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ON Y VA - DIE EM-KOLUMNE: Der neue Lieblingsnachbar

Dass Fussball immer mal wieder gerne gesellschaftspolitisch aufgeladen wird, weiss man nicht erst seit der EM-Partie zwischen der Schweiz und Albanien.
Allez les Bleus: Dieser Fan ist vollends auf Frankreich eingestellt. (Bild: IAN LANGSDON (EPA))

Allez les Bleus: Dieser Fan ist vollends auf Frankreich eingestellt. (Bild: IAN LANGSDON (EPA))

Dass Fussball immer mal wieder gerne gesellschaftspolitisch aufgeladen wird, weiss man nicht erst seit der EM-Partie zwischen der Schweiz und Albanien. In Deutschland warf bekanntlich AfD-Vize Alexander Gauland hohe Wellen mit seiner Äusserung über Jérôme Boateng in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung»: «Die Leute finden ihn als Fussballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.» Der Spruch empörte, ging durchs Land – und auf Twitter und Facebook um die Welt.

Auf denselben Kanälen wird dem Rechtspopulisten seit Sonntagabend seine Aussage hundertfach um die Ohren gehauen. Der 2:0-Sieg der Deutschen gegen die Ukraine nämlich beruhte vor allem auf dem Führungstreffer des Deutsch-Albaners Shkodran Mustafi und der grossen Rettungstat auf der Linie durch den Deutschen Boateng – der einen ghanaischen Vater hat. «Wir halten fest: Wenn Gauland die Nationalmannschaft zusammenstellen würde, stünde es jetzt 0:1», hiess es während des Spiels auf Twitter. Oder: «81 Millionen Menschen wollen jetzt Boateng-Nachbar sein.» Fotomontagen, beschriftet mit «mein Lieblingsnachbar», zeigen Boatengs Rettungsaktion in anderem Zusammenhang: Zum Beispiel bei einer Rettungsaktion 1966 beim legendären Wembley-Tor. «Mit Boateng wäre Deutschland 1966 Weltmeister geworden.»

Mehr als die Hunderten von Reaktionen in den sozialen Medien aber wirkte Bundestrainer Joachim Löws Aussage direkt nach dem Spiel. Auch er, der sonst auf politisch angehauchte Aussagen konsequent verzichtet, konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: «Es ist gut, wenn man einen Nachbarn wie Jérôme Boateng in der Abwehr hat.»

Ralf Streule
ralf.streule@tagblatt.ch

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