Olympia-Test auf dem Gründenmoos

Zweieinhalb Monate vor den Olympischen Spielen in Rio findet in St. Gallen der CSIO statt. Zum Nationenpreis tritt die Schweiz mit den möglichen vier Olympia-Kandidaten an. Auf dem Gründenmoos werden aber vor allem ihre Pferde auf die Probe gestellt.

Raya Badraun
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REITEN. Das Schweizer Aufgebot zeigt, wie wichtig der CSIO in St. Gallen ist. Steve Guerdat, Romain Duguet, Paul Estermann, Martin Fuchs und Janika Sprunger sind für den Nationenpreis gemeldet. Abgesehen von Guerdat treten damit die gleichen Reiter an wie im vergangenen Sommer an der EM in Aachen. Damals sicherte sich das Team überraschend Bronze. «Es ist die bestmögliche Mannschaft», sagt Equipenchef Andy Kistler. Vor dem Nationenpreis wird er entscheiden, welche vier von ihnen in St. Gallen starten werden. Wenn die Formkurve dieser Reiter weiter nach oben zeigt, werden sie im August wohl auch an die Olympischen Spiele reisen. Der Selektionsantrag wird jedoch erst am 17. Juli bei Swiss Olympic eingereicht. Dass die Schweiz in St. Gallen mit den Besten antritt, liegt nicht nur am Heimpublikum. Es ist auch ein Test. «Wir wissen, was die Reiter können», sagt Kistler. «Doch für die Pferde ist es ein wichtiger Anlass. Wir wollen sehen, ob sie auf dem richtigen Weg sind und ihre Leistungen abrufen können.»

Guerdat hat die Qual der Wahl

Bei drei der fünf Reiter steht bereits fest, welches ihr Spitzenpferd ist. In St. Gallen wird Duguet mit Querida de Treho antreten, Fuchs mit Clooney und Sprunger mit Bonne Chance. Estermann und Guerdat haben hingegen die Qual der Wahl. Auf dem Gründenmoos wird Estermann nächste Woche Lord Pepsi testen, Guerdat startet wahrscheinlich mit Bianca. «Unser Ziel ist ein Podestplatz», sagt Kistler. Im vergangenen Jahr belegten die Schweizer Reiter im Nationenpreis den zweiten Rang hinter Belgien. Zuoberst standen sie in St. Gallen das letztemal vor 20 Jahren. Auch in diesem Jahr wird der Sprung an die Spitze schwierig werden. Die Konkurrenz ist mit Titelverteidiger Belgien und dem dreifachen Welt- und siebenfachen Europameister Deutschland stark.

Duguet überzeugt seit St. Gallen

Duguet hat in St. Gallen auch persönliche Ziele. Vor einem Jahr gewann er am CSIO den Grossen Preis vor Olympiasieger Guerdat. Damit begann für den 35-Jährigen, der davor oft Ersatz war, eine starke Serie. Er stieg zur Teamstütze auf, überzeugte an der EM in Aachen und siegte am Weltcup-Springen in Helsinki. «Ich hoffe, dass es noch besser wird», sagt Duguet.