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ORIENTIERUNGSLAUF: Zwei Medaillen mit einem kleinen Wermutstropfen

Allrounder Daniel Hubmann hat als einziger Schweizer an der OL-WM in Estland Gold gewonnen und seine Ausnahmestellung mit drei weiteren Top-6-Klassierungen bestätigt.
Urs Huwyler
Daniel Hubmann darf sich in Estland feiern lassen. (Bild: Remy Steinegger/KEY)

Daniel Hubmann darf sich in Estland feiern lassen. (Bild: Remy Steinegger/KEY)

Urs Huwyler

sport@thurgauerzeitung.ch

Mit einmal Gold, Silber und Bronze fällt die Bilanz der OL-Grossmacht Schweiz an der WM in Estland enttäuschend aus. Zufrieden sein dagegen können Daniel und Martin Hubmann (Eschlikon). Die Brüder dürfen sich über eine Medaille freuen.

«Es hätte in einzelnen Rennen noch besser laufen können. Aber ich bin Weltmeister geworden, und dieser Sieg überstrahlt alles», zieht Teamleader Daniel ein positives Fazit nach einer WM, die oft mehr Kampf als Lust war. Das Palmares des 34-jährigen Thurgauers umfasst nun sieben Titel (24 Medaillen).

Fabian Hertner verpasst grosse Chance

Wenig hatte im Norden zum Jubiläums-Podestplatz gefehlt. In der abschliessenden Staffel gehörte das Schweizer Trio zum Favoritenkreis, doch Mitteldistanz-Vizeweltmeister Fabian Hertner kam als Startläufer mit grossem Rückstand zum Wechsel.

«Vor meinem Start wusste ich, dass die Medaille weg war. Schade um die verpasste Chance, aber Fabian ärgert sich selbst am meisten. Gold zu Beginn und nochmals Edelmetall am letzten Tag, das hätte gepasst. Aber es ist, wie es ist.»

Fallholz und knietiefer Sumpf

Über die Lang- (6.) und Mitteldistanz (5.) schauten weitere Diplome heraus. Die Terrainverhältnisse brachten den Routinier allerdings an die Leistungsgrenzen. Einmal stand Daniel Hubmann knietief im Sumpf, er blieb im Fallholz stecken, hohes Gras erschwerte die Routenwahl.

«Es war ein einziger Kampf, der Substanz kostete. Über die Mitteldistanz fehlte mir dadurch die Spritzigkeit. Die Ränge gingen eigentlich in Ordnung, aber der Rückstand hat mich teilweise überrascht», meint der Ostschweizer.

Keine Erfolgsgarantie im OL gewährt

Die Schweizer reisten im Vorfeld mehrmals nach Estland. Nun drängt sich die Frage auf, ob sie zu oft im WM-Land weilten. Es gab Medaillengewinner, die ohne Trainingslager vor Ort reüssierten.

«Schwierig zu sagen», sagt der junggebliebene Altmeister dazu. «Vielleicht hatte ich durch die verschiedenen Besuche zu viel Respekt vor den Verhältnissen. Im Frühling machte der Aufenthalt in Estland insofern wenig Sinn, weil die Vegetation eine andere war als jetzt», ergänzt er.

Die Platzierungen im Weltcup von Hubmann waren gut, aber bei den Ansprüchen des sechsfachen Gesamtsiegers nicht überragend (1./4./5/6./9./15.).

«Stimmt die Form, und davon war ich nach dem zweiten Rang an der Sprint-SM eine Woche zuvor überzeugt, kann es von Vorteil sein, für einmal nicht zu den grossen Favoriten zu zählen. Matthias Kyburz hatte im Vorfeld dominiert, nun ist er ohne WM-Medaille geblieben. Im OL kann viel passieren, es gibt keine Erfolgsgarantie.»

Motor in der Staffel überdreht

Das galt in Estland auch für den sechs Jahre jüngeren Bruder Martin. Im Einzel-Sprint überzeugte der Team-Weltmeister von 2014 durch Platz neun, obwohl er sich mindestens Platz acht wünschte.

«Die grössten Medaillen-Chancen besitzen wir mit der Sprint-Staffel», betonte der SM-Dritte vor dem Abflug nach Estland nochmals. Und es reichte zu Bronze. Zwei Starts, Rang neun und eine Medaille: Die persönliche Bilanz von Hubmann dem Jüngeren fiel überdurchschnittlich positiv aus.

Der kleine Wermutstropfen: Er ging als Leader auf die Strecke und kam als Fünfter zurück. Nach einem Fehler kämpfte sich «Tinu»ins Spitzenfeld zurück und überdrehte wohl den Motor.

«Ich spürte mich überhaupt nicht mehr. Glücklicherweise reichte es trotzdem zur Medaille.» Vorwürfe bekam Martin Hubmann nicht zu hören, dafür umso mehr tröstende Worte: Also gewann die Freude über Bronze.

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