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ORIENTIERUNGSLAUF: Ab in die Sonnenstube

Vom 7. bis 13. Mai findet die EM im Kanton Tessin statt. Die Thurgauer Brüder Daniel und Martin Hubmann richten ihre Vorbereitung nach einer durchzogenen Saison 2016 auf die Heimrennen aus.
Urs Huwyler
Daniel (vorne) und Martin Hubmann beim gemeinsamen Training. (Bild: Urs Huwyler)

Daniel (vorne) und Martin Hubmann beim gemeinsamen Training. (Bild: Urs Huwyler)

Urs Huwyler

sport@thurgauerzeitung.ch

Ende 2016 nahm Daniel Hubmann in der Weltrangliste der Orientierungsläufer Platz eins ein. Ein Jahr später belegt der 34-jährige Profi aus Eschlikon hinter Teamkollege Matthias Kyburz und dem Norweger Olav Lundanes den dritten Rang. Trotzdem, und obwohl das Weltcupfinale in der Schweiz stattfand, schaffte es bei der Wahl zum «Sportler des Jahres» nicht Gesamtweltcupsieger Kyburz in die Ränge, sondern Hubmann. Für den Thurgauer kam der Prestigeerfolg nur bedingt überraschend. «Kyburz war 2017 ausser an der WM stets schneller als ich. Doch ein Weltmeistertitel zählt in unserer Sportart eher mehr als der Gesamtsieg», so das Mitglied der OL Regio Wil.

Sprint-Weltmeister, ein Weltcupsieg, zum zwölften Mal unter den Top drei im Gesamtweltcup und der 66. Weltcup-Podestplatz insgesamt: Die Saison 2017 verlief erfolgreich, für einen Spitzenläufer wie Daniel Hubmann aber nicht überragend. «Es gab einige Enttäuschungen», sagt der Familienvater. Grundlegende Änderungen in der Vorbereitung und dem Trainingsaufbau nimmt er für 2018 trotzdem nicht vor. Anders wird im Hinblick auf die Heim-EM ohnehin einiges sein.

OL-Fan stellt Wohnung im Tessin zur Verfügung

Ein im Immobiliengeschäft tätiger OL-Fan stellt Daniel Hubmann bis Ende Mai im Tessin eine Wohnung zur Verfügung, sodass er sich vor Ort auf die Titelkämpfe vorbereiten kann. «Ich werde das Angebot nützen und Zeit im Tessin verbringen», sagt der nach Bremgarten umgezogene Wahl-Berner. Im Wettkampfgelände darf zwar nicht trainiert werden. «Aber es ist ein Vorteil, über längere Zeit im Tessin wohnen zu können», ist der ältere der Hubmann-Brüder überzeugt. Und er betont, welch hohen Stellenwert die Heim-EM habe. An Titelkämpfen vor eigenem Publikum zu laufen sei immer speziell. Vom Tessin-Sonderangebot profitieren dürfte auch Martin Hubmann, WM-Dritter mit der Sprintstaffel. Es ist ein gemeinsames Trainingslager im Tessin geplant. Dabei sein wird wohl auch Trainer Kilian Imhof. Inzwischen hat ein Gespräch zwischen Nationaltrainer François Gonon mit Imhof und den Hubmanns über die Schwerpunkte stattgefunden. 2017 verlief für Martin nicht zuletzt wegen einer Fussverletzung während der zweiten Saisonhälfte nur bedingt zufriedenstellend.

Jahresarbeitspensum auf 40 Prozent gesenkt

Auf den Spuren seines Bruders hat Martin Hubmann das Arbeitspensum als Wissenschaftlicher Assistent an der ZHAW Winterthur auf den Jahresdurchschnitt von 40 Prozent reduziert. Dadurch soll sich der zum Sprintspezialisten abgestempelte Bauingenieur FH weiter Richtung OL-Allrounder entwickeln. «Die Chancen, an der EM im Wald eingesetzt zu werden, stehen nicht schlecht. Und die EM ist ein wichtiges Kriterium für die WM im August», sagt der ehemalige Fussballjunior des FC Eschlikon.

Der EM- und WM-Zweite im Einzel-Sprint verspricht sich vom Aufenthalt im Tessin ebenfalls einiges. «Im Tessin ist der Boden härter als bei uns, es gibt steilere Aufstiege, weniger überwucherte Passagen», so Martin Hubmann. «Die Athletik ist damit wichtiger als in anderen Regionen. Ich intensiviere deshalb das Krafttraining und versuche, mich läuferisch zu verbessern.» Daniel Hubmann müsste die Topografie im Tessin entgegenkommen. Er lief am «Frauenfelder» den Halbmarathon schon in 1:05.59,4.

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