ON Y VA Ein kleiner Trost aus den USA

Wahrscheinlich ist es ein schwacher Trost für Granit Xhaka. Einen Tag nach seinem vergebenen Penalty im EM-Achtelfinal gegen Polen unterlief einem der Grössten im Weltfussball dasselbe Missgeschick.

Patricia Loher
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Wahrscheinlich ist es ein schwacher Trost für Granit Xhaka. Einen Tag nach seinem vergebenen Penalty im EM-Achtelfinal gegen Polen unterlief einem der Grössten im Weltfussball dasselbe Missgeschick. Der Final der Copa America vor den Toren New Yorks musste beim Stand von 0:0 ebenfalls im Penaltyschiessen entschieden werden, und just Lionel Messi scheiterte vom Elfmeterpunkt. Es war der Anfang vom Ende. Die Argentinier verloren das Endspiel gegen Chile mit 2:4. So wie die Schweizer sind nach der Lotterie Penaltyschiessen nun auch die Argentinier tief enttäuscht. Seit dem Gewinn der Copa America 1993 wartet die fussballverrückte Nation auf einen Sieg an einem grossen Turnier. Vor allem der 29jährige Messi war untröstlich und verkündete seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Der kleine Captain ist in seinem Land ein Grosser, doch nun wird ihm für immer fehlen, was Diego Armando Maradona zum Grössten Argentiniens gemacht hat: ein WM- oder Copa-Titel.

Xhaka entschuldigte sich via Facebook dafür, den Penalty vergeben zu haben. Doch der 23-Jährige war weit davon entfernt, entmutigt aufzugeben. Xhaka sagte in die TV-Kameras: «Wenn es wieder einmal zu einem Penaltyschiessen kommen sollte, werde ich erneut antreten.» Xhaka sprach nicht mit weinerlichem Unterton, sondern voller Selbstvertrauen. Trotz des vergebenen Elfmeters war der Basler einer der auffälligsten Spieler in Frankreich. Seine Passquote verdiente das Prädikat Weltklasse. Der künftige Profi von Arsenal ist drauf und dran, das Aushängeschild des Schweizer Fussballs zu werden – auch wenn es ihm wie Messi wohl versagt bleiben wird, mit dem Nationalteam je einen grossen Titel zu gewinnen.

patricia.loher@tagblatt.ch