CSIO St.Gallen
Deutscher Zweifachsieg durch Dreher und Ehning im grossen Jagdspringen – die Schweizer Reiter verpassen das Podest knapp

Hans-Dieter Dreher gewinnt das grosse Jagdspringen am CSIO St.Gallen vor Marcus Ehning. Barbara Schnieper, Steve Guerdat und Bryan Balsiger belegen die Ränge vier bis sechs.

Florian Brauchli
Drucken
Der Deutsche Hans-Dieter Dreher gewinnt auf Vestmalle des Cotis das grosse Jagdspringen am CSIO in St.Gallen.

Der Deutsche Hans-Dieter Dreher gewinnt auf Vestmalle des Cotis das grosse Jagdspringen am CSIO in St.Gallen.

Claudio Thoma/Freshfocus

Das Jagdspringen wurde nach Wertung C geritten, Abwürfe wurden also in Zeitstrafpunkte umgerechnet. Titelverteidiger Harry Charles eröffnete mit Controe die mit 100’000 Euro dotierte Prüfung.

Dem Briten gelang gleich die erste Top-Zeit: Er kam nach 89,25 Sekunden ins Ziel, musste aber in der zweifachen Kombination einen Abwurf in Kauf nehmen, was vier Strafsekunden zur Folge hatte.

Sein Ergebnis von 93,25 Sekunden wurde erst von der Startnummer 13 unterboten. José Francisco Mesquita Musa musste mit Catch me Marathon in der gleichen Kombination einen Fehler akzeptieren, übernahm aber mit 92,47 Sekunden die Führung.

63 Bilder

Der Brasilianer überstand einige Angriffe, unter anderem vom britischen Altmeister John Whitaker, der nur 16 Hundertstelsekunden langsamer war, oder von der Walliserin Aurelia Loser, die mit Anaba Haize eine knappe halbe Sekunde auf die Bestzeit einbüsste.

Bryan Balsiger hält Wort

Der nächste Angriff erfolgte von Bryan Balsiger. Der junge Neuenburger kündigte die Attacke bereits am Vorabend an und er hielt Wort. Mit seinem Schimmel Urbanus gelang ihm eine sehr schnelle Runde mit engen Wendungen. Er kam ohne Abwurf nach 91,81 Sekunden ins Ziel.

Steve Guerdat und sein Pferd Is-Minka belegen im Jagdspringen Rang fünf.

Steve Guerdat und sein Pferd Is-Minka belegen im Jagdspringen Rang fünf.

Claudio Thoma/Freshfocus

Doch Balsiger durfte sich nicht lange über die Führung freuen, denn sie wurde ihm gleich anschliessend von Landsmann Steve Guerdat abgejagt. Der Jurassier, der in Elgg lebt, war mit Is-Minka dank einer kleinen Abkürzung auf den Graben eine winzige Hundertstelsekunde schneller. Aber auch der Olympiasieger von 2012 wurde gleich wieder an der Spitze abgelöst.

Schnieper verliert in einer Wendung etwas Zeit

Der deutsche Stilist Marcus Ehning fand mit Calanda eine noch etwas engere Linie. Diese Zeitersparnis mündete in der Bestzeit von 91,27 Sekunden. Der Belgier Gregory Wathelet griff mit Berline du Maillet Z ebenfalls an, musste sich Ehning aber um sechs Hundertstelsekunden geschlagen geben.

Bestklassierte Schweizerin: Barbara Schnieper auf Inook.

Bestklassierte Schweizerin: Barbara Schnieper auf Inook.

Claudio Thoma/Freshfocus

Die letzte Chance auf einen Schweizer Sieg lag in den Händen von Barbara Schnieper. Die Solothurnerin war mit Inook schnell unterwegs, verlor aber in der engen Wendung auf den drittletzten Sprung etwas Zeit. 91,34 Sekunden waren das Resultat und somit noch Rang drei.

Noch, weil Ehnings Landsmann Hans-Dieter Dreher als zweitletzter Starter ebenfalls ein Wörtchen um den Sieg mitreden wollte. Er führte Vestmalle des Cotis mit Vollgas durch den 700 Meter langen Kurs, schnappte sich die Bestzeit mit zwei Zehntelsekunden Vorsprung und damit auch den Sieg.

Schnieper verpasste so das Podest um nur eine Hundertstelsekunde. Guerdat und Balsiger ritten gleich dahinter auf die Plätze fünf und sechs.