OLYMPISCHE SPIELE: CC sichert sich heimlich die Markenrechte an "Sion 2026"

FC-Sion-Präsident Christian Constantin hat sich die Vermarktungsrechte am Namen der Olympiabewerbung gesichert. Der Bundesrat und das Bewerbungskomitee haben davon nichts gewusst.

Merken
Drucken
Teilen
Christian Constantin könnte mit "Sion 2026" viel Geld verdienen. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT (KEYSTONE))

Christian Constantin könnte mit "Sion 2026" viel Geld verdienen. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT (KEYSTONE))

Nach seinem Faustschlag gegen Rolf Fringer ist Christian Constantin als Vize-Präsident des Olympia-Komitees zurückgetreten. Er sorgt aber weiterhin für Gesprächsstoff. Wie die "aargauerzeitung.ch" schreibt, hat der Walliser Blog "1dex.ch" kürzlich enthüllt, dass Constantin am 15. September 2017 den Slogan "Sion 2026, les Jeux au coeur de la Suisse" ("Sion 2026, die Spiele im Herzen der Schweiz") als Marke schützen liess. Das ist der offizielle Slogan der Olympia-Kandidatur. Die Rechte gehören nun aber nicht dem Bewerbungskomitee, sondern einer Aktiengesellschaft, deren einziger Verwaltungsrat Christian Constantin ist, wie es weiter heisst. Neben der Marke gehört CC auch die offizielle Website sion2026.ch, welche er bereits 2014 registriert hat. Wie die "aargauerzeitung.ch" schreibt, hat Constantin damit einige Trümpfe in der Hand: Er kann, wenn er will, mit der Vermarktung gutes Geld verdienen, das Komitee und die öffentliche Hand haben dann das Nachsehen.

Pikant: Recherchen der Zeitung ergaben, dass Bundesrat Guy Parmelin wie auch Hans Stöckli, Vize-Präsident des Sion-Komitees, nichts von CCs Coup gewusst haben. Laut Stöckli stammt der Slogan nicht einmal von Constantin selber, sondern von Sion-2026-Präsident Jean-Philippe Rochat. Stöckli sieht aber kein Problem für die Kandidatur: "Wir werden bald einen neuen Slogan präsentieren." Er glaube, dass er den Markenstreit mit Constantin friedlich beilegen könne, lässt er sich zitieren.

Gemäss Insidern fehle Constantin im Bewerberkomitee, er sei der Motor der Kandidatur gewesen. Und fast scheint es, dass der 60-Jährige auf ein Scheitern der Kandidatur hofft: CC hat sich nämlich auch die Marke "Sion 2030" gesichert. (maw)