ON Y VA Island, kein Einwanderungsland

In Island sind sie unter sich. Die Ausländerquote in der Bevölkerung ist gering. Die Fussball-Nationalmannschaft, die sensationellerweise England aus dem Weg räumte, kommt ohne Spieler mit Migrationshintergrund aus. In den Nationalmannschaften der Schweiz und Österreichs sieht das anders aus.

Daniel Good
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In Island sind sie unter sich. Die Ausländerquote in der Bevölkerung ist gering. Die Fussball-Nationalmannschaft, die sensationellerweise England aus dem Weg räumte, kommt ohne Spieler mit Migrationshintergrund aus. In den Nationalmannschaften der Schweiz und Österreichs sieht das anders aus. Die mit viel Hoffnungen gestarteten Teams sind wieder zu Hause. Island bestreitet am Sonntag gegen Frankreich den letzten der vier Viertelfinals.

Wenn die Isländer das Trikot der Nationalmannschaft überstreifen, sind sie bereit für Grosstaten. Kämpfen wie die Löwen für ihr Land. Wie ihre Vorfahren, die Wikinger. Ausserdem stellen sie eine lustige und interessante Truppe. Der Mittelfeldspieler Elmar Bjarnason ist bekannt dafür, dass er die Walt-Disney-Figur Goofy täuschend echt nachahmen kann.

Der Stürmer Alfred Finnbogasson vom Bundesligaclub Augsburg erzielte schon in sieben verschiedenen Ländern Tore. Der Altstar Eidur Gudjonsen bestritt sein erstes Länderspiel vor 20 Jahren. Er wurde für seinen Vater Arnor eingewechselt. Der 37jährige Eidur, der 2009 mit Barcelona die Champions League gewann, ist der einzige im Kader Islands, dessen Nachname nicht auf son endet. Zum Thema Alkohol geben sich Isländer bedeckt. «Wir reden in der Öffentlichkeit nicht über Alkohol», sagte Ragnar Sigurdsson auf die Frage, ob die Mannschaft nach dem Sieg gegen England feiern dürfe.

Zu integrieren brauchen sie in Island niemanden. Fussballerisches Know-how aus dem Ausland braucht der Inselstaat offenbar nicht, obschon nur gut 300 000 Menschen in Island leben. Den grössten Ausländeranteil in Island stellen die Polen. Deren Nationalteam ist an der EM auch noch mit von der Partie.

daniel.good@tagblatt.ch