Rekord und schlägt dabei im Schlusssprint den Olympia-Bronzemedaillen-Gewinner. Und: Es gibt zwei weitere Ostschweizer Erfolgsmeldungen.

Ralf Streule
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Dominic Lobalu: Noch nie lief er in einem so starken Feld wie in der Diamond League - dennoch dominierte er es.

Dominic Lobalu: Noch nie lief er in einem so starken Feld wie in der Diamond League - dennoch dominierte er es.

Ulf Schiller/Freshfocus / athletix / freshfocus

Dominic Lobalu hatte gehofft, bei seinem Début in der Diamond League über 3000 Meter im Mittelfeld eines sehr stark besetzten Rennens mithalten zu können. Es kam anders, im positivsten Sinn: Lobalu hielt sich lange auf der sechsten Position, konnte in der Schlussrunde aber zusetzen und alle Konkurrenten überholen. Erst auf den letzten Metern schnappte er sich auch den Bronze-Medaillengewinner in Tokio über 10000 m, Jacob Kiplimo aus Uganda.

Zehn Sekunden unter dem Schweizer Rekord

Auch wenn Lobalu am Ende ziemlich légère in die Kameras lachte: Für ihn und seinen Trainer Markus Hagmann ist dieser Sieg eine Riesenüberraschung. Der Flüchtling mit Status F, der nur mit einem speziellen Visum am Rennen teilnehmen durfte, war zwar schon im Berlin im Halbmarathon mit 1:01 Stunden nahe an die Weltspitze herangekommen. Der gestrige Auftritt war nun aber eine veritable Leistungsexplosion. Lobalu lief knapp unter 7:30 Minuten. Saisonbestleistung! Zum Vergleich: Markus Ryffels Schweizer Rekord von 1979 liegt bei 7:41 Sekunden. Die eigene Bestzeit hat Lobalu um 20 Sekunden verbessert. «Ich habe einfach nie aufgegeben, habe einfach immer weiter gemacht», sagte ein glücklicher Lobalu im Ziel. Was sich auf das Rennen beziehen lässt - aber wohl aber auch auf sein Leben.

Gut möglich, dass dieser Erfolg ein weiterer Schritt dazu ist, endlich auch an Grossanlässen teilnehmen zu können. Zuletzt war ihm das verwehrt geblieben, da er nicht zum offiziellen Refugee-Team des IOC gehört.

Auch Salomé Kora und Chiara Scherrer sind erfolgreich

Am Meeting in Stockholm gab es am Donnerstagabend einen weiteren St.Galler Sieg zu feiern. Nicht in einer Einzeldisziplin zwar, dennoch war es ein herausragender Erfolg: Salomé Kora war Teil der 4x100-m-Staffel, die in einer starken Zeit von 42,13 Sekunden auf den ersten Platz lief. Die Staffel blieb nur 8 Hundertstel über dem Schweizer Rekord. Zwar waren die stärksten Nationen nicht am Start, dennoch ist der Sieg ein starkes Zeichen hinsichtlich der WM in Eugene im Juli, wo sich die Schweizerinnen um Mujinga Kambundji sehr viel vorgenommen haben.

Richtig stark war ein weiteres Mal auch der Auftritt der Toggenburgerin Chiara Scherrer, die über 3000 m Steeple auf Platz drei lief. Dabei kam sie auf vier Sekunden an ihren eigenen Schweizer Rekord heran, den sie kürzlich in der Diamond League in Paris aufgestellt hatte.