Halbzeit
In Wil darf man in der Winterpause ein wenig träumen

Für viele grenzt das wohl an eine kleine Sensation. Mit einem torlosen Remis im Spitzenspiel festigt der FC Wil seinen Platz an der Tabellenspitze. Somit heisst der «Wintermeister» nicht Lausanne, Aarau oder Xamax, sondern eben Wil.

Gianluca Lombardi
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Zuhause waren die Wiler kaum zu stoppen.

Zuhause waren die Wiler kaum zu stoppen.

Bild: Gianluca Lombardi

Im Spitzenspiel gegen Stade-Lausanne-Ouchy bleiben die Wiler in dieser Saison Zuhause zum ersten Mal ohne Tor. Im ersten Durchgang entwickelte sich ein munteres Spiel, dass seinem Titel «Spitzenspiel» gerecht wurde. Das beste Heimteam der Liga tat das, was es beherrscht. Der Gegner wurde früh angelaufen, aggressiv gestört und zu Fehlern gewzungen.

Die Westschweizer bewiesen aber auch, dass sie zurecht das beste Auswärtsteam der Liga sind. Immer wieder schafften Sie es geschickt, sich aus der Wiler Umklammerung zu lösen. So kam es nicht ganz überraschend, dass die Partie mit 0:0 in die Pause ging, obwohl die Wiler klar ein Chancenplus hatten. Für einmal fehlte aber die Kaltschnäuzigkeit.

Wege und Mittel gefunden

Weil im zweiten Durchgang das Gebotene genau anders rum war, teilten sich Wil und Stade-Lausanne-Ouchy die Punkte völlig zurecht. Die Hausherren machte es keineswegs schlecht. Mit den Westschweizern kam aber erstmals in dieser Saison ein Gegner ins Bergholz, der es geschafft hat den Wilern ernsthaft den Schneid abzukaufen.

Die Punkteteilung sorgte dafür, dass die Wiler als Spitzenreiter überwintern und ein wenig von einem möglichen Aufstieg träumen. Noch ist es ein weiter Weg, wenn die Äbtestädter an der Hinrunde anknüpfen können, werden Sie mehr als nur ein Wörtchen im Kampf um die Super League Plätze mitreden. Notabene jener FC Wil der vor der Saison als Abstiegskandidat gehandelt wurde.

Bescheidenheit

Unabhängig vom Spielausgang gegen Stade-Lausanne-Ouchy, dürfen die Wiler von einer mehr als gelungenen Hinrunde sprechen. Vor der Saison wurden die Äbtestädter von führenden Tageszeitungen als Abstiegskandidat eingestuft. Doch die Ostschweizer haben nahezu alle Experten verblüfft und mit einem frechen, offensiven Fussball für Spektakel gsorgt.

Der FC Wil sorgt für Begeisterung auf den Rängen.

Der FC Wil sorgt für Begeisterung auf den Rängen.

Bild: Gianluca Lombardi

Mit 23 von 27 möglichen Punkten Zuhause, hat die Mannschaft von Cheftrainer Brunello Iacopetta eine nahezu makellose Bilanz. Weil man auch auf fremden Platz zur besseren Hälfte der Liga gehört, resultiert am zur Winterpause völlig verdient dieser Spitzenplatz. Eine Rangierung, welche die Wiler im Sommer in die Super League befördern würde.

Trotz allen Erfolgen bleiben die Äbtestädter weiterhin demütig. Auf die Frage was diese Mannschaft auszeichnet erhält man in Wil nahezu immer die gleicher Antwort. Es ist der Zusammenhalt und der Wille der Wiler der Truppe die herausragt und das Team an die Tabellenspitze getragen hat. «Es ist unglaublich was die machen.», so Brunello Iacopetta mit viel Stolz über seine Mannschaft.

Telegramm:

FC Wil 1900 – FC Stade-Lausanne-Ouchy 0:0 (0:0)
Lidl Arena, Wil: 1412 Zuschauer – Schiedsrichter: Turkes
Tore: Fehlanzeige.
Wil: Keller; Dickenmann, Montolio, Wallner, Heule; Zumberi (80. Cueni), Muntwiler, Reichmuth (70. Staubli); Maier (88. Ndau), Silvio (70. Muci), Lukembila (80. Bahloul).
Ouchy: Da Silva; Gassama, Hajrulahu, Pos, Obexer; Bayard (92. Mulard), Akichi; Okou, Qarri (72. Bamba), Ajdini (63. Garcia); Alounga (63. Koré).
Bemerkungen: Wil ohne Strübi, Baralija (beide verletzt), Malinowski, Haarbo und Abazi (alle nicht im Aufgebot). Ouchy ohne Asllani, Hadji, Danho, Maroufi (alle verletzt), Alessandrini, Tsoungui, Opoku, Zesiger und Thaci (alle nicht im Aufgebot).
Verwarnungen: 42. Pos, 55. Ajdini, 69. Okou, 91. Ndau