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OLYMPIA: Der Wind spielt mit

Der Wind bereitet den Veranstaltern in Pyeongchang grosse Sorgen. Problematisch ist das insbesondere für die Skirennen. Die Prognosen für die nächsten Tage sehen nicht besser aus.
Claudio Zanini, Pyeongchang

Claudio Zanini, Pyeongchang

Auch am dritten Wettkampftag wurde in den alpinen Skidisziplinen noch keine Medaille vergeben. Nach der Absage der Männer-Abfahrt am Sonntag war gestern auch nicht an eine Durchführung des Frauen-Riesenslaloms zu denken. In Yongpyong, wo die technischen Disziplinen ausgetragen werden, wurden Sturmböen mit bis zu 70 Stundenkilometern gemessen. Die Temperatur von 13 Grad Minus fühlte sich dadurch um ein Vielfaches kälter an. Auch im Zielraum wurde die Gefahr des starken Windes offensichtlich. So sei nach der Absage eine Fernsehkamera von einem Podest knapp zehn Meter in die Tiefe gestürzt, berichten Augenzeugen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Wie heftig die Böen sind, konnte in den vergangenen Tagen bei vielen Wettkämpfen festgestellt werden. Ein eindrückliches Beispiel war gestern der Slopestyle-Final der Snowboarderinnen, in dem die Schweizerin Sina Candrian auf den siebten Rang flog – nach dem ersten Lauf lag sie noch an vierter Stelle. Diverse Athletinnen stürzten, im ersten Run kamen nur gerade fünf Fahrerinnen ohne Sturz ins Ziel. Die viertplatzierte Norwegerin Silje Norendal sagte sogar, sie hätte Angst um ihr Leben gehabt. Die Bedingungen im Phoenix Snow Park in Bokwang waren nicht nur zu unterschiedlich für einen fairen Wettkampf, sondern auch gefährlich.

SRG muss sich Verstärkung holen

Die Wetterkapriolen wirbeln den dichten Terminkalender durcheinander. Und das führt vor allem bei den alpinen Skirennen zu Problemen, da die Ausweichtage im Olympia-Kalender spärlich sind. Am Donnerstag sollen nun mit der Männer-Abfahrt (in Jeongseon, 3.30 Uhr) und dem Frauen-Riesenslalom (in Yongpyong, 2.00/5.45 Uhr) gleich zwei Rennen stattfinden. Die Durchführung der einzelnen Wettkämpfe ist Sache der Weltverbände. Für die Skirennen ist demnach die FIS zuständig. Ihr Renndirektor Atle Skaardal sagt: «Die Terminplanung ist nach der erneuten Absage eine grosse Herausforderung. Die Wettervorhersagen sind nicht gerade gut für uns. Bis morgen wird es auch weiterhin sehr windig bleiben.» Man hätte im Hintergrund viele Probleme abzuarbeiten. Das eine Thema sei der Quartierwechsel. Vorgesehen ist, dass die Skifahrer Ende Woche den Ort tauschen. Die Frauen dislozieren dann nach Jeongseon für die Speed­rennen, die Männer nach Yongpyong für den Riesenslalom und Slalom.

Weil am Donnerstag nun zwei Rennen stattfinden, hat das auch Konsequenzen für die Fernsehproduktion. Denn die SRG, welche im Auftrag des IOC die Skirennen und damit das Weltsignal produziert, hat lediglich eine Crew für die beiden Berge im Einsatz. Karin Nussbaumer, die Verantwortliche für die alpinen Skirennen bei der SRG, sagte: «Wir werden unser Team aufteilen müssen. Priorität hat aber die Männer-Abfahrt.» Verstärkt werden die Schweizer von einer österreichischen Equipe, die normalerweise im Biathlon eingesetzt wird. Da bei keinem der beiden Rennen die Produktionscrew in der Vollbesetzung arbeiten kann, müsse man gewisse Reduktionen in Kauf nehmen. Für den Frauen-Riesenslalom bedeutet dies etwa, dass Bruno Kernen keine Kamerafahrt macht, weil er in Jeongseon benötigt wird.

Der Wind diktiert das Geschehen bisher. Bleibt dennoch die Frage, ob man die widrigen Bedingungen in der Olympia-Region nicht hätte kommen sehen müssen. Redet man mit Einheimischen, heisst es oft, dass es im Moment aussergewöhnlich stürmisch sei. FIS-Renndirektor Skaardal sagte, viele Personen vom Ski-Weltverband seien schon mehrere Tage vor dem Start der Spiele auf den Pisten gewesen für die Präparation. «Nicht einmal konnte die Gondel nicht fahren.» Am Sonntag trat dieser Fall dann ein. Nun wird es am Donnerstag mit Abfahrt und Riesenslalom einen sogenannten «Super Thursday» geben. Und mit ein wenig Fantasie kann darin aus Schweizer Sicht ein Vorteil gesehen werden. Vor einem Jahr an der Ski-WM wurde die Männerabfahrt ebenfalls verschoben und fiel auf den gleichen Tag wie das Frauen-Rennen. Beat Feuz siegte. Wenigstens kein schlechtes Omen.

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