Fussball-WM
Plötzlich auf der Weltbühne: FCSG-Publikumsliebling Zigi interveniert gegen Ronaldo zweimal stark, trotzdem verliert Ghana unglücklich

Für St.Gallens Torhüter Lawrence Ati Zigi erfüllt sich ein Traum. Der 25-jährige Ghanaer kommt erstmals an einer WM zum Einsatz. Nach einer spektakulären Schlussphase verliert sein Team in Katar das erste Spiel gegen Portugal mit 2:3. Zigi ist bei den Gegentoren machtlos.

Patricia Loher
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Ghanas Torhüter Lawrence Ati Zigi bei seiner ersten Intervention gegen Portugals Ausnahmespieler Cristiano Ronaldo.

Ghanas Torhüter Lawrence Ati Zigi bei seiner ersten Intervention gegen Portugals Ausnahmespieler Cristiano Ronaldo.

Bild: Lukasz Skwiot/Freshfocus

Den ersten grossen Auftritt hatte St.Gallens Torhüter Lawrence Ati Zigi in der zehnten Minute: Portugals Ausnahmespieler Cristiano Ronaldo kam aus der Tiefe, legte sich den Ball etwas zu weit vor und Zigi intervenierte stark.

In der 65. Minute allerdings blieb Ghanas Goalie gegen den platzierten Penalty Ronaldos chancenlos. Der Elfmeter war jedoch höchst umstritten. Der 37-jährige Ronaldo war nach einer leichten, nicht penaltywürdigen Berührung im Sechzehnmeterraum hingefallen. Der Videoassistent reagierte allerdings nicht, Portugal profitierte.

Ronaldo ist damit der erste Spieler, der an fünf WM-Endrunden Tore erzielt hat.

Zigi bleibt im Eins-gegen-Eins der Sieger

Nachdem Ghana acht Minuten später der verdiente Ausgleich gelungen war, schafften es die Afrikaner nicht, den Portugiesen weiter die Stirn zu bieten. Innert weniger Minuten ging das Team von Trainer Fernando Santos mit 3:1 in Führung. Zigi blieb bei den Gegentoren ohne Abwehrchance.

Sieben Minuten vor dem Spielende rückte Zigi noch einmal in den Mittelpunkt, als er im Eins-gegen-Eins mit Ronaldo der Sieger blieb. Der Portugiese war allerdings aus dem Abseits gestartet.

In der 89. Minute gelang Ghana noch der Anschlusstreffer, mehr lag aber nicht drin.

Zigis schwierige Zeit im Nationalteam

Dabei gab es Zeiten, da sah es nicht gut aus für Zigi: Im ghanaischen Nationalteam spielte der Goalie trotz überragender Leistungen beim FC St.Gallen keine Rolle, die WM in Katar schien für ihn in weite Ferne zu rücken. Für das letzte Camp vor dem grössten Sportanlass der Welt wurde der 25-Jährige gar nicht mehr aufgeboten.

Doch dann änderte sich die Situation von Zigi: Mit Richard Ofori und Joe Wollacott verletzten sich zwei Torhüter, die Ghanas Interimstrainer Otto Addo dem St.Galler Goalie üblicherweise vorgezogen hatte.

Schon im Testspiel gegen die Schweiz, das Ghana mit dem Mann aus Accra im Tor 2:0 gewann, zeichnete sich ab, dass Addo an der WM auf Zigi setzen könnte. «Zum Glück,» schreibt das deutsche Fussballmagazin «11 Freunde». Denn Zigi gehöre zu den «spektakulärsten Goalies weltweit».

Lawrence Ati Zigi, erneut gegen Cristiano Ronaldo.

Lawrence Ati Zigi, erneut gegen Cristiano Ronaldo.

Bild: Jose Sena Goulao/EPA

Zigi ist seit Landsmann Alex Tachie-Mensah, der 2006 an der WM in Deutschland zu drei Einsätzen kam, der erste St.Galler Spieler, der sein Land auf der Weltbühne vertreten darf.

Ghanas Weg an die WM

Seit dem Viertelfinaleinzug an der WM 2010 gab es für Ghana kaum mehr etwas zu feiern. An der WM 2014 schieden die Afrikaner in der Vorrunde aus, vier Jahre später scheiterten sie in der Qualifikation. Den Tiefpunkt erreichte der Weltrangliste-61. mit dem Vorrunden-Out beim Afrika-Cup im vergangenen Januar.

Der Serbe Milovan Rajevac wurde entlassen, Addo, eigentlich bei Borussia Dortmund als Co-Trainer angestellt, übernahm für die WM-Playoffs. Nach einem 0:0 im Heimspiel rettete sich Ghana dank der Auswärtstorregel mit einem 1:1 in Nigeria an die WM nach Katar.

Nach der Begegnung mit Portugal folgen in der Gruppe H für Ghana noch die Partien gegen Südkorea am Montag und gegen Uruguay am Freitag, 2. Dezember.